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Photovoltaik-Markt bricht im Januar weiter ein

Bonn – Auch zu Beginn des neuen Jahres 2016 bleibt der deutsche Photovoltaik-Markt weiter unter Druck. Als wenig hilfreich entpuppen sich die PV-Statistiken der Bundesnetzagentur. Die monatlichen Zahlen zeigen ein völlig verzerrtes Bild des Solarmarktes in Deutschland. Es sieht weitaus schlimmer aus, als dies die offiziellen Statistiken auf den ersten Blick zeigen.

Im Januar 2016 wurden laut Bundesnetzagentur (BNetzA) Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von 83,2 Megawatt (MW) von den Betreibern gemeldet. Diese Meldezahlen im Januar 2016 bedeuten allerdings nicht, dass die gemeldeten Photovoltaik(PV)-Anlagen auch im Januar 2016 gebaut wurden oder in Betrieb gegangen sind. Das wäre zwar zu erwarten, ist aber nicht so.

Was die Januar-Zahlen für den PV-Zubau wirklich bedeuten

Die von der Bundesnetzagentur veröffentlichten PV-Zahlen bedeuten lediglich, dass Betreiber ihre PV-Anlagen mit der Gesamtleistung von 83,2 MW im Januar angemeldet haben. In dieser Gesamtleistung sind 17,9 MW an PV-Freiflächenanlagen enthalten. Von diesen 17,9 MW entfallen jedoch nur rund 10 MW auf Anlagen, die auch im Januar ans Netz gegangen sind. Bei den restlichen 7,9 MW erfolgte die Inbetriebnahme bereits 2015.

Das von der Bundesnetzagentur angegebene Datum der Inbetriebnahme für Nicht-Freiflächenanlagen bzw. der Kleinanlagen kann den aktuellen Monat betreffen, aber auch Monate oder Jahre zurückliegen oder erst in den kommenden Monaten erfolgen. Dabei weist die Bundesnetzagentur darauf hin, dass das angegebene Inbetriebnahme-Datum nicht unbedingt das tatsächliche Datum ist, an dem die PV-Anlage ans Netz bzw. in Betrieb gegangen ist.

BNetzA-Statistik: Im Januar 2016 nur PV-Kleinanlagen mit 32 MW in Betrieb gegangen

Zieht man von der für Januar 2016 angegebenen Gesamtleistung (83,2 MW) die Freiflächenleistung (17,9 MW) ab, dann bleiben nur noch 65,3 MW PV-Leistung für die gemeldete Leistung von Kleinanlagen-Betreibern für diesen Monat. Erst ein detaillierter Blick in die PV-Statistiken der Bundesnetzagentur zeigt aber, dass hier Anlagen mit einer Leistung von 29,4 MW nicht im Januar 2016, sondern bereits im Jahr 2015 in Betrieb gegangen sind, für weitere 2,6 MW entfällt der Zeitpunkt der Inbetriebnahme auf die Jahre zwischen 2009 und 2014 (offenbar Nachmeldungen). Nur auf den Monat Januar 2016 entfallen gerade einmal Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von 32,3 MW.

Zubaukorridor für Photovoltaik reine Makulatur

Die Bundesregierung hat im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) einen jährlichen Solar-Ausbaukorridor von 2.400 bis 2.600 MW festgelegt, der schon 2015 deutlich verfehlt wurde. Die bisherige drastische Unterschreitung hat jedoch keinerlei Folgen, um den Markt in die Richtung des Korridors zu lenken. Ganz im Gegenteil: Für 2016 sieht es derzeit so aus, als wenn der tatsächliche Zubau an Photovoltaik-Anlagen in Deutschland noch einmal drastisch sinkt und auf Jahressicht nur noch zwischen 500 und 800 MW PV-Leistung installiert wird.



Quelle: IWR Online, 04.03.2016