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Solarzubau in Deutschland zieht weiter an

Münster – Der Solarzubau in Deutschland zieht langsam an. Sowohl bei den Photovoltaik-Freiflächen-Anlagen wie auch bei den kleineren Dachanlagen ist ein Marktwachstum zu beobachten.

Nach den Daten der Bundesnetzagentur (BNetzA) sind in Deutschland von Januar bis April 2017 mehr Photovoltaik(PV)-Anlagen ans Netz als im Vorjahreszeitraum gegangen.

PV-Meldezahlen: Leichter Anstieg

Im April 2017 gingen Meldungen über die Inbetriebnahme von PV-Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 131 Megawatt (MW) bei der Bundesnetzagentur ein. Das ist ein leichtes Plus gegenüber dem Vormonat März, als 111 MW gemeldet wurden. Der Großteil der gemeldeten Anlagen (118 MW) entfiel dabei auf kleinere PV-Dachanlagen. Im Bereich der Freiflächen-PV wurde die Inbetriebnahme von 13 MW gemeldet.

Tatsächlicher Zubau im April auf Vorjahresniveau

Die Meldezahlen sind jedoch nicht mit dem tatsächlichen Zubau im jeweiligen Zeitraum gleichzusetzen, da auch Nachmeldungen für vorherige Monate und teilweise für vorherige Jahre enthalten sind. Auch sind noch nicht alle im April in Betrieb genommenen Anlagen in den Meldezahlen enthalten. Von den bei der BNetzA im April neu gemeldeten Anlagen mit einer Leistung von 131 MW sind tatsächlich 89 MW auch im April 2017 in Betrieb gegangen. Von diesen 89 MW, die tatsächlich in Betrieb gegangen sind, entfallen 83 MW auf Dach-PV-Anlagen und 6 MW auf Freiflächen-PV-Anlagen. Damit wurden im April 2017 etwas mehr PV-Anlagen neu in Betrieb genommen als im April 2016, als der reale Zubau bei 86 MW lag (inkl. späterer Nachmeldungen). In den kommenden Monaten sind darüber hinaus noch Nachmeldungen für den April 2017 zu erwarten.

Photovoltaik-Zubau zieht 2017 an

Im Gesamtjahr 2017 liegt der tatsächliche Zubau in den Monaten Januar bis April bislang bei 370 MW. Das ist deutlich mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres, als der tatsächliche Zubau bei 268 MW lag. In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres gingen insgesamt Dach-PV-Anlagen mit einer Leistung von 296 MW in Betrieb (Jan. bis Apr. 2016: 234 MW) und Freiflächen-PV-Anlagen mit einer Leistung von 74 MW (Jan. bis Apr. 2016: 34 MW).

Über die PV-Zahlen der Bundesnetzagentur

Betreiber von PV-Anlagen müssen ihre Anlagen bei der BNetzA melden. Aus verschiedenen Gründen erfolgt dies nicht immer zeitnah zur Inbetriebnahme. Zeitpunkt der Meldung an die Bundesnetzagentur und Inbetriebnahme-Datum fallen dann auseinander. Deshalb können die PV-Meldezahlen nicht einfach als Marktdaten für den realen Zubau übernommen werden. Die gemeldeten PV-Zahlen dienen nur als Berechnungsgrundlage für die Höhe der PV-Vergütung nach dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG), unabhängig davon, wann die Anlage in Betrieb gegangen ist. Um das tatsächliche PV-Zubau- bzw. Marktvolumen eines Jahres zu ermitteln, müssen die Roh-Meldezahlen der Bundesnetzagentur erst um die Zahlen aus den Vorjahren bereinigt werden.

© IWR, 2017

06.06.2017