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Forscher testen neues Siliconöl für solarthermische Kraftwerke

Köln - Solarthermische Kraftwerke spielen für die Energiewende in sonnenreichen Weltregionen eine sehr wichtige Rolle. Forscher testen ein neues Wärmeträgeröl, das bei der Wacker Chemie entwickelt wurde.

Der Vorteil solarthermischer Kraftwerke in sonnenreichen Gegenden ist die Möglichkeit, in Kombination mit einem Wärmespeicher auch nach Sonnenuntergang Strom liefern können. Um die Effizienz von solaren Parabolrinnenkraftwerken signifikant zu steigern, werden neue, hitzebeständige Öle getestet.

Wärmeträger: Neue Siliconöls vertragen Temperaturen von bis zu 425 Grad Celsius

Parabolrinnenkraftwerke verwenden parabolisch gekrümmte Spiegel, die in Kollektoren angeordnet sind und der Sonne nachgeführt werden. In der Brennlinie eines Kollektors befinden sich die speziellen Absorberrohre mit dem Wärmeträgeröl. Mit der so gewonnenen Wärmeenergie wird Dampf für die Stromgewinnung erzeugt, oder sie wird zur späteren Nutzung gespeichert. Jetzt werden erstmals Wärmeträgeröle jenseits der 400 Grad Celsius Marke eingesetzt.

Realitätsnahe Kraftwerkstests in Spanien

Im Rahmen des Projektes Sitef (Silicon Fluid Test Facility) betreiben Wissenschaftler des DLR-Instituts für Solarforschung die Prometeo-Testanlage auf der Plataforma Solar de Almería (PSA). Das neue Wärmeträgeröl Helisol® 5A wird über einen Zeitraum von mehreren Monaten, im Zusammenspiel mit den verschiedenen Komponenten eines Parabolrinnenkraftwerks, unter realistischen Bedingungen getestet. In einer industriefinanzierten Demonstration an derselben Anlage wurde bereits die Betriebsfestigkeit des Öls bis 400 Grad Celsius nachgewiesen. Und in Labortests wurde das Siliconöl bereits bis 425 Grad Celsius eingesetzt.

Solarthermische Kraftwerke: Hohe Anforderungen an Wärmeträger

Die Anforderungen an die Wärmeträger sind hoch. Sie müssen hohe Temperaturen aushalten können, ohne sich chemisch zu zersetzen. Zudem müssen sie auch bei niedrigen Temperaturen flüssig bleiben. Besonders in sonnenreichen Regionen schwanken die Umgebungstemperaturen im Laufe des Tages und Jahres stark und können oft auch unter dem Gefrierpunkt von Wasser liegen. Das neue Wärmeträgeröl kann im Vergleich zu dem bisher eingesetzten Gemisch aus Biphenyl und Diphenyloxid (BP/DPO) über 400 Grad Celsius vertragen. Der Erstarrungspunkt liegt mit etwa -55 Grad Celsius so niedrig, dass Heizanlagen zum Schutz der Wärmeträgerflüssigkeit vor Kälte generell nicht mehr notwendig sein dürften.

© IWR, 2017

17.07.2017