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DNV GL: Klimawandel erfordert "business as unusual"

© DNV GL© DNV GLArnheim, Niederlande - DNV GL analysiert im neuen „Energy Transition Outlook“ die aktuelle Entwicklung des globalen Energiesystems vor dem Hintergrund des Klimawandels: Die Energiewende kommt zwar schneller voran als angenommen. Dennoch ist die Entwicklung zu langsam, um das 2 Grad-Ziel von Paris einzuhalten.

Das Zertifizierungs- und Beratungsunternehmen DNV GL prognostiziert in der aktuellen Ausgabe des "Energy Transition Outlooks" bis zum Jahr 2050 weltweit einen starken Ausbau der erneuerbaren Energien. Für das Erreichen der Pariser Klimaschutzziele reicht das Tempo aber nicht. DNV GL fordert verstärkte Anstrengungen beim Einsatz von Technologien gegen den Klimawandel. Dazu sind jedoch weitreichende politische Entscheidungen erforderlich. DNV GL fordert ein Umdenken.

Klimaschutzziele werden trotz rasantem Ausbautempo von erneuerbaren Energien verfehlt
Weltweit werden laut dem DNV GL-Bericht bis 2050 fast 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien gewonnen werden. Trotz dieses rasanten Tempos läuft die Energiewende nicht schnell genug. Beim prognostizierten Tempo des Klimawandels geht DNV GL davon aus, dass die Welt zum Ende des Jahrhunderts um 2,4 Grad Celsius wärmer sein wird, als in der Zeit unmittelbar vor der industriellen Revolution. DNV GL appelliert an alle 197 Länder, die das Pariser Klimaschutzabkommen unterzeichnet haben, ihre Anstrengungen zu erhöhen und die ehrgeizigen Ziele für ihre aktualisierten nationalen Klimabeiträge bis 2020 umzusetzen.

DNV GL CEO fordert gesellschaftlichen Umdenkprozess
DNV GL empfiehlt daher eine Kombination aus technischen Maßnahmen, um die bestehende Emissionslücke zwischen der derzeitigem Geschwindigkeit der Dekarbonisierung und der eigentlich für die Pariser Klimaschutzziele erforderlichen zu schließen. Dazu gehören folgende Maßnahmen:

  • Steigerung der Solarenergie um mehr als das Zehnfache auf eine Kapazität von 5 Terrawatt (TW) und der Windkraft um das Fünffache auf 3 TW bis 2030. Damit könnten 50 Prozent des weltweiten jährlichen Stromverbrauchs gedeckt werden.
  • Fünfzigfache Steigerung der Batterieproduktion für die 50 Millionen Elektrofahrzeuge, die bis 2030 pro Jahr benötigt werden. Schaffung neuer Infrastrukturen zum Aufladen von Elektrofahrzeugen in großem Maßstab.
  • Investitionen in neue Technologien zur Speicherung überschüssiger elektrischer Energie sowie in Lösungen für Stromnetze, um die zunehmende Einspeisung von Solar- und Windenergie zu bewältigen
  • Jährliche Investitionen von mehr als 1,5 Billionen US-Dollar für den Ausbau und die Stärkung der Stromnetze bis 2030
Darüber hinaus empfiehlt DNV GL eine deutliche Steigerung der globalen Energieeffizienz und die Nutzung von grünem Wasserstoff für den Wärme- und Verkehrssektor. Für die Industrie empfiehlt DNV GL eine verstärkte Elektrifizierung von Herstellungsprozessen und den Einsatz erneuerbarer Energien mit Speicherlösungen, einen Ausbau der Nutzung von Wärmepumpentechnologien, einen massiven Ausbau des Bahnverkehrs und den Ausbau von Anlagen zur CO2-Abscheidung und Speicherung.

„Diese technischen Maßnahmen können nur erfolgreich sein, wenn sie durch außerordentliche politische Anstrengungen unterstützt werden. Regierungen, Unternehmen und die Gesellschaft als Ganzes müssen die vorherrschende Denkweise von "business as usual" in "business as unusual" ändern, um die Energiewende schneller voranzutreiben“, so DNV GL CEO Ditlev Engel.

© IWR, 2019


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12.09.2019

 



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