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Folge der Atomkatastrophe von Tschernobyl - Milliardenkosten und Einstieg in die erneuerbaren Energien

© Greenpeace Energy, Foto: sarymsakov.com / Adobe Stock © Greenpeace Energy, Foto: sarymsakov.com / Adobe Stock Hamburg – Am 26. April 1986 kam es im Kernkraftwerk Tschernobyl zu einer Explosion des Reaktorblocks 4. Dieser katastrophale Unfall hat nach einer Studie bereits über 600 Milliarden Euro gekostet, aber auch den Einstieg in die Nutzung erneuerbaren Energien ermöglicht.

Der Atomunfall in der Ukraine 1986 hat nach einer Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag des Ökoenergieanbieters Greenpeace Energy bereits Folgekosten von umgerechnet 646 Milliarden Euro verursacht. Auf Deutschland entfällt danach mehr als eine Milliarde Euro.

Atomunfall von Tschernobyl – Kosten für Deutschland betragen über eine Milliarde Euro
Auch 34 Jahre nach der Katastrophe mit einer hohen radioaktiven Belastung in weiten Teilen Europas belastet der Atomunfall auch noch immer den deutschen Haushalt. Die Gesamtkosten setzen sich aus ganz verschiedenen Komponenten zusammen: So musste nach dem Unfall von Tschernobyl ein nationales Messsystem zur Überwachung der Umweltradioaktivität (IMIS) installiert werden, das bisher mit Kosten von 312 Millionen Euro zu Buche schlug. Außerdem zahlte der deutsche Staat 332 Millionen Euro Entschädigungen an die Land- und Jagdwirtschaft, deren Erzeugnisse radioaktiv kontaminiert wurden. Weitere 59 Millionen Euro flossen als Ausgleich an Molkereibetriebe und in die Endlagerung verstrahlter Molke.

Einen weiteren großen Anteil machten Hilfen für die Katastrophenbewältigung in der Ukraine aus – wie etwa den Bau einer Schutzhülle um den havarierten Reaktor. Deutschland beteiligte sich direkt an diesen Maßnahmen mit 156 Millionen Euro und über seinen EU-Anteil noch einmal mit 265 Millionen Euro.

IWR: Atomunfall von Tschernobyl war auch Auslöser für den Einstieg in die erneuerbaren Energien in Deutschland
„Der Atomunfall von Tschernobyl 1986 war paradoxerweise das entscheidende Schlüsselereignis für den Einstieg in den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland“, so IWR-Direktor Dr. Norbert Allnoch. Die Sorge in der Bevölkerung vor den Folgen der unsichtbaren radioaktiven Strahlung hat zu massiven Protesten gegen die weitere Nutzung der Kernenergie geführt. Allnoch: „Was mit den ersten zaghaften deutschen Förderprogrammen zur Wind- und Solarenergie begann, hat über das Stromeinspeisungsgesetz und das Erneuerbare Energien Gesetz zu einem globalen Wachstumstrend der regenerativen Energien bei gleichzeitig stetig sinkenden Erzeugungskosten geführt.“

© IWR, 2020


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24.04.2020

 



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