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Krise an den Energiemärkten: BEE fordert LNG-Geschwindigkeit bei Erneuerbaren Energien

© Adobe Stock / Fotolia© Adobe Stock / FotoliaBerlin - Der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) hat ein Paket mit Maßnahmen vorgestellt, die der Verband für notwendig erachtet, um angesichts der Energiekrise zusätzliche Potenziale im Segment der Erneuerbaren Energien für die Winter 2022/23 und ab 2023/24 zu heben.

Angesichts der aktuellen Krise an den Energiemärkten mit extremen Preisausschlägen und drohenden Versorgungsengpässen hält der BEE Nachjustierungen am Osterpaket der Bundesregierung für erforderlich. Mit Blick auf die kurzfristigen Maßnahmen, die bereits im Winter 2023/23 wirksam werden können, hat der Verband Vorschläge für ein „Erneuerbares Befreiungspaket“ vorgelegt. BEE-Präsidentin Dr. Simone Peter fordert LNG-Geschwindigkeit bei den Erneuerbaren.

Hebung kurzfristiger Potenziale durch mehr Tempo bei den Erneuerbaren Energien
Kurzfristige Potenziale für diesen Winter lassen sich nach Einschätzung des BEE vor allem im Zuge der geplanten Novelle des Energiesicherungsgesetzes heben: „Im Bereich der Bioenergie können wir durch die Entdeckelung und die befristete Anpassung von Genehmigungsrecht ad hoc 19 Terrawattstunden heben. Um sofort mehr Leistung bei der Photovoltaik zu entfesseln, müssen Anlagenzertifikate vereinfacht und vor allem der Netzanschluss beschleunigt werden“, so BEE Präsidentin Peter.

Bei der Windenergie an Land schlägt der BEE als Sofortmaßnahme eine Verbesserung der kurzfristigen Leistungsbeiträge im Bestand durch eine Aussetzung von Abschaltungen sowie ein beschleunigtes Repowering vor. „10.000 MW fertig geplante Windenergie-Projekte hängen aktuell in der Genehmigung und in den nächsten drei Jahren können durch Repowering 45.000 MW Leistung ans Netz gebracht werden. Dafür brauchen wir LNG-Geschwindigkeit auch bei den Erneuerbaren“, so Peter.

Im Wärmesektor fordert der BEE bei der Geothermie einen erleichterten Netzanschluss für Wärmepumpen und schnellere Genehmigungen für kleine Erdwärmepumpen. Allein 7 GW Solarwärme ließen sich zudem in den nächsten 3 Jahren durch einen Solarbooster heben. „Und auch bei der Holzenergie sollten wir die nachhaltig verfügbaren Potenziale nochmals prüfen“, so Peter weiter.

Erneuerbare Energien in Fachgesetzen und bei Planung und Bau priorisieren
Mittelfristig müssen Erneuerbare Energien aus Sicht des BEE in den Fachgesetzen als vorrangig gelten und Planung und Bau priorisiert werden. Zudem hält der BEE eine Ausrichtung der Energiemärkte nach den Bedürfnissen der Erneuerbaren für erforderlich: „Allein im Jahr 2021 wurden 5,8 Terrawattstunden Wind- und Sonnenstrom abgeregelt. Das ist widersinnig und spricht auch gegen den weiteren Betrieb von konventionellen inflexiblen Anlagen wie Atomkraftwerken, die Risiken bergen und viel Geld kosten“, so Peter. Hier seien besser alle anderen Optionen - von Lastverschiebung bis erneuerbarer KWK - zu nutzen. Vor diesem Hintergrund sollte die Bundesregierung noch in diesem Jahr die Plattform Klimaneutrales Strommarktdesign einsetzen, um ein flexibel steuerbares dezentrales Back-up im Strommarkt zu schaffen. Vorschläge, wie der Strommarkt der Zukunft aussehen kann, hat der BEE im letzten Jahr in einer Studie gemacht.

„Kurzfristige Eingriffe, wie jetzt von der EU geplant, müssen im Einklang mit den Ausbauzielen stehen. Nur durch einen schnellen Zubau der Erneuerbaren Energien werden wir langfristig die fossile Energiekrise zu überwinden“, so Peter abschließend.


© IWR, 2022


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