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Wie die Photovoltaik für sicheren Strom in Süddeutschland sorgt

Berlin – Während die Windenergie in Deutschland bislang vorrangig in den küstennahen und windreichen Regionen in Norddeutschland zum Zuge gekommen ist, erfolgte der Ausbau der Photovoltaik vorzugsweise in Süddeutschland. In den beiden südlichsten Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg kann die Solarenergie an sonnenreichen Tagen die Verbrauchsspitzen zur Mittagszeit zu zwei Dritteln abdecken. Aber das ist noch nicht alles.

Zudem übernimmt die Solarenergie immer mehr Systemdienstleistungen, die zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen. Dazu gehört unter anderem die Frequenzhaltung von 50 Hertz im Stromnetz. Darauf hat jetzt die Agentur für Erneuerbare Energien e.V. (AEE) hingewiesen.

Technische Updates von Solarstrom-Anlagen stabilisieren Stromnetz
Wenn zu viel Strom im Netz ist und die Netzfrequenz dadurch auf mehr als 50,2 Hertz steigt, müssen sich Solarstromanlagen zur Systemstabilisierung schrittweise vom Netz trennen. Ältere Solarstromanlagen mit einer Spitzenleistung von mehr als zehn Kilowatt (kW) haben für diese Funktion ein technisches Update erhalten. "Gerade in Regionen mit einem großen Bestand übernehmen Solarstromanlagen mehr Systemverantwortung", so Philipp Vohrer, Geschäftsführer der AEE. "Die beiden süddeutschen Bundesländer, in denen die Solarenergie bereits zu einer tragenden Säule der Stromversorgung geworden ist, profitieren dank der Nachrüstung auch von einer sicheren Versorgung mit regionalem Strom."

Kleinanlagen unter zehn kW und Neuanlagen sind ausgenommen
Die in Bayern und Baden-Württemberg verbreiteten mittelgroßen Anlagen von zehn bis 100 kW sind häufig im Besitz von Privatpersonen. "Die Betreiber dieser kleinen Kraftwerke leisten durch die so genannte 50,2-Hertz-Nachrüstung einen wichtigen Beitrag zur Stabilität des Stromnetzes und sorgen mit für die hohe Versorgungsqualität in Deutschland", betont Philipp Vohrer. Die Fristen für das Update der Wechselrichter liefen Ende 2014 ab. Noch ist der Umrüstungsprozess aber nicht allerorten abgeschlossen. "Wir appellieren daher an alle Besitzer von Photovoltaikanlagen ab zehn Kilowatt Spitzenleistung sich jetzt bei ihrem Netzbetreiber zu melden, falls ihre Anlage noch nicht nachgerüstet ist", so Vohrer. Kleinanlagen unter zehn kW und ab 2012 in Betrieb genommene Anlagen sind von der Nachrüstung ausgenommen.

Systemstabilisierend wirkt sich auch der Ausbau intelligenter Solarstromspeicher aus. Aufgrund eines starken Preisverfalls sei die Nachfrage nach Solarstromspeichern im letzten Jahr um rund 30 Prozent gestiegen, so die AEE.

Rund 16.000 MW Solarleistung in Bayern und Baden-Württemberg
Mit einer Gesamtleistung von rund 38.000 Megawatt (MW) kann die Solarenergie in ganz Deutschland die Spitzenlast an sonnenreichen Tagen zu mehr als die Hälfte abdecken. Speziell in Bayern und Baden-Württemberg sind laut AEE zusammen etwas mehr als 16.000 MW installiert. Die Lastspitze in den beiden Südländern beläuft sich zusammengerechnet auf etwa 25.000 MW. Die Solarenergie könnte also bei ungetrübtem Sonnenschein zeitweise bereits zwei Drittel der Spitzenlast decken. An Tagen mit geringem Verbrauch sind laut AEE sogar höhere Deckungsbeiträge möglich.

© IWR, 2015

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19.02.2015

 



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