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Nächste Solarpleite: Innotech Solar AS beantragt Insolvenz

Narvik, Norwegen / Halle / Köln - Innotech Solar AS, Muttergesellschaft der Innotech Gruppe, hat am Dienstag (24.03.2015) in der norwegischen Stadt Narvik Insolvenz beantragt. Auch die deutschen Gesellschaften aus Köln und Halle haben daraufhin einen vorläufigen Insolvenzantrag gestellt. Insgesamt 120 Mitarbeiter sind in Deutschland betroffen.

Die zur Gruppe gehörende schwedische Modulfabrik Swenodule AB hatte bereits vor zwei Wochen Insolvenz angemeldet. Einen Tag nach der Muttergesellschaft in Norwegen haben am Mittwoch (25.03.2015) auch die deutschen Tochtergesellschaften ITS Innotech Solar Module GmbH, ITS Halle Cell GmbH und Energiebau Solar Power GmbH, Köln, am Amtsgericht Halle bzw. Köln den Insolvenzantrag gestellt.

Noch kein vorläufiger Insolvenzverwalter für Energiebau

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter der ITS Innotech Solar Module GmbH sowie der ITS Halle Cell GmbH hat das Insolvenzgericht Halle Rüdiger Bauch von Schultze & Braun, Halle/Leipzig bestellt. Er wird das Eröffnungsverfahren im Interesse der Gläubiger beaufsichtigen, den Sanierungskurs begleiten und die wirtschaftliche Lage des Unternehmens überwachen. Der vorläufige Insolvenzverwalter der in Köln ansässigen Energiebau Solar Power GmbH wurde noch nicht bestellt.

Innotech-Solar-Chef: finanzielle Stabilität nicht erreicht
„Obwohl wir über einen einzigartigen Optimierungsprozess für Solarzellen verfügen und ausgezeichnete Mitarbeiter und Investoren uns lange unterstützt haben, ist uns der Aufbau der nötigen finanziellen Stabilität nicht gelungen. Diese Stabilität ist jedoch in den stürmischen Zeiten in der Photovoltaik-Industrie unverzichtbar. Nach meiner Einschätzung ist nicht unser Geschäftsmodell für das Scheitern verantwortlich, sondern die generelle Unsicherheit im europäischen PV-Markt sowie die häufigen Konzeptwechsel der Politik. Auch das bis vor kurzem wenig harte Durchgreifen der Europäischen Union bezüglich des Minimum Import Preises für Module aus China und der saisonbedingte Nachfragerückgang in den vergangenen Monaten haben ihren Teil zur finanziellen Destabilisierung beigetragen“, sagte Jerry Stokes, CEO von Innotech Solar AS. „Wir sind davon überzeugt, dass führende Zellunternehmen großes Interesse an unserem Optimierungsprozess haben werden. Wenn sie dieses patentierte Verfahren in ihren eigenen Produktionslinien einsetzen, können sie große Profite erwirtschaften“, fügt er hinzu.

Energiebau-Chef: Verbindung von Innotech und Energiebau schien perfekt
Dabei ist Energiebau Solar Power GmbH erst vor zwölf Wochen Teil der Gruppe geworden. „In dieser schwierigen Marktsituation Innotech Solar als Investor zu finden, war für uns ein wichtiger Schritt für das Fortbestehen von Energiebau. Die Kombination Photovoltaik-Großhandel und Herstellervertrieb hatte bereits erste Erfolge erzielt, die Verbindung von Innotech und Energiebau schien perfekt. Aber schließlich ist die Finanzierung der wichtigste Aspekt und wir müssen der Realität ins Auge sehen. In jedem Fall möchte ich den alten und selbstverständlich auch den neuen Kollegen für ihre Unterstützung und kooperative Zusammenarbeit danken”, sagt Michael Schäfer, Geschäftsführer von Energiebau Solar Power GmbH.
Von der Insolvenz der drei deutschen Tochtergesellschaften der Innotech Gruppe sind insgesamt 120 Mitarbeiter betroffen, deren Löhne und Gehälter bis einschließlich Mai 2015 über das Insolvenzgeld laut der Kanzlei Schultze & Braun abgesichert sind.

© IWR, 2015

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