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Deutschland plant Stromschranke zu Österreich

Berlin - Die Bundesnetzagentur hat die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber aufgefordert, an der deutsch-österreichischen Grenze eine Bewirtschaftung der Stromtransport-Kapazitäten vorzubereiten. Österreich ist entsetzt.

Derzeit wird zwischen Deutschland und Österreich zweitweise mehr Strom gehandelt als es die Stromleitungskapazitäten zwischen beiden Ländern hergeben. Ziel ist es, diese Situationen zukünftig zu vermeiden. Die Vorbereitungsmaßnahmen sollen laut BMWi so weit getrieben werden, dass eine funktionierende Engpassbewirtschaftung ab dem 3. Juli 2018 gewährleistet werden kann.

Nicht mehr Stromhandel als vorhandene Stromtransportkapazitäten
Mit der Einführung eines Engpassmanagements an der deutsch-österreichischen Grenze bis Sommer 2018 kommt Deutschland Forderungen aus anderen Nachbarstaaten und der Empfehlung der europäischen Regulierungsbehörde ACER nach, so das BMWi. Rainer Baake (Grüne), Staatssekretär im BMWi: "Es geht um eine Trennung der Stromgebotszonen - nicht der Strommärkte, denn Deutschland bekennt sich ausdrücklich zum europäischen Strombinnenmarkt. Einschränkungen im Stromhandel gibt es im Verfahren der Engpassbewirtschaftung nur in Ausnahmesituation, in denen das Handelsvolumen die Transportkapazitäten an der Grenze übersteigt."

BMWi: Engpassbewirtschaftung stoppt Markt-Verwerfungen
Weil insbesondere in Zeiten mit viel Wind und Sonne Strom aus Deutschland preisgünstiger ist als Strom aus Österreich, übersteigen zu bestimmten Zeiten die gehandelten Mengen die Transportkapazitäten. In der Folge müssen im Norden Deutschlands Kraftwerke herunter gefahren und in Österreich Kraftwerke hochgefahren werden, um Netzengpässe zu vermeiden. Von der einheitlichen Stromgebotszone profitieren dann zwar die Händler in Österreich; die Kosten tragen aber die Verbraucher in Deutschland und den Nachbarländern, so das BMWi. Dieser Entwicklung wirkt eine Engpassbewirtschaftung entgegen.

Vorgehen für Österreich nicht nachvollziehbar
Die österreichische Strom-Regulierungsbehörde E-Control fühlt sich von der einseitigen Einführung eines Engpassmanagementverfahrens offenbar überrumpelt. "Die Vorgehensweise ist für uns nicht nachvollziehbar. Das ist ein falscher Schritt, der weder erforderlich noch gerechtfertigt ist. Es gibt eindeutig gelindere Mittel", betonen E-Control Vorstandsmitglieder Wolfgang Urbantschitsch und Andreas Eigenbauer. Das tatsächliche Problem sei ein innerdeutscher Netzengpass, der sich nicht durch eine künstliche Verschiebung an die deutsch-österreichische Grenze lösen ließe.

Langfristig müssen die Stromnetze ausgebaut werden, aber es gibt auch "mildere Mittel", wie E-Control auf Anfrage von IWR Online mitteilt. So ist eine bessere Zusammenarbeit in Engpasssituationen möglich, auch ist eine Beteiligung Österreichs an den entstehenden Redispatch-Kosten denkbar, so E-Control. E-Control ist weiterhin gesprächsbereit.

© IWR, 2016

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