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Solarzölle spalten die deutsche Solarbranche

Münster - Die EU-Kommission wird die Solarzölle auf Solarmodule und -Zellen aus China voraussichtlich um zwei Jahre verlängern. Die Positionen der heimischen Hersteller und die der Solarimporteure könnten unterschiedlicher nicht sein.

Ende 2015 hatte die EU-Kommission kurz vor Auslaufen der 2013 eingeführten Strafzölle auf chinesische Solarprodukte eine Überprüfung der Maßnahme beschlossen. In den vorläufigen Ergebnissen ihrer Untersuchung schlägt die Kommission nun eine Verlängerung der Solarhandelszölle um weitere zwei Jahre vor. Eine endgültige Entscheidung soll der Europarat Anfang März 2017 treffen. In der Solarbranche stößt die in Aussicht gestellte Verlängerung der Solarzölle auf ein geteiltes Echo.

Hersteller: ProSun sieht sich bestätigt
Die Industrieinitiative EU ProSun begrüßt die von der EU-Kommission veröffentlichten vorläufigen Ergebnisse zu Anti-Dumping und Anti-Subventionsmaßnahmen auf chinesische Solarimporte. „Trotz der Schädigung seitens China, sind europäische Hersteller nach wie vor führend in Sachen Qualität, Langlebigkeit, Effizienz und Nachhaltigkeit. Ein Ende der Antidumping-Maßnahmen jetzt würde dem ein jähes Ende bereiten und Jobs, Investitionen und technischen Fortschritt aufs Spiel setzen“, so Milan Nitzschke, Präsident von EU ProSun.

Die Antidumpingmaßnahmen hätten Photovoltaik (PV) weder verteuert noch ihr Wachstum gehemmt, dafür aber fairen Wettbewerb gefördert. Aufgrund der Zölle hätten die gröbsten Marktverzerrungen durch chinesisches Dumping abgefedert werden können. Das sei die Voraussetzung dafür, dass europäische Unternehmen in weitere Kostensenkungsmaßnahmen und Forschung investieren könnten, so Nitzschke weiter.

Importeure: SAFE befürchtet Ausbremsung des europäischen Marktes
Enttäuscht über die EU-Entscheidung zeigten sich dagegen Vertreter der Solar Alliance for Europe (SAFE). „Uns leuchtet nicht ein, warum die Kommission die massiven Nachteile vieler europäischer Unternehmen entlang der solaren Wertschöpfungskette ignoriert hat. Stattdessen baut sie einen Schutzzaun für eine Handvoll nennenswerter Modulproduzenten“, so SAFE-Sprecher Holger Krawinkel. SAFE sieht die Gefahr, dass der europäische Markt durch die Entscheidung der EU auf Jahre ausgebremst und die Branche nachhaltig vom Weltmarkt abgekoppelt wird.

Udo Möhrstedt, Vorstandsvorsitzender der IBC Solar AG, kritisiert die Pläne der EU. „Die EU-Kommission selbst räumt ein, dass die Zölle in den letzten Jahren zehntausende Jobs gekostet und nichts gebracht haben. Es gibt heute weniger Modulhersteller, als vor Einführung der Zölle. Strafzölle wirken immer zulasten der betroffenen Industrie, weil sie den Markt schädigen“, so Möhrstedt.

© IWR, 2016

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23.12.2016

 



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