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Polysilzium-Produzent Wacker erobert Weltmarktspitze zurück

Würzburg – Im globalen Markt für das Photovoltaik-Rohmaterial Polysilizium kommt die neue Nummer eins aus Deutschland. Neuer Weltmarktführer ist die Wacker Chemie AG. Die Münchener verdrängten damit eine Tochter der chinesischen GCL Poly Energy von der Spitzenposition.

Wie das Branchen-Analysehaus Bernreuter Research aus Würzburg auf Basis einer aktuellen Untersuchung erklärt, profitierte der deutsche Chemiekonzern Wacker auf seinem Weg zur Weltspitze sowohl von einer eigenen neuen Fabrik sowie von Problemen des bisherigen Marktführers. Die Spitzenposition im Polysiliziummarkt ist seit Jahren hart umkämpft.

Wacker ist neuer Polysilizium-Weltmarktführer
Die Wacker Chemie AG war 2016 der weltgrößte Hersteller von Polysilizium, dem Rohstoff für Halbleiter und Solarzellen. Zu diesem Ergebnis kommen die Branchenspezialisten von Bernreuter Research. Mit einer Produktionsmenge von gut 70.000 Tonnen habe der Chemiekonzern mit Hauptsitz in München die GCL-Poly-Tochter, die chinesische Jiangsu Zhongneng Polysilicon, von Platz eins verdrängt. Der Marktführer der Jahre 2013 bis 2015 erreichte mit einer Produktionsmenge von 69.345 Tonnen nur Platz zwei des internationalen Rankings.

Wacker kehrt an die Spitze zurück

Die Weltmarktführerschaft am Markt für Polysilizium ist seit Jahren hart umkämpft. Wie Bernreuter Research berichtet, war zunächst der US-Herstellers Hemlock Semiconductor Marktführer (1994 bis 2011) für lange Zeit an der Weltspitze. Insbesondere die „untragbaren Zölle, die China 2013 auf Polysilizium-Importe aus den USA einführte“, hätten den potenziellen Markt für Hemlock jedoch beträchtlich reduziert, erläutert Bernreuter-Chef Johannes Bernreuter. So habe 2012 erstmals die Wacker Chemie AG den Platz an der Sonne eingenommen. Nach drei Jahren chinesischer Weltmarktführerschaft sind die Münchener nun zurück an der Spitze. Den dritten Platz nimmt die südkoreanische OCI Company ein, gefolgt von Hemlock und der chinesischen Xinte Energy. Der zweite große US-Hersteller, Rec Silicon, fiel Bernreuter Research zufolge aus den Top Ten.

Wacker mit neuer US-Fabrik - GCL mit technischen Problemen

Der Wechsel an der Spitze der Hersteller sei dabei vor allem auf zwei Projekte bei Wacker und GCL-Poly zurückzuführen. "Wacker hat vom reibungslosen Hochfahren seiner neuen Polysilizium-Fabrik in Tennessee (USA) profitiert, während sich GCL-Polys Wette auf kostengünstige Fließbettreaktor-Technologie zur Produktion von Polysilizium-Granulat nicht ausgezahlt hat", erklärt Johannes Bernreuter. Wackers neue US-Fabrik erhöhe die Jahres-Produktionskapazität für den Solarzellenrohstoff um 20.000 Tonnen auf 80.000 Tonnen.

Wacker setzt dabei laut Bernreuter fast ausschließlich auf den etablierten Siemens-Prozess, während die GCL-Poly-Tochter bei einer neuen 25.000-Tonnen-Fabrik auf kostengünstige Fließbettreaktor-Technologie setze. Laut Bernreuter sei das GCL-Projekt dabei jedoch auf technische Schwierigkeiten gestoßen. Bernreuter erwartet daher, dass Wacker die Weltmarktführerschaft nach dem einjährigen Intermezzo 2012 dieses Mal länger behalten kann: "Wacker wird zumindest ein paar Jahre die Nummer eins bleiben, bis GCL-Poly neue Siemens-Reaktorkapazität in Xinjiang etabliert hat", so Marktexperte Bernreuter.

© IWR, 2017

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