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Windenergie räumt in Spanien ab

Madrid – Nach einer jahrelangen Ausbau-Delle kehrt Spanien mit einer großen Ausschreibung an den Markt zurück. Insgesamt wurden 3.000 MW regenerative Leistung technologieübergreifend vergeben. Diese ging komplett an die Windenergie – zu einem Rekordpreis.

Spanien hat eine technologieoffene Ausschreibung über 3.000 Megawatt (MW) Stromerzeugungsleistung aus erneuerbaren Energien durchgeführt. Ursprünglich waren 2.000 MW vorgesehen, wobei die Möglichkeit einer Erhöhung bestand. Der Tender ging komplett an Windenergieprojekte. Der spanische Solarverband spricht von Diskriminierung und will klagen.

Windenergie gewinnt Ausschreibung zum Minimalpreis
In der Ausschreibung wurden 3.000 MW Windenergie-Verträge zu einer Vergütung von 4,3 Cent die Kilowattstunde (kWh) vergeben, dem Minimalpreis der Ausschreibung. Wie der europäische Windenergieverband Windeurope mitteilt, ist das zudem der niedrigste Preis, der jemals in einer europäischen Ausschreibung für die Windenergie an Land erzielt wurde. Bei der technologieoffenen Ausschreibung wurden diejenigen Angebote bezuschlagt, die eine maximale Anfangsinvestition als Referenzwert prozentual am stärksten unterboten haben.

Windeurope: Onshore Windenergie ist günstigste Stromquelle
„Die Ausschreibungsergebnisse zeigen, dass die Onshore-Windenergie heute die günstigste Option zur neue Stromerzeugungskapazitäten ist“, so Giles Dickson, CEO von Windeurope. Entscheidend für den günstigen Preis sei dabei die Planungssicherheit, die bei dieser Ausschreibungen über ein garantiertes Mindesteinkommen sichergestellt wurde, so Dickson weiter. Der Verbandschef sieht dennoch weitere Verbesserungsmöglichkeiten mit Blick auf die Planungssicherheit des neuen Vergabesystems. In Spanien war der Einspeisetarif für die Erneuerbaren 2013 im Zuge der Wirtschaftskrise teils Rückwirkend gekürzt worden.

Spanischer Solarverband will gegen Ausschreibung klagen
Kein einziger Zuschlag ging derweil an Gebote aus der Solarenergie. Der spanische Solarverband Unef sieht die Photovoltaik im neuen Ausschreibungssystem systematisch benachteiligt und hatte bereits im Vorfeld Beschwerde eingelegt. Das Ausschreibungsdesign habe zu einem Patt zwischen den Geboten der Wind- und Solarenergie geführt, bei der die Windenergie trotz des gleichen Preises bevorzugt wurde. Mit dem Ergebnis ist dem spanischen Stromverbraucher aus Sicht des Verbandes nun die Chance auf niedrigere Strompreise entgangen. Neben der bestehenden Beschwerde am Obersten Gerichtshof Spaniens will Unef nun auch bei der Direktion Wettbewerb der Europäischen Kommission klagen.

© IWR, 2017

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22.05.2017