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Ja Solar spürt den Photovoltaik-Boom

Peking – Der Photovoltaik-Boom in China ist bislang ungebrochen. Das ist auch an den Quartalszahlen des chinesischen Solarmodul-Herstellers Ja Solar abzulesen. Doch das Wachstum wird sich wohl nicht ungebremst fortsetzen.

Ja Solar hat im zweiten Quartal den Umsatz im Vergleich zum Vorquartal kräftig verbessert. Auch die Profitabilität hat deutlich zugenommen. Für das Gesamtjahr hebt das Unternehmen zudem die Absatzprognose. An der Börse sorgten die Zahlen zunächst für Kursgewinne.

Zweites Quartal mit starkem Umsatz und Ergebnis

Ja Solar war 2005 als reiner Solarzellenproduzent gestartet und ist vor allem ab 2010 immer mehr auch zum Modulproduzenten geworden. Im abgelaufenen zweiten Quartal 2017 hat der Solarkonzern aus Peking die Ergebnisse des Vorquartals und auch des Vorjahreszeitraums deutlich übertroffen. Der Umsatz ist gegenüber dem ersten Quartal 2017 um 61 Prozent auf 878 Mio. US-Dollar gestiegen (etwa 745 Mio. Euro; Q1 2017: umgerechnet etwa 470 Mio. Euro). Der Gesamtabsatz von Modulen und Zellen belief sich im Zeitraum April bis Juni 2017 auf 2.389 Megawatt (MW). Im Startquartal 2017 waren es lediglich 1.393 MW. Der operative Gewinn hat sich auf 37,6 Mio. US-Dollar mehr als verdreifacht (Q1 2017: 11,8 Mio. US-Dollar) und der Nettogewinn auf 19,9 Mio. US-Dollar sogar versechzehnfacht (Q1 2017: 1,2 Mio. US-Dollar).

Jahresansatzprognose wird erhöht

CEO Baofang Jin erklärte, dass die Ergebnisse für das zweite Quartal die Erwartungen übertroffen hätten. Unter anderem verwies er auf das robuste Geschäft im Heimatmarkt China. Doch auch der Ja-Solar-Topmanager erwartet einen Nachfragerückgang im chinesischen Markt in der zweiten Jahreshälfte. Das sehen Solarmarktfachleute ähnlich. Für das dritte Quartal rechnet Ja Solar mit einem Rückgang des Gesamtabsatzes auf 1.600 bis 1.700 MW. Immerhin wird die Gesamtjahresprognose für den Absatz von zuvor 6.000 bis 6.500 MW auf nun 6.500 bis 7.000 MW angehoben.

Brand in Solarzellenfabrik beeinträchtigt Produktionskapazität

Ja Solar geht auch auf ein Feuer in der Produktionsstätte in Yangzhou in der Provinz Jiangsu ein. Dort hat es am 13. Juli 2017 gebrannt, verletzt wurde niemand. Man untersuche derzeit noch die Brandursache. Die Jahresproduktionskapazität sei dadurch um 500 MW vermindert worden. Man wolle diese Lücke durch neue Kapazitäten bis zum ersten Quartal 2018 wieder aufholen.

Die Aktie des im RENIXX World gelisteten Solarkonzerns Ja Solar hat nach der Veröffentlichung der Zahlen im Handel am Dienstag um 5,5 Prozent auf 5,42 Euro kräftig zugelegt. Am Mittwoch gibt das Wertpapier allerdings bislang einen Teil dieser Gewinne wieder ab (-3,7 Prozent, 5,22 Euro, Stand 11:33 Uhr, Börse Stuttgart).

© IWR, 2017

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23.08.2017