Solarbranche.de

Branchenportal für die Solarenergie

Fotolia 36745099 1280 256

Wie es um die Energiewende in den Bundesländern bestellt ist

© Agentur für Erneuerbare Energien© Agentur für Erneuerbare EnergienBerlin/Stuttgart – Bei der Energiewende sind die Anstrengungen und Erfolge der Bundesländer höchst unterschiedlich. Das ist ein Ergebnis einer aktuellen Untersuchung mehrerer Forschungsinstitute. Das selbsternannte „Energieland Nr. 1“ ist dabei nur Mittelmaß.

Der neue Bundesländervergleich zum Fortschritt der Energiewende wurde zum fünften Mal vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) im Auftrag von und in Kooperation mit der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) erstellt. Der letzte Bundesländervergleich fand in diesem Format im Jahr 2014 statt.

Studie bewertet Bundesländer nach Anstrengung und Erfolg
Die Analyse bewertet auf Basis von 59 Indikatoren detailliert die politischen Anstrengungen und die Erfolge der Bundesländer bei der Nutzung von erneuerbaren Energien sowie beim technologischen und wirtschaftlichen Strukturwandel. Die Indikatoren erfassen in vier Gruppen unter anderem die energiepolitische Programmatik der jeweiligen Bundesländer, die Anteile der erneuerbaren Energien am Energieverbrauch sowie den Ausbau der Erneuerbaren. Darüber hinaus werden auch Forschungsanstrengungen, die Unterstützung bei der Ansiedelung von Unternehmen aus der Branche und die Patentanmeldungen in diesem Feld analysiert. Daraus ergeben sich die jeweils die beiden Kategorien oder Gruppen "Anstrengung" und "Erfolg" bei der Nutzung der Erneuerbaren sowie beim technologisch-wirtschaftlichem Wandel.

Baden-Württemberg auf Rang 1 – Bayern fällt zurück
An erster Stelle im Gesamtranking steht Baden-Württemberg, das besonders hohe Anstrengungs-Werte erhält. Im Jahr 2014 lag das "Ländle" noch auf Rang 3. Es folgt Mecklenburg-Vorpommern (2014: Rang 3), das sich besonders für den technologisch-wirtschaftlichen Wandel einsetzt und dabei auch Erfolge verzeichnet. Bayern fällt in der aktuellen Untersuchung vom ersten auf den dritten Rang zurück. Im Freistaat bricht vor allem der Nutzungserfolg der Erneuerbaren im Vergleich zu 2014 ein. Auf den Rängen vier bis sechs folgen mit hohen Anstrengungs-Werten Thüringen (2014: 4), Schleswig-Holstein (2014: 6) und Brandenburg (2014: 5).

Saarland Schlusslicht – "Energieland Nr. 1" NRW nur auf Platz 10
Den letzten Rang belegt das Saarland (2014: 15). Die Anstrengung zum technologisch-wirtschaftlichem Wandel fällt hier im Vergleich zum Rest der Republik mit Abstand am geringsten aus. Etwas besser stehen Berlin (2014: 16), Hessen (2014: 12) und Bremen (2014: 11) dar. Auf den unteren Rängen landen auch die Flächenländer Sachsen (2017: 12; 2014: 9) und Nordrhein-Westfalen (2017: 10; 2014: 14). In Sachsen mangelt es vor allem an der Anstrengung zur Nutzung der Erneuerbaren. Umgekehrt ist es in NRW, wo die Forscher zwar große Ausbau-Anstrengungen feststellen, die jedoch nicht in vollem Maße von Erfolg gekrönt sind. Im NRW-Wahlkampf hatten die Parteien oft vom "Energieland Nr. 1" gesprochen.

Bundesländer sind auf dem richtigen Weg
Generell sieht Prof. Dr. Claudia Kemfert, Abteilungsleiterin Energie, Verkehr, Umwelt beim DIW Berlin, die Bundesländer aber auf dem richtigen Weg, auch wenn es Unterschiede im Entwicklungstempo gebe. „Die aktuelle Studie zeigt bei vielen Indikatoren neue Höchststände, etwa hinsichtlich der Anteile an erneuerbaren Energien in den Bundesländern und einen fortschreitenden Ausbau bei den verschiedenen Technologien“, so Kemfert.

„Die Vielfalt an Indikatoren erlaubt eine detaillierte Einordnung der Stärken und Schwächen jedes Bundeslandes“, ergänzt Prof. Dr. Frithjof Staiß, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des ZSW weiter aus. So punkte Baden-Württemberg vor allem beim politischen Input und Bayern habe weiterhin hohe Ausbaustände. Auch im Saarland sei nicht alles schlecht, der Letztplatzierte könne zumindest bei der Entwicklung der Umsätze mit Erneuerbaren-Technologien punkten.

Weitere Anstrengungen erforderlich
Auch wenn die meisten Einzelindikatoren aufwärts zeigen, gibt es an manchen Stellen auch Rückwärtsentwicklungen, etwa beim Erneuerbaren-Anteil an der Fernwärme oder bei der Entwicklung energiebedingter CO2-Emissionen. „Auch dort, wo erfreuliche Werte konstatiert werden können, ist die Systemtransformation noch lange nicht geschafft“, so AEE-Geschäftsführer Philipp Vohrer. „Für die erfolgreiche Realisierung der Energiewende und insbesondere das Erreichen der Klimaziele braucht es weitere Anstrengungen, auch und gerade in den Bundesländern.“

© IWR, 2017


Mehr Nachrichten und Infos aus der Regenerativen Energiewirtschaft
Agora Energiewende bestätigt: Deutschland verfehlt Klimaziele krachend
Niedersachsen legt Bericht zur Energiewende vor
2014: Nur Gewinner im Bundesländer-Vergleich zu erneuerbaren Energien?
Aktuelle E&M-Umfrage: Kaum mehr Bewegung auf dem Ökostrommarkt
EE.SH: Innovation für Arbeitsplätze in der Erneuerbaren-Branche
Energieexpertise bei DNV GL
Windwärts Energie GmbH sucht Freie Mitarbeiter (m/w) Photovoltaik

RSS Feeds

F36745099 224 112


icon rss
RSS News Solarenergie

icon rss RSS Pressemitteilungen

Aktuelle Jobs

Bauingenieurin für Teilprojektleitung Tiefbau (w/m) für die Hochspannungs-Gleichstrom-Trasse SuedOstLink

image

50Hertz (mit gut tausend Mitarbeiter/innen) leistet als Betreiber des Höchstspannungsnetzes im Nordosten Deutschlands einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende. Ein zentrales Vorhaben dabei ist der SuedOstLink, eine Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitung (HGÜ), die den erneuerbar erzeugten Strom aus dem Nord...

weiter...

Pressemitteilung

100-Tage-Bilanz der Bundesregierung: Norddeutsche Energieunternehmer kritisieren Energiepolitik

Hamburg (iwr-pressedienst) - 100 Tage nach Antritt der neuen Bundesregierung in Berlin stellen Energieunternehmen aus der Metropolregion Hamburg der Großen Koalition in Bezug auf ihre Energie- und Klimapolitik schlechte Noten aus. Einem aktuellen Stimmungsbild unter den rund 200 Mitgliedsunternehm...

weiter...

Firmenprofile

image

ABO Wind AG

Mit 500 Mitarbeitern projektiert ABO Wind weltweit Wind- und Solarparks. Aktuell arbeitet das Unternehmen in 16 Ländern auf fünf Kontinenten an m... weiter...
image

CeramTec GmbH

Die CeramTec ist ein international führender Hersteller von technischer Keramik. CeramTec ist auf die Entwicklung, Fertigung und den Vertrieb von inno... weiter...
image

VSB Holding GmbH

Die Zukunft der Energieversorgung ist erneuerbar. Diesem Leitbild folgt die VSB Gruppe seit 1996. Mit Erfolg, denn vom Hauptsitz Dresden aus hat sich das P... weiter...
image

Mazars GmbH & Co. KG

Roever Broenner Susat Mazars gehört zu den führenden unabhängigen mittelständischen Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesell... weiter...
image

UmweltBank AG

Die UmweltBank ist eine unabhängige Privatbank im Eigentum von rund 10.500 Aktionären. Seit 20 Jahren verbindet sie Bankgeschäfte mit ö... weiter...

Veranstaltungen

  • image

    IWR-Twitter-Feed

  • 1
  • 1
  • 2
  • 3