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Treibhausgase stagnieren in Deutschland auf hohem Niveau

© Fotolia© FotoliaBerlin - In Deutschland ist der Ausstoß von Treibhausgasen im Jahr 2017 minimal gesunken. Steigerungen im Verkehrssektor stehen Rückgänge in der Energiewirtschaft gegenüber.

Das Umweltbundesamt (UBA) hat eine erste Prognose-Berechnung zur Klimabilanz des Jahres 2017 vorgelegt. Die Schätzung leitet sich aus einem System von Modellrechnungen und Trendfortschreibungen ab, endgültige Detailsdaten werden später veröffentlicht. Eine signifikante Trendwende beim CO2-Ausstoß in Deutschland ist dennoch nicht in Sicht.

CO2-Ausstoß in Deutschland stagniert auf hohem Niveau
In Deutschland wurden 2017 nach einer ersten Schätzung insgesamt 904,7 Millionen Tonnen Treibhausgase freigesetzt, das sind 4,7 Millionen Tonnen (bzw. 0,5 Prozent) weniger als 2016. Während die Emissionen im Energiebereich zurückgingen, stiegen sie im Verkehrssektor sowie in der Industrie an, teilten das Umweltbundesamt und das Bundesumweltministerium mit. Gegenüber 1990 hat Deutschland seine Emissionen bis zum Jahr 2017 um 27,7 Prozent gesenkt, weit entfernt von den geplanten 40 Prozent.

Windstrom und Kohlekraftwerke in Reserve senken CO2-Emissionen
In der Energiewirtschaft gingen die Emissionen gegenüber 2016 um 13,7 Millionen Tonnen zurück (minus 4,1 Prozent). Zentraler Grund dafür ist die hohe Windkrafteinspeisung und die geringere Steinkohleverstromung, so BMUB und UBA. So wurden im Laufe des Jahres 2017 Steinkohlekraftwerke mit einer Kapazität von insgesamt mehr als 3 Gigawatt stillgelegt beziehungsweise in die bezahlte Netzreserve überführt. Im vierten Quartal 2017 gingen noch zwei weitere Braunkohlekraftwerke in die Sicherheitsbereitschaft.

CO2-Emissionen im Verkehrssektor legen zu
Im Verkehrssektor stiegen die Emissionen 2017 nach der ersten Prognose um 3,8 Millionen Tonnen auf 170,6 Millionen Tonnen (plus 2,3 Prozent) an. Ein Grund dafür ist der höhere PKW-Bestand im Jahr 2017 (+ rd. 1,5 Prozent). Auch bei Lkw und Sattelzugmaschinen sind die Bestände 2017 deutlich gewachsen (+4,1 Prozent beziehungsweise +4,4 Prozent). In Kombination mit der guten Konjunktur führte das zu mehr Gütertransporten auf der Straße. Dagegen trägt der schrumpfende Anteil von Diesel-Pkw und der wachsende Anteil von Benzin-Pkw bei den Neuzulassungen kaum zum Anstieg der Emissionen bei. Zusammen mit dem Trend zu stärker motorisierten Pkw verursacht dies nur ein Plus von maximal 0,2 Millionen Tonnen im Jahr 2017.

Mehr Treibhausgas-Emissionen in der Industrie - Landwirtschaft stagniert
In der Industrie stiegen die Emissionen um 2,5 Prozent auf 192,9 Millionen Tonnen. Davon entfallen 1,6 Prozent auf den Anstieg der Prozessemissionen und 3 Prozent auf energetische Emissionen im verarbeitenden Gewerbe. Für Raffinerien, Stahlindustrie sowie die mineralische Industrie geht die Prognose von einer gestiegenen Produktion aus. Die Produktionsentwicklung in der chemischen Industrie führte insgesamt ebenfalls zu einer leichten Emissionszunahme.

Während in der Landwirtschaft die Treibhausgas-Emissionen nahezu stagnierten, gingen sie im Abfallsektor um 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. Dieser anhaltende Rückgang geht maßgeblich auf die Entwicklung im Bereich der Abfalldeponierung zurück. Seit 2005 dürfen in Deutschland keine biologisch abbaubaren Abfälle mehr deponiert werden – das macht sich neben Abfalltrennung und Recycling bei den Emissionen positiv bemerkbar.

Über die Emissions-Statistiken und Genauigkeit der Schätzung
Die Ergebnisse sind erste Detailschätzungen, also eine Prognose und keine finalen Zahlen. Sie leiten sich aus einem System von Modellrechnungen und Trendfortschreibungen der im Januar 2017 veröffentlichten detaillierten Treibhausgasemissionsberechnungen des Jahres 2016 ab. Zudem wurden erste für das Jahr 2017 veröffentlichte Überblicksangaben der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, amtliche Monatsstatistiken zum Energieverbrauch, Produktionsdaten von Industrieverbänden sowie zusätzliche Informationen (zum Beispiel Gradtagzahlen) verwendet. Durch diesen Berechnungsansatz ist die Genauigkeit der Schätzung generell geringer als die der Detailberechnungen.

© IWR, 2018


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27.03.2018

 




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