Solarbranche.de

Branchenportal für die Solarenergie

Fotolia 36745099 1280 256

Stromausfall droht wegen maroder Atomkraftwerke in Frankreich und Belgien

© Fotolia© FotoliaMünster - Durch den Ausfall von vielen AKW in Belgien und Frankreich könnte die Stromsituation in diesem Winter angespannt sein. Der französische Übertragungsnetzbetreiber RTE warnt schon einmal vor möglichen Stromengpässen.

Bei einem kalten Winter 2018/19 könnten in Frankreich zu Beginn des nächsten Jahres aufgrund von Abschaltungen von Atomkraftwerken Sondermaßnahmen erforderlich werden, um die Stromversorgung zu sichern. Auch in Belgien droht angesichts des teils bedenklichen Zustands der alternden Kernkraftwerke ein Versorgungsengpass.

RTE befürchtet Versorgungslücken in Frankreich
Der französische Übertragungsnetzbetreiber RTE hat jetzt eine Prognose zur Sicherheit der Stromversorgung bis zum Jahr 2023 in Frankreich vorgelegt. Wenn es im nächsten Winter zu einer Kältewelle kommt, die mit der Situation im kalten Winter des Jahres 2012 vergleichbar ist, dann könnte es demnach eng werden mit der Stromversorgung in Frankreich. Grund sind die Besonderheiten des französischen Strommarktes. Die Stromerzeugung in Frankreich wird zum Großteil noch über teils sehr alte und anfällige Kernkraftwerke gedeckt, zudem wird in Frankreich vielfach mit Strom geheizt.

Grundsätzlich sei die Situation bei der Verfügbarkeit der Erzeugungskapazitäten in Frankreich im kommenden Winter zwar besser als im Vorjahr und es stehen im Durchschnitt bis Ende des Jahres rd. 4.000 Megawatt (MW) mehr an nuklearen Kapazitäten zur Verfügung, so RTE. Aufgrund von anstehenden Wartungsarbeiten an insgesamt fünf Atomkraftwerken, durch die es zu einem 10-Jahrestief bei der verfügbaren Leistung von Atomkraftwerken kommt, kann es zwischen Mitte Januar bis Ende Februar 2019 allerdings zu Versorgungslücken kommen. Für diesen Fall hat RTE Sondermaßnahmen angekündigt. Dazu gehören die Aufforderung an Privathaushalte und Industrie, ihren Verbrauch zu reduzieren sowie eine Erhöhung der Importe aus den Nachbarstaaten.

Belgien zwischenzeitlich mit nur einem Atomkraftwerk
Auch in Belgien drohen angesichts der immer wieder auftretenden Pannen und Reparaturarbeiten an den belgischen Atommeilern in den kommenden Wochen und Monaten Engpässe bei der Stromversorgung. Derzeit sind in Belgien fast alle Atomkraftwerke wegen technischer Schwierigkeiten oder Wartungsarbeiten vom Netz. Über mehrere Wochen war in Belgien nur das Atomkraftwerke Doel 3 in Betrieb. Das hat bereits Anfang November zu einer kritischen Versorgungssituation in Belgien geführt. Für etwas Entspannung hat in der letzten Woche die Wiederaufnahme des Betriebs von Tihange 1 gesorgt.

© IWR, 2018


Mehr Nachrichten und Infos aus der Regenerativen Energiewirtschaft
Kältewelle: Frankreich importiert massiv Strom wegen AKW-Ausfall
Pannen-AKW: Zweites Treffen der Deutsch-Belgischen Nuklearkommission
Atomausstieg: Belgien setzt auf Ausbau der Offshore-Windenergie
Original PM: Speicherregelkraftwerk am Windpark Curslack eingeweiht
Windwärts Energie GmbH sucht Mitarbeiter (m/w/d) Techn. Betriebsführung
Entschädigungspraxis im Leitungsbau
Stromtarife vergleichen und wechseln: Strompreisrechner.de

19.11.2018

 




Pressemappen - mit Original-Pressemitteilungen