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Meyer Burger schreibt 2018 rote Zahlen

© Meyer Burger© Meyer BurgerThun, Schweiz - Der PV-Equipment-Hersteller Meyer Burger aus der Schweiz hat die Geschäftszahlen für das Jahr 2018 veröffentlicht. Per saldo resultiert trotz Restrukturierung des Unternehmens 2018 ein Verlust. Der Aktienkurs gibt deutlich nach.

Für Meyer Burger war 2018 aufgrund des international angespannten Marktumfeldes kein leichtes Jahr. Gegen Ende des Jahres 2018 zeigte der Markt zwar wieder erste Anzeichen einer Erholung, die Prognose für 2019 bleibt aber schwierig. Eine strategische Kooperation mit Oxford PV soll die Technologie von Perowskit-Solarzellen voranbringen.

Wertberichtigungen drücken Ergebnis ins Minus
Importzölle in den USA, die Handelskrise zwischen USA und China, Anpassung der chinesischen PV-Politik - für die PV-Industrie war 2018 kein leichtes Jahr. Das schlägt sich auch im Geschäftsergebnis des Schweizer PV-Equipment-Herstellers Meyer Burger nieder. Insgesamt sind die Umsätze von Meyer Burger 2018 um 14 Prozent auf 407 Millionen Schweizer Franken (Mio. CHF) (359 Mio. Euro) zurückgegangen (2017: 473,3 Mio. CHF / 417,5 Mio. Euro). Das operative Ergebnis von Meyer Burger hat sich dagegen verbessert. Das EBITDA lag im Berichtsjahr 2018 bei 26,1 Mio. CHF (23 Mio. Euro), was im Vergleich zum Vorjahr (2017: 12,4 Mio. CHF / 10,9 Mio. Euro) einem Plus von etwa 110 Prozent entspricht. Das EBIT lag bei 1,8 Mio. CHF (1,6 Mio. Euro) (2017: -19.3 Mio. CHF / -17 Mio. Euro).

Unterm Strich ergibt sich für das Konzernergebnis von Meyer Burger ein Nettoverlust 59,4 Mio. CHF. Im Vorjahr 2017 lag das Minus noch bei 79,3 Mio. CHF. Nachdem 2017 vor allem die Kosten für die Restrukturierung auf das Ergebnis gedrückt haben, sind nach Angaben des Unternehmens negative Einflüsse aus den Wertberichtigungen auf latente Ertragssteuerguthaben (49,0 Mio. Euro) für das Minus verantwortlich.

Rahmenbedingungen erschweren Ausblick 2019
Beim Ausblick für 2019 äußert sich Meyer Burger zurückhaltend. Es sei schwierig, aufgrund politischer Unsicherheiten wie Importzöllen und der noch nicht veröffentlichten chinesischen Solarpolitik das Jahr 2019 zu prognostizieren. Meyer Burger sei aber überzeugt von seinen Heterojunction (HJT) und SmartWire Connection Technologien, was ein Auftrag mit der REC Group, die Partnerschaft mit Oxford PV und die in den letzten Monaten substanziell gestiegene Sales Pipeline für HJT weiter bestärken. Zudem sei ein verstärktes Marktinteresse für Topcon als nächste Upgrade-Technologie nach PERC festzustellen. Aufgrund der erwarteten neuen Energiepolitik in China und der Nachfrage ausserhalb von China erwartet die Geschäftsleitung im laufenden Jahr 2019 den Durchbruch für diese neuen Technologien, die zu attraktiven Bruttomargen die PERC Technologie ablösen werden.


Mit der Veröffentlichung der Geschäftszahlen hat Meyer Burger den Abschluss einer strategischen Partnerschaft mit Oxford PV und die Unterzeichnung eines exklusiven Kooperationsvertrags bekannt gegeben. Ziel ist es, gemeinsam die Technologie für die Massenfertigung von Perowskit auf Silizium Heterojunction Tandemzellen voranzutreiben. Meyer Burger verkauft dazu an Oxford PV eine 200 MW HJT-Pilot-Produktionslinie für die Pilot-Produktion von Tandemzellen, deren Wirkungsgrad zu Beginn bei 27 Prozent liegen soll. Meyer Burger wird in diesem Zusammenhang auch Equipment entwickeln und liefern, mit dem es möglich ist, die Perowskit-Beschichtung auf HJT-Basiszellen mit für die Massenproduktion tauglichen Verfahren abzuscheiden.

Produktionschef scheidet aus Geschäftsleitung aus
Meyer Burger hat neben den Geschäftszahlen zudem die Verkleinerung der Geschäftsleitung bekanntgegeben. Im Rahmen der Unternehmensstrategie mit dem Fokus auf Zell-/Modultechnologien wird die Geschäftsleitung von fünf auf vier Mitglieder verkleinert. Der bisherige Produktionschef Daniel Lippuner wird die Geschäftsleitung von Meyer Burger daher Ende Juni 2019 verlassen.

Aktie unter Druck
Die Meyer Burger Aktie geht nach Veröffentlichung der Geschäftszahlen in Deckung. Aktuell notiert das Papier gegenüber dem gestrigen Schlusskurs mit einem Minus von 9,2 Prozent bei 0,52 Euro (Stand: 21.03.19, 10:30 Uhr). Damit erreicht der Aktienkurs wieder sein Ausgangsniveau vom Jahresanfang.



© IWR, 2019


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21.03.2019

 



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