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Markt für solare Fernwärmenetze zieht 2019 deutlich an

© Guido Bröer© Guido BröerStuttgart - Ziel der Erneuerbare-Energien (EE)-Richtlinie der Europäischen Union im Wärmesektor ist es, den EE-Anteil bis zum Jahr 2030 jährlich um 1,3 Prozent zu steigern. Davon profitiert auch der Markt für Solarthermieanlagen, die in Kombination mit Fernwärmenetzen betrieben werden.

Im Jahr 2019 hat der Ausbau der Solarthermieleistung für die Nutzung mit Fernwärmenetzen deutlich angezogen. Vor allem Stadtwerke in Ballungsräumen realisieren derzeit neue Großanlagen. Vor dem Hintergrund der EU-Ziele im Wärmesektor stützen erfolgreiche Referenzanlagen, der beschlossene CO2-Preis und die derzeitigen Rahmenbedingungen die Entwicklung des Marktes.

Solarthermieleistung in Fernwärmenetzen steigt 2019 um 50 Prozent
In Deutschland wurden 2019 thermische Solarkollektorfelder mit einer Gesamtfläche von rund 35.000 Quadratmeter und einer thermischen Leistung von etwa 24,5 Megawatt (MWth) für Fernwärmenetze neu installiert. Die Leistung der Solarwärme in der deutschen Fernwärme wuchs damit um etwa 50 Prozent. Das ist eines der Kernergebnisse einer Analyse des Steinbeis-Forschungsinstitutes Solites aus Stuttgart. Insgesamt stehen nach Angaben von Solites damit rund 70 MW thermischer Solarleistung in Deutschland für die Fernwärme bereit.

Allerdings sind noch nicht alle Anlagen, bei denen 2019 die Kollektorfelder installiert wurden, bereits in Betrieb. So wollen beispielsweise die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim, die zurzeit mit 14.800 Quadratmetern über die größte Solarthermieanlage Deutschlands verfügen, im Laufe des ersten Quartals erstmals solare Fernwärme ins Netz einspeisen. Und am Standort Bernburg (8.600 m2) in der Nähe von Halle in Sachsen-Anhalt fehlt zu den im Dezember 2019 aufgestellten Kollektoren noch der Wärmespeicher, der im Frühjahr fertiggestellt werden soll.

"Im Jahr 2019 waren es vor allem Stadtwerke in Ballungsräumen, die die Solarthermie für sich entdeckt haben", bilanziert Thomas Pauschinger, Mitglied der Solites Geschäftsleitung. Dass in diesem Segment der bestehenden Wärmenetze die Solarthermie für etablierte Versorger zur wirtschaftlich interessanten Alternative geworden sei, sei eine bemerkenswerte Entwicklung, so Pauschinger weiter.

Referenzanlagen und CO2-Bepreisung stützen Marktentwicklung
Pauschinger führt den aktuellen Nachfrageanstieg nach Solarthermieanlagen für das Fernwärmenetz auf erfolgreiche Referenzanlagen und eine Reihe von Argumenten zurück, die aus Sicht der Versorger für die Solarthermie als Mittel zur Dekarbonisierung ihrer Netze sprächen. Zum einen sei die Solarthermie im großen Maßstab technisch ausgereift. Die guten Betriebsergebnisse der ersten kommerziellen Anlagen hätten sich inzwischen bei den Versorgern herumgesprochen. Hinzu kommt die flankierende Unterstützung über staatliche Programme. Auch der beschlossene CO2-Preis trage für große Solarthermieanlagen zu weiterhin wachsenden Marktaussichten bei. Allerdings dürfe dabei der Status Quo der großen Solarthermie nicht überbewertet werden, der Anteil der Solarwärme am Fernwärmeumsatz sei heute noch vernachlässigbar gering, so Pauschinger. Solites gehe aber von einem Marktpotenzial von rd. 20.000 Megawatt (20 Gigawatt) aus und erwarte in den kommenden Jahren ein anhaltendes Marktwachstum.


© IWR, 2020


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13.02.2020

 



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