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Wie sich RWE zum Produzenten von Ökoenergien wandelt

© RWE AG© RWE AGEssen – Der Energieversorger RWE hat positive Zahlen für das erste Halbjahr 2020 vorgelegt. Wesentliche Treiber sind die erneuerbaren Energien. Der Vorstand bestätigt sowohl die Jahresprognose als auch das Dividendenziel.

Die RWE befindet sich in einem langwierigen Transformationsprozess vom konventionellen Energieerzeuger zum Produzenten von Ökoenergie. Im ersten Halbjahr 2020 tragen die erneuerbaren Energien bereits mit über 50 Prozent zum Gewinn (EBITDA) bei.

RWE bestätigt Prognose 2020 – Dividende steigt auf 0,85 Euro
RWE ist mit dem Verlauf des ersten Halbjahrs 2020 sehr zufrieden. In den ersten sechs Monaten erzielte RWE ein bereinigtes EBITDA (bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von 1,8 Mrd. Euro (+ 18 Prozent). Pro forma waren es im Vergleichszeitraum des Vorjahrs 1,5 Mrd. Euro. Beim bereinigten EBIT erzielte RWE einen Anstieg um 33 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro (1. HJ 2019 pro forma: 817 Mio. Euro). Das bereinigte Nettoergebnis erreichte 795 Mio. €. Auf dieser Basis rechnet RWE damit, beim bereinigten EBITDA und bereinigten EBIT im oberen Bereich der prognostizierten Bandbreite für das Geschäftsjahr 2020 abzuschließen: Das bereinigte EBITDA soll zwischen 2,7 und 3,0 Mrd. €, das bereinigte EBIT zwischen 1,2 und 1,5 Mrd. € liegen. Für das bereinigte Nettoergebnis lautet das Ziel 850 Mio. € bis 1,15 Mrd. €. An der geplanten Anhebung der Dividende auf 0,85 € je Aktie für das laufende Geschäftsjahr hält das Unternehmen fest.

Offshore Windenergie liefert höchsten Gewinnbeitrag – höhere Strompreise lassen Gewinne klettern
Der bereinigte Gewinn in Höhe von 1,8 Mrd. Euro auf EBITDA-Basis verteilt sich im ersten Halbjahr 2020 auf die einzelnen Bereiche wie folgt. Den höchsten Gewinnbeitrag für RWE liefert die Offshore Windenergie mit 585 Mio. Euro vor dem Bereich „Wasserkraft, Bioenergie und Gas“ mit 324 Mio. Euro. Auf dem dritten Platz rangiert der Energiehandel (322 Mio. Euro) vor dem Segment „Kohle und Kernenergie“ mit 310 Mio. Euro. Auf dem letzten Platz notiert der EBITDA-Beitrag der„Onshore Windenergie und Photovoltaik“ mit 273 Mio. Euro.

Während das Segment Offshore Windenergie auf Grund des höheren Winddargebots zulegen konnte, musste der Energiehandel nicht zuletzt wegen des abrupten Preisverfalls an den Commodity-Märkten infolge der Corona-Krise einen kräftigen Gewinnrückgang hinnehmen. Ein wichtiger Faktor für das Segment „Wasser, Biomasse, Gas“ war die Wiedereinsetzung des britischen Kapazitätsmarkts. Das bereinigte EBITDA im Segment Kohle/Kernenergie hat sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum in etwa verdoppelt. Es erreichte 310 Mio. € nach pro forma 148 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Das lag vorrangig an der Realisierung höherer Großhandelspreise.

Abschaltung von Kohlekraftwerken und hohe Investitionen in erneuerbare Energien
Für RWE ist das im Juli 2020 von Bundestag und Bundesrat verabschiedete „Gesetz zur Reduzierung und zur Beendigung der Kohleverstromung“ von besonderer Bedeutung. Bereits in 4 Monaten wird RWE den ersten Braunkohlenkraftwerksblock mit 300 MW Leistung abschalten, in den nächsten beiden Jahren folgen weitere Blöcke mit insgesamt 2.500 MW. Bis 2030 legt RWE zwei Drittel der Braunkohlenkapazität still, wodurch sich laut RWE die Zahl der Arbeitsplätze im Bereich des Braunkohle zehn Jahren um über 60 % reduziert. Gleichzeitig dürfte die Zahl der Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien auch deutlich ansteigen. Mit Investitionen in neue Anlagen, Akquise und Entwicklung von Projektpipelines sowie dem Vorantreiben innovativer Technologien will RWE das Kerngeschäft weiter stärken.

Ein Beispiel hierfür ist die geplante Übernahme des europäischen Onshore-Wind- und Solar-Entwicklungsgeschäfts von Nordex SE. RWE erhält dabei eine Projektpipeline von 2,7 GW. Davon liegen 1,9 GW in Frankreich, die übrigen 0,8 GW in Spanien, Schweden und Polen. Ein anderes Beispiel ist der Offshore-Windpark Sofia, für den RWE inzwischen die Lieferanten für die Übertragungstechnik und für die Turbinen vorausgewählt hat. Der Windpark vor der Küste in Ostengland – mit 1,4 GW Kapazität einer der weltweit größten – wird mit 100 Windturbinen der neuesten Generation ausgestattet. Und beim Zukunftsthema Wasserstoff – dem Hoffnungsträger für die Dekarbonisierung der Industrie – engagiert sich RWE in Projekten in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden in verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette.

© IWR, 2020


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13.08.2020

 



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