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Baustart für eines der größten grünen Wasserstoffprojekte in Deutschland

© Siemens© SiemensWunsiedel - In Bayern arbeiten die Kreisstadt Wunsiedel und der Industriekonzern Siemens gemeinsam an einer wegweisenden Anlage zur Erzeugung von grünem Wasserstoff. Das Projekt hat Modellcharakter für ganz Deutschland.

Die Kreisstadt Wunsiedel in Oberfranken produziert bereits fast 100 Prozent ihrer Energie aus Sonne, Biomasse und Wind. Die Strategie dahinter, der sog. Wunsiedler Weg, sieht vor, dass alle Energiequellen, Erzeuger und Verbraucher miteinander vernetzt werden. Das neueste Projekt ist die Wasserstofferzeugungsanlage der WUN H2 GmbH, die in den nächsten Monaten im Energiepark der Stadt errichtet wird.

Söder gibt Startsignal für H2-Leuchtturmprojekt in Deutschland
Gemeinsam mit Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder, den beiden Staatsministern Hubert Aiwanger, Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, sowie Thorsten Glauber, Umwelt und Verbraucherschutz, nahmen Siemens Finanzvorstand Prof. Dr. Ralf P. Thomas, WUN H2-Geschäftsführer Dr. Philipp Matthes und Dr. Thilo Rießner sowie Bürgermeister Nicolas Lahovnik, Stadtwerkechef Marco Krasser und Siemens-Projektleiter Andreas Schmuderer mit dem ersten Spatenstich die Bauarbeiten für das deutschlandweite Wasserstoff Vorzeigeprojekt in Wunsiedel in Oberfranken in Bayern auf. Im Rahmen des Leuchtturmprojektes wird eine grüne Wasserstofferzeugungsanlage mit einer Anschlussleistung von 8,75 Megawatt errichtet.

Mittels PEM-Elektrolyseverfahrens wird nach Inbetriebnahme der Anlage künftig Wasser durch elektrischen Strom in Wasserstoff und Sauerstoff (Elektrolyse) gespalten. Pro Jahr können dort bis zu 1.350 Tonnen Wasserstoff ausschließlich mit regenerativer Energie zum Beispiel aus Photovoltaik oder Windkraft hergestellt werden. Durch den Einsatz dieses Wasserstoffs in Verkehr und Industrie können jährlich bis zu 13.500 Tonnen CO2 vermieden werden.

Die Anlage wird am Energiepark Wunsiedel errichtet und dort mit dem bereits vorhandenen Batteriespeicher von Siemens und benachbarten Industriebetrieben vernetzt. Diese können zum Beispiel auch Abwärme oder den bei der Elektrolyse abgespaltenen Sauerstoff nutzen. Diese vernetzte Infrastruktur hat Modellcharakter für ganz Deutschland. Die neue Wasserstofferzeugungsanlage soll Sommer 2022 in Betrieb gehen.

Siemens Financial Services, Rießner Gase und SWW Wunsiedel investieren als Betreibergesellschaft WUN H2
Siemens Smart Infrastructure errichtet als Generalunternehmer die Gesamtanlage. Bei dem von Siemens Energy gelieferten Elektrolyseur handelt es sich um die modernste Ausführung, die der Konzern im Portfolio hat. „Mit unserer neuesten Generation von Elektrolyseuren setzen wir die Kommerzialisierung dieser Technologie fort. Die Anlage liefert grünen Wasserstoff aus Erneuerbaren Energien und verwertet außerdem vollständig die entstehenden Nebenprodukte Sauerstoff und Abwärme“, so Dr. Christian Bruch, Vorstandsvorsitzender der Siemens Energy AG.

Für das Projekt übernimmt die Siemens Financial Services (SFS) die kommerzielle Projektentwicklung und die Strukturierung der Finanzierung. Neben SFS mit 45 Prozent, sind Rießner Gase GmbH mit ebenfalls 45 Prozent und die Stadtwerke Wunsiedel (SWW) mit 10 Prozent weitere Anteilseigner an der Betreibergesellschaft WUN H2 GmbH. Gleichzeitig konnte SFS eine regresslose Projektfinanzierung, das heißt ohne Rückhaftung der Gesellschafter, mit der Nürnberger Umweltbank als externen Kreditgeber umsetzen, um so die Finanzierung des Projekts zu sichern.

„WUN H2 ist ein Pilotprojekt in Deutschland, das innovative Technologie in der Praxis demonstriert und letztlich die Machbarkeit einer industriellen Produktion von grünem Wasserstoff belegt. Unser Konzept ist skalierbar und kann leicht auf andere Standorte übertragen werden“, so Dr. Philipp Matthes, Geschäftsführer der WUN H2 GmbH, optimistisch mit Blick auf den Leuchtturmcharakter des Projektes.

WUN H2 versorgt Nordbayern, Thüringen und Tschechien mit Wasserstoff
Der Wasserstoff wird für die lokale Distribution über LKW-Trailer an lokale und regionale Endkunden, im Wesentlichen in den Regionen Oberfranken, Oberpfalz, Thüringen und Sachsen sowie Westböhmen (Tschechische Republik), geliefert. Die Anlage trägt zudem dazu bei, Netzengpässe zu entschärfen sowie Flexibilität für das Stromnetz bereit zu stellen. Durch eine am selben Standort später optionale Erweiterung mit einer öffentlichen Wasserstofftankstelle für LKW und Busse, soll ein Angebot für CO2-freien Schwerlastverkehr und den ÖPNV geschaffen werden.


© IWR, 2021


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