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Wärmewende: Kommunale EVU schlagen Quote zur Markteinführung klimaneutraler Gase vor

© Thüga© ThügaMünchen - Mehr als die Hälfte des deutschen Endenergiebedarfs entfällt aktuell auf den Wärmesektor. Laut einer BDEW-Studie aus 2019 wird fast jede zweite Wohnung in Deutschland mit Gas beheizt. An dieser Stelle setzt ein von der Thüga-Gruppe vorgeschlagenes Quotenmodell zur Dekarbonisierung des Wärmesektors an.

Die bestehenden Gesetze und Förderprogramme reichen nicht aus, um die Ziele zur Minderung von Treibhausgasemissionen im deutschen Effort Sharing Sektor, d.h. in den vom EU-Emissionshandel nicht erfassten Sektoren, zu erreichen. Marktwirtschaftliche Anreize können nach Ansicht von Unternehmen der Thüga-Gruppe einen wesentlichen Beitrag zur Dekarbonisierung des Wärmesektors leisten. Sie plädieren für eine Quote zur Minderung von Treibhausgasen, um den Anteil klimaneutraler Gase zu steigern und CO2-Emissionen im Wärmemarkt bis 2030 effektiv und sozialverträglich zu reduzieren.

Marktwirtschaftliche Komponente zur Dekarbonisierung des Wärmesektors
Die Thüga-Gruppe, Deutschlands größter Verbund lokaler und regionaler Energie- und Wasserversorger, fordert eine schnellere Dekarbonisierung des Wärmesektors. Um dieses Ziel zu erreichen, soll klimaneutrales Gas stärker als bisher für die Energiewende im Gebäudebereich genutzt werden. Konkret lautet der Vorschlag, eine Treibhausgas-Minderungsquote für Gaskunden im deutschen Effort Sharing Sektor einzuführen. In einem Positionspapier, das von rund 70 Partnerunternehmen aus der Thüga-Gruppe unterstützt wird, unterbreiten sie ihren gemeinsamen Vorschlag und appellieren an die neue Bundesregierung. Im Wärmesektor ist dabei aus Sicht der kommunalen Energieversorger neben bestehenden Gesetzen und Förderprogrammen ein marktwirtschaftliches Instrument erforderlich. Das kommunale Netzwerk macht sich gegenüber der Politik für die Einführung eines Quotenmodells stark, das effizient und sozialverträglich in einem Sofortprogramm umgesetzt werden kann und den Markthochlauf klimaneutraler Gase fördert.

In ihrem Positionspapier stellen die Unternehmen dar, wie die CO2-Emissionen von Gas im Wärmesektor Schritt für Schritt reduziert werden können. Die Umsetzung der Quote soll dabei durch die Energieversorger erfolgen, die über den Einkauf von Wasserstoff und nachhaltigem Biogas für die Wärmeversorgung die CO2-Emissionen senken und gleichzeitig für eine stabile Nachfrage im Markt sorgen sollen.

Treibhausgasminderung im Gebäudesektor auch abseits der Sanierung
Die Treibhausgas-Minderungsquote ist aus Sicht der Energieversorger schnell und einfach realisierbar. Gaslieferanten werden verpflichtet, die Treibhausgasminderung durch klimaneutrale Gase sicherzustellen. Im Vergleich mit anderen Instrumenten zur CO2-Minderung würde die Quote im Gebäudebestand auch Wärmekunden erreichen, die im Moment keine umfassenden Maßnahmen zur Sanierung umsetzen und finanzieren können. Wärme bleibe im vorgeschlagenen Quotenmodell für die Verbraucher weiterhin bezahlbar. "Unsere Kundschaft will wirksamen und bezahlbaren Klimaschutz, unsere kommunalen Partner erwarten von uns volkswirtschaftlich effiziente Lösungen. Deshalb bringen wir uns mit unserem Vorschlag in die laufende Debatte ein", so der Vorsitzende des Vorstandes der Thüga AG Michael Riechel.

Wie im Verkehrsbereich, in dem sich die Treibhausgas-Minderungsquote aus Sicht der Thüga-Experten bereits etabliert hat, kann auch im Wärmemarkt eine Quote effizient und effektiv regulieren. Zudem würden Investitionen in die Erzeugung von Wasserstoff und nachhaltigem Biogas sowie die Technologieentwicklung dadurch wirtschaftlicher.

Hohe Planungssicherheit und schneller Markthochlauf
Mit der vorgeschlagenen Treibhausgas-Minderungsquote wollen die kommunalen Unternehmen auch die Planungssicherheit für die Kunden, die Branche und die kommunalen Anteilseigner erhöhen. Gleichzeitig kann über die vorhandene Gasinfrastruktur schnell und verlässlich ein weiterer wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. "Schon 2014 haben wir gemeinsam mit Thüga-Unternehmen in einem Demonstrationsprojekt Wasserstoff in unser Frankfurter Gasverteilernetz eingespeist. Die Gasinfrastruktur bietet ein enormes Potential, jetzt benötigen wir den Rahmen für einen Markthochlauf klimaneutraler Gase", so der Vorsitzende des Vorstands der Mainova Aktiengesellschaft Dr. Constantin H. Alsheimer.


© IWR, 2021


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