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CO2-Bepreisung: Energiebörse EEX startet nationalen Emissionshandel erfolgreich

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Leipzig - Im Rahmen des nationalen Emissionshandelsystems (nEHS) hat die European Energy Exchange AG (EEX) erfolgreich den Verkauf von nationalen Emissionszertifikaten (nEHS-Zertifikate) gestartet.

Zum Verkaufsstart wurden über die Leipziger Energiebörsen 500.012 nEHS-Zertifikate an insgesamt vier Teilnehmer zum festgelegten Preis von jeweils 25 Euro veräußert. Deutlich mehr Nutzer von verschiedenen Teilnehmern haben sich während des ersten Verkaufstermins angemeldet, um die neue Plattform zu testen. Die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt (UBA) ist für den Vollzug des nEHS zuständig und hat die EEX mit der Veräußerung der nEHS-Zertifikate beauftragt.

Der Kauf der nEHS-Zertifikate kann direkt über die EEX oder indirekt über einen Intermediär erfolgen. Die Liste der aktuell 25 Intermediäre enthält umfangreiche Informationen zu deren Dienstleistungen im Rahmen des nationalen Emissionshandelssystems. Aufgrund der Abwicklungsmodalitäten für die sogenannten DCP-nEHS-Kunden wird das Veräußerungsvolumen und die Anzahl der DCP-Kunden eine Woche später veröffentlicht. Damit stehen die abschließenden Verkaufs- und Teilnehmerzahlen für einen Verkaufstermin jeweils nach einer Woche final fest und werden auf der Website der EEX kommuniziert.

Die nationalen Emissionszertifikate für 2021 werden zwischen Oktober und Dezember 2021 zweimal wöchentlich, dienstags und donnerstags, im Zeitraum von 9:30 – 15:30 Uhr MEZ zum Kauf angeboten. Bis Jahresende sind 18 weitere Verkaufstermine angesetzt. Der 7. Dezember 2021 ist vorläufig als letzter Verkaufstermin des Jahres festgelegt.

“Der nationale Emissionshandel ist zusätzlich zum bereits etablierten europäischen Emissionshandel ein wichtiges Instrument zur Erreichung der Klimaziele, denn damit werden erstmals die Sektoren Wärme und Verkehr in die CO2-Bepreisung einbezogen“, so Peter Reitz, Chief Executive Officer der EEX, der sich zufrieden mit dem erfolgreichen Verkaufsstart zeigte.

In das nationale Emissionshandelssystem werden alle CO2-verursachenden Brennstoffe, insbesondere Benzin, Diesel, Heizöl, Flüssiggas, Erdgas und ab 2023 Kohle, einbezogen. Diejenigen Unternehmen, die die Brennstoffe in Verkehr bringen, zum Beispiel Erdgasversorger oder Unternehmen der Mineralölindustrie, sind zum Erwerb von nationalen Emissionszertifikaten verpflichtet.

Bis 2025 ist im Rahmen des nEHS eine Festpreisphase vorgesehen, in welcher eine unbegrenzte Menge an nationalen Emissionszertifikaten zu einem gesetzlich festgelegten und jährlich steigenden Preis ausgegeben wird. Ab 2026 soll der Verkauf in ein Auktionsverfahren übergehen. Detaillierte Informationen zum nationalen Emissionshandelssystem veröffentlicht die EEX auf ihrer Website.

© IWR, 2021

07.10.2021