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Erdwärmenutzung: RWE beantragt Genehmigung für geothermische Bohrung am Braunkohle-Kraftkwerk Weisweiler

© A. Jstel / Fraunhofer IEG© A. Jstel / Fraunhofer IEG

Weisweiler - Vor dem Braunkohle-Kraftwerk Weisweiler wird voraussichtlich im September die erste Geothermie-Bohrung mit einer voraussichtlichen Tiefe von 100 m niedergebracht, um den Untergrund auf der Suche nach Tiefenwärme zu erkunden.

Die Bohrung ist Teil des internationalen EU-Projektes „Roll-out of Deep Geothermal Energy in North-West Europe - DGE-ROLLOUT“ und wird von RWE Power, einem der Projektpartner, ausgeführt. Das Energieunternehmen hat jetzt bei der Bezirksregierung Arnsberg, der Aufsichtsbehörde des Bergbaus, den Hauptbetriebsplan für die Bohrungen eingereicht und damit die Genehmigung beantragt. Geleitet wird das DGE-ROLLOUT Projekt vom Geologischen Dienst NRW.

Das 100 Meter tiefe Bohrloch wird geologisch ausgewertet und dann für den Ausbau zu einem seismologischen Observatorium dem Forschungspartner Fraunhofer IEG übergeben. Anfang 2024 soll dann in unmittelbarer Nähe eine zweite, bis etwa 500 Meter tiefe Erkundungsbohrung niedergebracht werden. Dort soll nach der geologischen Auswertung anschließend eine Erdwärmesonde eingebaut werden.

Ziel der Bohrungen in Weisweiler und der nachfolgenden Einbauten in den Bohrlöchern sind neue Daten und Erkenntnisse über die Abfolge der Erdschichten in der Region. Der Bohrbetrieb von RWE Power teuft jedes Jahr Dutzende, bis zu 700 Meter tiefe Brunnen für die Trockenhaltung der Tagebaue und Pegel ab. Der Geologische Dienst NRW erstellt im Rahmen der Landesaufnahme geologische Untergrundmodelle und bewertet deren Potenzial für die Tiefengeothermie.

Auf der Grundlage der beiden Bohrungen in Weisweiler kann später unter Regie von Fraunhofer IEG eine tiefe Erkundungsbohrung zur Aufsuchung von Thermalwasser niedergebracht werden.

© IWR, 2024

19.07.2023