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Praxis-Beispiele aus Schleswig-Holstein: Wie finanziert man die Energiewende?

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Husum - Die Netzwerkagentur Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein hat das Online-Seminar „Green Invest - Rahmenbedingungen zur Finanzierung von EE-Projekten“ durchgeführt. Themen aus der Praxis waren unter anderem die EU-Umweltkriterien für Investitionen, Möglichkeiten der Bürger-Finanzierung von Energieprojekten sowie nachhaltige Geldanlagen und Förderaktivitäten des Landes Schleswig-Holstein.

"Die Energiewende gelingt nur, wenn die Finanz- und Kapitalmärkte mitmachen“, erklärte Dr. Matthias Hüppauff, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Nordfriesland (WFG NF), zu Beginn der Veranstaltung.

So hat die schleswig-holsteinische Landesregierung beispielsweise im Jahr 2018 eine Nachhaltigkeitsstrategie für ihren Versorgungsfonds mit 640 Millionen Euro aus der ehemaligen Versorgungsrücklage beschlossen. Zu den Anlagekriterien gehören ein Ausschluss von Investitionen in fossile Rohstoffe und in Staatsanleihen von Ländern, die die Todesstrafe praktizieren oder relevante internationale Abkommen nicht unterzeichnet haben.

Auf EU-Ebene wird ebenfalls an Kriterien für nachhaltige Investitionen gearbeitet. Mit der EU-Taxonomie-Verordnung sollen Finanzprodukte und wirtschaftliche Aktivitäten nach Umwelt- und sozialen Standards klassifiziert werden. Sie soll ab 31. Dezember 2021 für Finanz- und Nichtfinanzunternehmen in der EU verpflichtend werden und kann als Grundlage für staatliche Kreditvergabeentscheidungen und Förderprogramme dienen.

Die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) hat im September 2020 eine Erklärung zur Umsetzung von Sustainable Finance unterzeichnet und damit die aktive Unterstützung der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals SDGs) mit ihrem unternehmerischen Handeln, ihren Förderprodukten und weiteren Förderaktivitäten zu ihrem Ziel erklärt. Davon berichtete die Nachhaltigkeitsmanagerin Alexandra Oboda von der IB.SH. Oboda verwies auch auf ein neues Beratungsangebot der IB.SH, den „Nachhaltigkeits-Check“ des Enterprise Europe Network. Damit werden kleine und mittelständische Unternehmen unterstützt, ihre wirtschaftlichen Aktivitäten an den SDGs auszurichten.

Finanzielle Bürgerbeteiligung war das Thema des Vortrags von Erik Parthier – Spezialist für das Thema Crowdfunding im Kompetenzzentrum für Bürgerbeteiligung der Deutschen Kreditbank AG. Welche Möglichkeiten der ökologischen Kapitalanlagen Privatanleger haben, führte der Anlageberater Hans Feddersen aus. Eine einfache Möglichkeit der ökologischen Geldanlage sei der Wechsel zu einer der verschiedenen Umweltbanken. Auch die Anschaffung eines E-Fahrzeugs könne eine lohnende Investition sein, wenn man Gesundheit und Fahrgefühl als eine Art immaterielle Rendite betrachte.

„An nachhaltigen Investitionen kommt man nicht mehr vorbei. Die Nachfrage in solche Anlagen wird auf absehbare Zeit weiter steigen“, so die abschließende Einschätzung von EE.SH-Projektleiter Axel Wiese.

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22.06.2021