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PV-Rekord: Französische Solaranlagen produzieren erstmals Strom mit über 10.000 MW Leistung

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Münster - Der Ausbau der erneuerbaren Energien sorgt auch in Frankreich zunehmend für mehr Ökostrom in den Netzen. Am 11.05.2022 speisten die französischen Solaranlagen nach den Daten der europäischen Netzbetreiber erstmals Strom mit mehr als 10.000 MW Leistung in die Netze ein. Das ist ein neuer Allzeitrekord.

Die neue Rekordleistung kann in Frankreich im laufenden Jahr und zum Sommer hin noch deutlich übertroffen werden. Ende 2021 waren in Frankreich Solaranlagen mit einer Leistung von knapp 13.000 MW (2020: 10.235 MW) installiert.

Der Einstieg in die Nutzung erneuerbarer Energien ist in Frankreich vergleichsweise spät erfolgt. Eine Ursache ist die von staatlich dominierten Unternehmen geprägte französischen Atomindustrie, die von der Uran-Beschaffung, den Bau von Atomkraftwerken sowie von Betrieb von Kernkraftwerken bis zur Endlagerung die gesamte industrielle Wertschöpfung umfasst.

In diesem Kontext hatten die erneuerbaren Energien bisher einen vergleichsweise schweren Stand. An erster Stelle steht in Frankreich weiterhin noch die Atomindustrie und der Atomstrom, dann erst folgt der Ökostrom. Ob sich daran angesichts der hohen Kosten für den Bau von neuen Atomkraftwerken und den endlos langen Bauzeiten in Zukunft tatsächlich etwas ändert, wird sich zeigen.

Werden neue Ersatz-Atomkraftwerke nicht rechtzeitig fertiggestellt, könnte sich wegen der zu erwartenden Stromlücke die Debatte in Frankreich daher schnell auf die Laufzeitverlängerung alter, maroder Atomkraftwerke konzentrieren und nicht auf den forcierten Ausbau der erneuerbaren Energien.

© IWR, 2022

17.05.2022