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Solar-Zahlen von Manz und SMA - Phoenix Solar mit Gewinnwarnung

Reutlingen/Niestetal/Sulzemoos – Frische Quartalszahlen aus der Solarbranche haben in dieser Woche der Wechselrichter-Hersteller SMA, der Maschinenbauer Manz und der Projektierer Phoenix Solar vorgelegt. Letztgenannter hat kurz zuvor noch die Erwartungen gesenkt.

Der auf Solarkraftwerke spezialisierte Projektierer Phoenix Solar hat in dieser Woche zunächst am Mittwoch eine Gewinnwarnung veröffentlicht und dann am Donnerstag die Halbjahreszahlen. Die Aktie fällt.

Phoenix Solar kämpft mit Projektverschiebungen

Phoenix Solar aus Sulzemoos bei München entwickelt, plant, baut und übernimmt die Betriebsführung von Photovoltaik-Großkraftwerken weltweit. Doch am Mittwoch musste das Unternehmen mit rund 130 Beschäftigten einräumen, die ursprünglich anvisierten Umsatz- und Ergebnis-Ziele nicht halten zu können. Statt eines Umsatzes zwischen 160 Mio. und 190 Mio. Euro im Gesamtjahr lautet das Ziel nun 140 Mio. bis 170 Mio. Euro. Als Grund wird ein verspäteter Auftragseingang genannt. Zudem erwartet Phoenix Solar nun ein konsolidiertes operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) in einer Spanne von -2,0 Mio. bis +1,0 Mio. EUR (bislang: +1,0 bis +3,0 Mio. Euro). Am Donnerstag folgten dann die vollständigen Halbjahreszahlen. In den ersten sechs Monaten 2017 ist der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um über 20 Prozent auf 42,4 Mio. Euro gesunken. Der Verlust auf Ebene des Ebit hat sich auf 7,1 Mio. Euro fast verdreifacht. Tim P. Ryan, Vorstandsvorsitzender der Phoenix Solar AG, stellt fest: „Die Ergebnisse im ersten Halbjahr 2017 liegen unterhalb unserer Erwartungen.“ Die Aktie von Phoenix Solar hat in dieser Woche bislang um rund sechs Prozent auf 2,29 Euro nachgegeben (Stand 15:07 Uhr, Börse Stuttgart).

SMA sieht Verbesserung im zweiten Quartal

Ohne Gewinnwarnung ist der Wechselrichter-Hersteller SMA ausgekommen. Der Umsatz des Unternehmens aus Niestetal in Hessen ist im ersten Halbjahr 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 20 Prozent auf 381 Mio. Euro eingebrochen. Auch das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) hat sich um 59 Prozent drastisch verringert. Immerhin hat der SMA-Vorstand die Jahresprognose mit einem Umsatz von 900 Mio. bis 950 Mio. Euro und einem Ebitda von 85 Mio. Euro bis 100 Mio. Euro bekräftigt. SMA-Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon: "Nach einem verhaltenen Jahresstart konnte SMA im zweiten Quartal 2017 den Umsatz gegenüber den ersten drei Monaten des Jahres um 20 Prozent steigern.“ Die SMA-Aktie, die bis Mitte 2017 auch im internationalen Aktienindex für erneuerbare Energien RENIXX World gelistet war, legt in dieser Woche bislang minimal auf 33,96 Euro zu (Stand 15:07 Uhr, Börse Stuttgart).

Manz schafft Turnaround beim Ebit

Beim Maschinenbauer Manz, der in den drei strategischen Geschäftsbereichen Solar, Electronics und Energy Storage tätig ist, haben sich die Ergebniskennziffern verbessert. Während der Gesamtumsatz im ersten Halbjahr auf 119,6 Mio. Euro leicht gesunken ist, wurde beim Ebit mit 7,0 Mio. Euro nach -11,7 Mio. Euro in der Vorjahresperiode der Turnaround geschafft. Grund war vor allem ein Einmaleffekt von 34,4 Mio. Euro durch den Verkauf der Manz CIGS Technology GmbH. Manz hat nach eigenen Angaben nun die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung der Photovoltaik-Großaufträge im Bereich der Dünnschichttechnologie auf Basis des Halbleiters Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid (CIGS) geschaffen. Manz bestätigt die Jahresguidance, nach der ein Umsatz von mindestens 350 Mio. Euro (2016: 231 Mio. Euro) und ein signifikant verbessertes Ebit (2016: -35,9 Mio. Euro) erzielt werden soll. Die Manz-Aktie ist seit Wochenbeginn um 1,8 Prozent auf 32,80 Euro gesunken (Stand 15:07 Uhr, Börse Stuttgart).

© IWR, 2017

11.08.2017