Bloom Energy: 138 Prozent Umsatzplus in Q3 - Gewinnsprung und höhere Prognose, Aktie unter Druck
© Bloom EnergySan Jose, USA - Der US-Brennstoffzellenhersteller Bloom Energy hat seinen Umsatz im dritten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 138,1 Prozent auf 1,24 Milliarden US-Dollar gesteigert. Der operative Gewinn legte kräftig zu, die Jahresprognose wurde erneut angehoben.
Der weltweit steigende Strombedarf von KI-Rechenzentren verschärft den Wettbewerb um schnell verfügbare Erzeugungskapazitäten. Während lange Lieferzeiten für große Gasturbinen neue Gaskraftwerke verzögern, gewinnen modulare Brennstoffzellen und Blockheizkraftwerke (BHKW) als dezentrale Lösungen an Bedeutung. Bloom Energy positioniert sich mit Festoxid-Brennstoffzellen in diesem Wachstumsmarkt.
Bloom Energy: Umsatz und operativer Gewinn steigen kräftig
Im dritten Quartal 2026 erzielte Bloom Energy einen Umsatz von 1.235,8 Millionen US-Dollar (Q3 2025: 519,0 Mio. US-Dollar). Besonders dynamisch entwickelte sich das Produktgeschäft: Die Erlöse stiegen im Jahresvergleich um 179,4 Prozent auf 1.073,6 Millionen US-Dollar (Q3 2025: 384,3 Mio. US-Dollar). Damit entfielen rund 87 Prozent des Gesamtumsatzes auf Produkte.
Das operative Ergebnis nach US-GAAP erreichte 225,4 Millionen US-Dollar (Q3 2025: 7,8 Mio. US-Dollar). Die operative Marge verbesserte sich von 1,5 auf 18,2 Prozent. Der den Stammaktionären zurechenbare Nettogewinn stieg auf 250,3 Millionen US-Dollar, nachdem ein Jahr zuvor noch ein Verlust von 23,1 Millionen US-Dollar angefallen war. Das bereinigte EBITDA erhöhte sich von 59,0 Millionen auf 299,5 Millionen US-Dollar.
Allerdings blieb die Liquiditätsentwicklung hinter dem Gewinnwachstum zurück. Der operative Cashflow lag im dritten Quartal bei minus 27,1 Millionen US-Dollar, der freie Cashflow bei minus 181 Millionen US-Dollar. Nach Unternehmensangaben belasteten insbesondere der Aufbau von Vorräten, Forderungen und Vertragsvermögenswerten den Mittelzufluss.
Jahresprognose erneut angehoben - Bloom-Energy-Aktie deutlich unter Jahreshoch
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Bloom Energy nun 4,4 bis 4,6 Milliarden US-Dollar Umsatz. Am Mittelpunkt der Spanne entspricht dies laut Unternehmen einem Plus von rund 122 Prozent gegenüber 2025. Die bisherige Prognose hatte bei 3,9 bis 4,2 Milliarden US-Dollar gelegen. Das bereinigte operative Ergebnis soll 960 Millionen bis 1,03 Milliarden US-Dollar erreichen, der bereinigte Gewinn je Aktie 3,10 bis 3,40 US-Dollar.
Trotz der überraschend starken Quartalszahlen blieb die Bloom-Energy-Aktie unter Druck. An der Börse Stuttgart notierte der Titel am Freitag (23.10.2026) gegen 12:18 Uhr bei 190,40 Euro, ein Minus von 1,04 Prozent. Damit lag die Aktie rund 38 Prozent unter ihrem Jahreshoch von 305,50 Euro vom 25. Juni 2026. An der NYSE hatte Bloom Energy am Donnerstag bereits vor Veröffentlichung der Quartalszahlen 8,7 Prozent auf 217,77 US-Dollar verloren und nachbörslich zeitweise weiter nachgegeben.
KI-Rechenzentren treiben Nachfrage nach dezentraler Stromerzeugung
Nach einer IEA-Prognose könnte der weltweite Stromverbrauch von Rechenzentren von rund 485 TWh im Jahr 2025 auf etwa 950 TWh im Jahr 2030 steigen. Für Betreiber zählt deshalb nicht nur der Strompreis, sondern auch, wie schnell sich große Leistungen bereitstellen lassen. Netzanschlusszeiten und Engpässe bei Gasturbinen erhöhen die Attraktivität dezentraler Lösungen.
Bloom Energy hat mit Oracle eine Rahmenvereinbarung über Brennstoffzellenkapazitäten von bis zu 2,8 GW getroffen, von denen bislang 1,2 GW fest vertraglich vereinbart sind. Hinzu kommt ein auf 25 Milliarden US-Dollar erweiterter Finanzierungsrahmen mit Brookfield.
Auch BHKW-Hersteller profitieren von der Nachfrage: 2G Energy meldete im September einen Großauftrag von Energy Vault über 275 MW für die Versorgung von KI-Rechenzentren. Brennstoffzellen und Gasmotoren können modular installiert werden, unterscheiden sich aber bei Betrieb und Emissionen.
Die Quartalszahlen zeigen, wie stark Bloom Energy derzeit wächst. Ob das US-Unternehmen dieses Wachstumstempo halten kann, hängt auch vom weiteren Produktionsausbau und der Wettbewerbsfähigkeit seiner Brennstoffzellentechnologie gegenüber anderen Stromversorgungslösungen ab.
© IWR, 2026
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