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Britische EE-Auktion AR7 sichert 14,7 GW saubere Stromkapazität - Offshore, Onshore und Solar auf Rekordniveau

© Adobe Stock© Adobe StockLondon (GB) - Großbritannien setzt auf den Ausbau erneuerbarer Energien. Nach der Veröffentlichung der Offshore-Wind-Ergebnisse im Januar im Rahmen der britischen Auktion AR7 wurden letzte Woche auch die Zuschläge für Onshore-Wind, Solar und Gezeitenenergie bekannt gegeben. Zusammen haben alle erfolgreichen Projekte der AR7-Runde nun eine Gesamtkapazität von 14,7 GW - was ausreicht, um rechnerisch rund 16 Millionen Haushalte mit sauberem Strom zu versorgen.

Mit 8,4 GW entfällt der Großteil der in der jüngsten Ausschreibungsrunde AR7 bezuschlagten Leistung auf Offshore-Windprojekte. Die Ergebnisse der Ausschreibung in diesem Segment hat die britische Regierung bereits bekannt gegeben. Jetzt wurden auch die weiteren Zuschläge veröffentlicht. Demnach wurden Onshore-Wind-Vorhaben mit einer Leistung von 1,3 GW und Solarenergie Projekte mit einer Rekordgesamtkapazität von 4,9 GW ausgewählt. Zusätzlich haben vier Gezeitenstromprojekte in Wales und Schottland mit einer Leistung von etwa 20 MW erfolgreich an der Ausschreibung teilgenommen.

Rekordrunde für Onshore-Wind: 1,3 GW sichern Energiesicherheit
In der aktuellen Ausschreibung der britischen Regierung haben 28 neue Onshore-Windprojekte mit einer Gesamtkapazität von rund 1,3 GW einen Zuschlag erhalten. Diese Anlagen werden rechnerisch über 1,2 Millionen britische Haushalte versorgen und jährlich etwa 1,46 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Der Clearingpreis (Zuschlagpreis) liegt bei 72,24 £/MWh, was rund der Hälfte der Kosten neuer Gaskraftwerke (147 £/MWh) entspricht.

Die Projekte verteilen sich auf ganz Großbritannien: 21 in Schottland (1,09 GW), zwei in England (28 MW) und fünf in Wales (185 MW). Sie sollen nicht nur Strom liefern, sondern auch rund 6,5 Millionen Pfund an kommunalen Mitteln für Gemeindefonds generieren, etwa für Sportanlagen oder Naturschutzprojekte. Das Department for Energy Security and Net Zero hat zudem berechnet, dass der Bau und Betrieb dieser Windparks - zusammen mit Investitionen in die im Rahmen der AR7-Runde bestätigten Solar- und Gezeitenprojekte - bis zu 10.000 Arbeitsplätze schaffen und 5 Milliarden Pfund private Investitionen ins Vereinigte Königreich bringen wird.

„Die neuen Onshore-Windprojekte bringen dringend benötigte Arbeitsplätze, private Investitionen, Vorteile für Gemeinden und neue Chancen für Zulieferunternehmen. Sie sind entscheidend, um Verbraucher vor volatilen globalen Gaspreisen zu schützen“, kommentiert James Robottom, Leiter für Onshore-Wind-Umsetzung beim Branchenverband RenewableUK.

Die Regierung hat sich ein Ziel von 27-29 GW Onshore-Wind gesetzt, um bis 2030 sauberen Strom zu erzeugen. Bisher sind insgesamt 18 GW entweder gebaut, im Bau oder vertraglich gesichert. Die in dieser Runde gesicherten 1,3 GW bringen das Vereinigte Königreich dem 2030-Ziel näher. In den nächsten beiden Auktionsrunden müssten laut Renewable-UK dann noch einmal zwischen 3,85 und 4,85 GW weitere Kapazität bezuschlagt werden, um das Ziel zu erreichen.

Solarenergie auf Rekordniveau: 4,9 GW für Haushalte und Industrie
Im Bereich Solarenergie wurden in der aktuellen Auktionsrunde insgesamt Projekte mit einer Leistung von 4,9 GW bezuschlagt. Dies ist nach Angaben des Department for Energy Security and Net Zero die bislang größte Beschaffung von Solarprojekten im Vereinigten Königreich und sorgt bei einem der günstigsten und saubersten verfügbaren Energieträger für einen bedeutenden Schub. Bezuschlagt wurden die Solarprojekte mit einem Clearing Price von 65,23 £/MWh.

„Indem wir Solar- und Onshore-Windenergie im großen Maßstab fördern, senken wir dauerhaft die Kosten und schützen Familien, Unternehmen und unser Land vor den Preisschwankungen fossiler Brennstoffe“, kommentiert Energieminister Ed Miliband die Ausschreibungsergebnisse.

Mindestvergütung und Erlösobergrenze: So fördert Großbritannien neue Wind- und Solarprojekte
Die britische Regierung plant weitere Ausschreibungsrunden im Rahmen des staatlich geförderten Contracts-for-Difference-Systems, kurz CfD, um Investitionssicherheit zu schaffen und den Ausbau großer Projekte zu beschleunigen. Das CfD-Modell ähnelt dem deutschen EEG (Preisuntergrenze), kombiniert jedoch eine Mindestvergütung (Clearing Price) mit einer Erlösobergrenze. Liegen die Markterlöse über dem vereinbarten Referenzpreis, werden die Mehreinnahmen an den Staat zurückgeführt. Ziel ist es, den Ausbau der Erneuerbaren Energien voranzutreiben und zugleich Planungssicherheit für Investoren zu geben.


© IWR, 2026


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18.02.2026

 



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