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Enercity baut Großbatterien deutlich aus – mehr Flexibilität für das Energiesystem

© Enercity© EnercityHannover - Neben dem Ausbau erneuerbarer Energien setzt der Energiekonzern Enercity auf Flexibilitäten. Großbatteriespeicher ergänzen das Asset-Portfolio des Unternehmens um steuerbare Anlagen, die kurzfristig auf Veränderungen an den Energiemärkten reagieren sollen. In der Region Hannover realisiert das Unternehmen zwei neue Großbatteriespeicher.

Der Batteriespeicher-Zubau in Deutschland hat Ende August 2026 bereits das Vorjahresniveau überschritten. Bis dahin gingen Speicher mit einer Leistung von 4.089,6 Megawatt und einer Speicherkapazität von 8.355,0 Megawattstunden in Betrieb, im gesamten Jahr 2025 waren es 3.976,8 Megawatt und 6.894,7 Megawattstunden. Die durchschnittliche Speicherdauer der neuen Systeme liegt 2026 bei 2,0 Stunden, 2025 waren es 1,7 Stunden. Bundesweit sind netto rund 2,75 Millionen Batteriespeicher mit einer Leistung von 20.055,8 Megawatt und einer Speicherkapazität von 34.040,5 Megawattstunden am Netz.

Lehrte-Ahlten: Speicher wächst um 115 Megawatt und 230 Megawattstunden
Am Energiepark Lehrte-Ahlten, dessen Photovoltaikanlage mit rund 19 Megawatt Mitte 2026 fertiggestellt wurde, wird das Batteriespeichersystem von 40 Megawatt Leistung und 80 Megawattstunden Kapazität um weitere 115 Megawatt Leistung und 230 Megawattstunden Speicherkapazität verstärkt. Der Standort kommt damit rechnerisch auf insgesamt 155 Megawatt und 310 Megawattstunden. Der Speicher soll sowohl am Regelenergiemarkt als auch am Spotmarkt eingesetzt werden.

Am Regelenergiemarkt soll der Speicher dazu beitragen, die Netzfrequenz stabil zu halten. Nach Unternehmensangaben kann er innerhalb von Millisekunden Strom aufnehmen oder abgeben. Am Spotmarkt, zu dem der Day-Ahead- und der Intraday-Handel gehören, lädt er bei hohem Angebot und niedrigen Preisen und speist den Strom später wieder ein. Die gemeinsame Nutzung des Standorts ermöglicht es laut Enercity, bestehende Netzanschlüsse und Infrastruktur effizient auszulasten.

Hannover-Misburg: Stand-alone-Speicher mit 20 Megawatt und 40 Megawattstunden
Ein zweiter Großbatteriespeicher entsteht im Hannoveraner Stadtteil Misburg. Anders als in Lehrte-Ahlten ist er nicht unmittelbar mit einer erneuerbaren Erzeugungsanlage an einem Netzeinspeisepunkt gekoppelt. Der Zwei-Stunden-Speicher hat eine Leistung von 20 Megawatt und eine nutzbare Kapazität von 40 Megawattstunden. Er nimmt Energie in Zeiten hoher Verfügbarkeit auf, speist sie bei hoher Nachfrage wieder ein und stellt zudem Regelleistung bereit.

Die Inbetriebnahme ist für Ende 2026 geplant. Ab 2027 sollen nach Unternehmensangaben jährlich rund 21.900 Megawattstunden Strom durch den Speicher fließen, was dem Jahresverbrauch von etwa 5.500 Vier-Personen-Haushalten entspricht.

Der Ausbau erneuerbarer Energien bleibt für Enercity nach eigenen Angaben ein zentraler Schwerpunkt, die Flexibilitäten ergänzen das Portfolio. "Die Energiewende braucht mehr als zusätzliche Erzeugungsleistung. Sie braucht Flexibilität, damit erneuerbarer Strom genau dann genutzt werden kann, wenn das Energiesystem ihn benötigt", sagt Enercity-CEO Aurélie Alemany.

Markt: Größte Speicher liegen bei 140 Megawatt und 231 Megawattstunden, Projekte mit 1.000 Megawatt im Bau
Die größten aktiven Batteriespeicher Deutschlands erreichen nach einer IWR-Auswertung der Daten des Marktstammdatenregisters mit Stand 26. September 2026 eine Leistung von 140 Megawatt (RWE Generation, Hamm) und eine Kapazität von 231 Megawattstunden (Battery Park, Metelen). Deutlich größere Anlagen sind im Bau: In Jänschwalde hat die LEAG nach eigenen Angaben mit der GigaBattery Jänschwalde 1000 begonnen, die 1.000 Megawatt Leistung und 4.000 Megawattstunden Kapazität haben soll. Die Inbetriebnahme ist für 2028 vorgesehen. In Klostermansfeld in Sachsen-Anhalt baut der Schweizer Speicherbetreiber BW ESS seit Anfang Juli einen Speicher mit 1.000 Megawatt und bis zu 5.700 Megawattstunden, ebenfalls mit geplanter Inbetriebnahme 2028.


© IWR, 2026


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