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Batteriegroßspeicher für den deutschen Markt: Lynus startet Fertigung in Bayern

© Lynus AG© Lynus AGTuggen - Die Schweizer Lynus AG fertigt jetzt Batteriegroßspeicher in Deutschland. Im bayerischen Dillingen an der Donau hat das zum Unternehmensnetzwerk der Enerfin AG gehörende Unternehmen die Produktion modularer Systeme aufgenommen, die Batteriespeicher, Energiemanagement und Vermarktung verbinden und für den deutschen Markt entwickelt wurden.

Der deutsche Markt für Batteriespeicher entwickelt sich mit einer zunehmenden Dynamik. Neben einer deutlichen Steigerung der neu in Betrieb genommenen Speicher nimmt auch die Speicherdauer zu. Die bis Ende August zugebauten Batteriespeicher in Deutschland übertreffen bereits den Zubau des gesamten Vorjahres. Das zeigt die IWR-Auswertung der Speicherdaten des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur (BNetzA).

Dillingen: BESS Cube 2.0 mit 800 kWh und bis zu 500 kW
Der neue Fertigungsstandort der Lynus AG befindet sich in Dillingen an der Donau. Das Unternehmen produziert dort den BESS Cube 2.0, ein modulares Speichersystem mit rund 800 kWh nutzbarer Batteriekapazität und einer Lade- und Entladeleistung von bis zu 500 kW je nach Ausführung. Die Produktion ist nach Unternehmensangaben mit zehn Speichern pro Woche angelaufen und soll später auf 20 steigen. Das System wird per Kaskadierung skaliert.

Lynus entwickelt und produziert Batteriespeicher sowie eine auf Machine Learning basierende Energiemanagementsoftware, die Energieflüsse optimiert und über Direkt- und Flexibilitätsvermarktung zusätzliche Erlösmöglichkeiten an den Strommärkten erschließt. Das Energiemanagementsystem (EMS) ist laut Lynus bereits in mehr als 1.500 Anlagen in Deutschland und der Schweiz im Einsatz. Ergänzt wird der Cube durch das EMS sowie die Multi-Market-Vermarktung von Strom und Speicherflexibilität.

Die Anpassung der Speichersysteme an die Netz- und Anlagensituation vor Ort ist nach Angaben von Lynus-CEO Paul Hauser eine regelmäßige Herausforderung für EPC-Unternehmen und Betreiber. "Da wir selbst entwickeln und den BESS Cube 2.0 in Deutschland fertigen, können wir auf projektspezifische Anforderungen schnell reagieren und Anpassungen deutlich beschleunigen", so Hauser.

Netzanschluss, Co-Location und Technik: DC- und AC-Kopplung für neue und bestehende PV-Parks
Die Anforderungen an ein Speicherprojekt können sich je nach Netzbetreiber, Spannungsebene und bestehender Infrastruktur erheblich unterscheiden. Lynus betont, dass die Konfiguration flexibel an projektspezifische Netzanschlussbedingungen angepasst werden kann. Ein Schwerpunkt bei der Entwicklung des Cube lag nach Angaben von Lynus auf der Integration in PV-Anlagen, insbesondere in Co-Location-Projekten, bei denen bestehende Photovoltaikparks nachträglich um Batteriespeicher erweitert werden. Mit einer Stellfläche von knapp über 5 Quadratmetern und rund 7,5 Tonnen pro Cube ist das System kompakt ausgelegt.

Bei neuen Photovoltaikanlagen lässt sich der Cube über MPPT-Module direkt an die DC-Seite anschließen. Das spart laut Lynus zusätzliche AC-Komponenten wie Wechselrichter und verringert Wandlungsverluste. Für die Nachrüstung bestehender Anlagen eignet sich die AC-Kopplung. Zudem kann der Speicher als Graustromspeicher eingesetzt werden.

Beim Cube setzt Lynus auf Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP), die für mehr als 8.000 Vollzyklen bei 80 Prozent Restkapazität ausgelegt sind. Das Rack-System erreicht eine DC-Round-Trip-Efficiency von mindestens 94 Prozent bei 0,5 C. Der Speicher ist mit 400, 690 und 800 Volt verfügbar. Ein Flüssigkühl- und Heizsystem hält die Zellen in einem möglichst homogenen Temperaturbereich. Das Sicherheitskonzept umfasst Rauch-, Gas- und Temperatursensoren, ein automatisches Aerosol-Löschsystem und eine mechanische Druckentlastung.

Speicherzubau 2026 übertrifft Vorjahr: Fünf der zehn leistungsstärksten Anlagen gingen in Betrieb
Der Zubau von Batteriespeichern in Deutschland hat 2026 schon bis Ende August das gesamte Vorjahr übertroffen. Nach der IWR-Auswertung des Marktstammdatenregisters der BNetzA sind bis Ende August 2026 Speicher mit mehr als 8.200 MWh Speicherkapazität in Betrieb gegangen. 2025 waren es im ganzen Jahr rund 6.900 MWh. Auch die Leistung liegt mit rund 4.100 MW bereits über dem Vorjahreswert von rund 4.000 MW. Rechnerisch ergibt sich damit für 2026 bislang im Monatsdurchschnitt ein Zubau von rund 510 MW und mehr als 1.000 MWh. 2025 waren es rund 330 MW und 575 MWh. Die durchschnittliche Speicherdauer der neuen Anlagen ist von 1,7 auf 2,0 Stunden gestiegen. Die Auswertung umfasst Batteriespeicher aller Größen.

Im IWR-Ranking der leistungsstärksten Batteriespeicher Deutschlands (Stand 26.09.2026) sind die Anlagen auf den Plätzen zwei bis vier in diesem Jahr in Betrieb gegangen. Insgesamt stammen fünf der zehn Anlagen aus 2026. Die Spitze hält RWE Generation in Hamm mit 140,0 MW und 150,8 MWh (Inbetriebnahme Dezember 2024), dahinter folgt Seerose Energie in Stendal mit 104,5 MW und 209,0 MWh (Juli 2026). Bei den fünf Anlagen aus 2026 liegt die Speicherdauer rechnerisch bei rund 2,0 bis 2,5 Stunden.

© IWR, 2026


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05.10.2026

 



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