Aufbau einer deutschen Solarindustrie: Matchmaking für Hochlauf soll Unternehmen zusammenbringen
Berlin – Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) plant eine Förderung für Unternehmen, die in Deutschland Produktionskapazitäten in der Solarindustrie auf- oder ausbauen wollen. Im Vorfeld hat das BMWK ein Interessenbekundungsverfahren gestartet, das derzeit läuft.
Unternehmen, die Solarmodule oder dafür benötigte Schlüsselkomponenten in Deutschland herstellen oder dafür erforderliche Rohstoffe gewinnen, verarbeiten oder recyceln beziehungsweise dies planen, können ihr Interesse an einer Investitionskostenförderung für ihr Vorhaben signalisieren.
Vor diesem Hintergrund haben sich am Montag (10.07.203) rund 100 Akteure der Photovoltaikbranche im Fraunhofer ENIQ - der Repräsentanz der Fraunhofer-Energieforschung in Berlin – zusammen gefunden, um über mögliche Kooperationen für neue PV-Produktionen in Deutschland zu diskutieren.
Ein Expertenteam des Fraunhofer ISE hat im Rahmen des Workshops Technologielösungen aufgezeigt, die den zentralen Anliegen des Interessenbekundungsverfahrens gerecht werden. Diese bestehen unter anderem aus dem Nachweis eines CO2-Fußabdrucks von weniger als 18 Gramm CO2 pro Kilowattstunde, einem PV-Modulwirkungsgrad von mindestens 24 Prozent, der Reduzierung von Blei mit dem Ziel der Bleifreiheit, Recyclingfähigkeit sowie einer Garantie von mindestens 25 Jahren auf die PV-Module „made in Europe“.
Dr. Friedrich Gröteke des BMWK erläutert in einem Vortrag die Voraussetzungen und Bedingungen zur Teilnahme am Interessenbekundungsverfahren und stand auch für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung. Insgesamt zwölf Unternehmen stellten in fünfminütigen Pitches ihre Pläne zum Aufbau von Fertigungskapazität in Deutschland und Europa vor. Im Anschluss haben sich die anderen anwesenden, interessierten Firmen und Investoren mit Ihnen über die Pläne ausgetauscht und über mögliche Kooperationen gesprochen.
„Die Resonanz des regen Austauschs war durchweg sehr positiv. Wir sind optimistisch, dass hier einige Ideen verfeinert und neue Partnerinnen und Partner gefunden wurden“, so Prof. Dr. Andreas Bett, Institutsleiter am Fraunhofer ISE. Im Herbst 2023 wird ein weiterer Workshop stattfinden, diesmal für Anlagenhersteller einer zukünftigen europäischen PV-Industrie.
Bis zum 15. August 2023 können sich an einer Herstellung von PV-Komponenten in Deutschland interessierte Unternehmen beim BMWK noch mit einer Projektskizze bewerben. Ziel ist der Aufbau einer Gesamtproduktionskapazität von rund 10 Gigawatt pro Jahr entlang der Wertschöpfungskette. Eingereichte Projekte sollten einen Produktionsaufbau umfassen, der mit der Produktion von mindestens zwei Gigawatt pro Jahr PV-Modulen korreliert.
© IWR, 2026
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