Markthochlauf Elektromobilität: BDEW fordert Verbesserungen bei Förderung öffentlicher Ladestrukturen
Berlin - Seit dem Jahr 2017 sind im Rahmen der Förderrichtlinie Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge lediglich 12 Prozent der bewilligten Fördermittel tatsächlich abgerufen worden. Das geht aus einer Aufschlüsselung des ehemaligen Staatssekretärs im Bundesverkehrsministerium vom September 2021 hervor.
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), in dem rund 80 Prozent aller Ladesäulenbetreiber vertreten sind, hat dies zum Anlass genommen, den geringen Mittelabfluss und die Effektivität der Förderprogramme zu analysieren.
Dabei kommt der Verband zu dem Ergebnis, dass die Förderverfahren für öffentliche Ladeinfrastruktur zu kompliziert und zu langwierig sind und bei den Antragsstellern einen großen bürokratischen Aufwand verursachen. „Hier brauchen wir jetzt kluge und pragmatische Lösungen, die eine einfache und schnelle Förderung ermöglichen. Diese muss für alle Marktteilnehmer offen sein. Das KfW-Programm für private Ladeinfrastruktur hat vorgemacht, wie das gehen kann“, so die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung Kerstin Andreae.
Grundsätzlich besteht aus BDEW-Sicht die Möglichkeit, das bestehende Fördersystem zu verbessern oder die Förderung von Grund auf neu zu konzipieren. Für beide Varianten lägen Maßnahmen für eine effiziente Förderung vor, wobei eine Neukonzipierung den effizienteren und zielgerichteteren Weg darstelle. Mit standardisierten Fördersätzen, einer Beantragung der Förderung nach Inbetriebnahme und einer gesonderten Förderung des Netzanschlusses könnte die Bundesregierung den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur massiv vorantreiben, so der BDEW.
Klar sei aber auch, dass sich Ladeinfrastruktur perspektivisch über ihre Auslastung selber tragen soll. Nur ein Ladevorgang pro Tag so wie heute, werde da sicher nicht reichen. „Das bedeutet, dass wir deutlich mehr Elektrofahrzeuge brauchen, um die Ladeinfrastruktur wirtschaftlich auszulasten. Dieser Hochlauf muss zwischen Fahrzeugindustrie und Energiewirtschaft Hand in Hand gehen“, so Andreae weiter.
© IWR, 2026
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