Temperatur- und Einspareffekte: Gasspeicher in der EU füllen sich wieder
Münster - Die Füllstände der Gasspeicher in den EU-Staaten steigen nach dem Winter wieder. Neben den steigenden Temperaturen dürften auch die Einsparungen der Verbraucher aus Sorge vor hohen Nachforderungen dazu beitragen, dass der Gasverbrauch sinkt.
Von den EU-Staaten hat Portugal mit knapp 80 Prozent Füllstand der Gasspeicher schon im Frühjahr 2022 die höchsten Gasreserven und rangiert auf Platz 1. Das geht aus den Daten des Verbandes Gas Infrastructure Europe (GIE) hervor (Stand: 10.04.2022). Auf Platz 2 folgt Schweden (66,6%) vor Polen (66,5%) auf dem dritten Platz mit ebenfalls schon recht hohen Gasreserven zum Ende des Winters bzw. zum Beginn des Frühjahrs.
Spanien, das wie Portugal vor allem Gas aus Nordafrika bezieht, erreicht einen Füllstand seiner Gasspeicher in Höhe von 57,3 Prozent, vor Dänemark (36,4%), Litauen (34,2%) und Italien (30,1%). Italien bezieht neben Gas aus Russland auch Erdgas aus Algerien oder Libyen. Auf Platz 8 folgt die Tschechische Republik (29,7%), vor Deutschland mit 27,8 Prozent auf Rang 9. Der diesjährige Tiefststand in Deutschland wurde am 09.03.2022 mit einem Gas-Füllstand von 24,78 Prozent erreicht. Auf Rang 10 folgt danach Frankreich (22,9%).
Den niedrigsten Gas-Füllstand weist derzeit Belgien auf. Hier sind die Gasspeicher nur zu 12,9 Prozent gefüllt. Auch Österreich (14,1%), Bulgarien (16,1%) und Kroatien (18,3%) rangieren am Ende des Gasspeicher-Rankings mit vergleichsweise niedrigen Gasreserven.
Der Rückgang der Gaspreise setzt sich in moderater Form weiter fort. Die EU-Erdgaspreise erreichen am TTF-Hub aktuell rd. 100 Euro pro MWh (Mai-Kontrakt 2022). Das ist deutlich weniger als beim Jahresrekord von knapp 350 Euro pro MWh am 07.03.2022, allerdings noch weit über dem Vorkrisenniveau mit unter 20 Euro je MWh.
© IWR, 2026
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11.04.2022



