Solarbranche.de

Branchenportal für die Solarenergie

Japan: Hochlauf von Reaktor 6 im weltgrößten Atomkraftwerk Kashiwazaki Kariwa nach Alarm gestoppt

© Tokyo Electric Power Company Holdings© Tokyo Electric Power Company HoldingsTokyo - Nach dem Atomunfall in Fukushima 2011 wurden in Japan alle 54 Atomkraftwerke mit rund 49 GW Leistung stillgelegt. Unter den neuen, strengen Sicherheitsstandards der Nuklearregulierungsbehörde NRA nehmen nun einige Reaktoren schrittweise wieder den Betrieb auf.

Das weltgrößte Atomkraftwerk Kashiwazaki Kariwa umfasst insgesamt sieben Reaktoren, die alle abgeschaltet waren. Nun wurde erstmals Reaktor 6, also einer von sieben Blöcken, wieder hochgefahren. Während des Hochlaufs kam es jedoch zu einer Störung.

Tepco setzt Hochlauf von Block 6 des Atomkraftwerks Kashiwazaki Kariwa aus
Tokyo Electric Power Company Holdings (Tepco) hat am 22. Januar 2026 die Hochlaufaktivitäten von Reaktor 6 mit einer Bruttoleistung von 1.356 MW des Kernkraftwerks Kashiwazaki Kariwa in der Präfektur Niigata ausgesetzt. Wenige Stunden nach der Wiederinbetriebnahme dieses einzelnen Blocks wurde ein Alarm während der Steuerstabkontrolle ausgelöst, woraufhin die Arbeiten sofort unterbrochen wurden. Tepco betont, dass keine Strahlung freigesetzt wurde und kein Risiko für die Bevölkerung besteht. Die Ursache des Alarms wird derzeit gründlich untersucht, während das Unternehmen eng mit der japanischen Nuklearregulierungsbehörde zusammenarbeitet, um die Sicherheit der Anlage sicherzustellen.

Wiederinbetriebnahme des Reaktors Nr. 6 nach Prüfungen
Die Wiederinbetriebnahme von Reaktor 6 erfolgte nach mehrstufigen Prüfungen und Genehmigungen: Tepco reichte bereits im November 2024 eine erste Vor-Inbetriebnahme-Bestätigung bei der Nuklearregulierungsbehörde ein, bestückte den Reaktor im Juni 2025 mit Brennstoff und führte erste Integritätsprüfungen durch. Anschließend stellte Tepco am 24. Dezember 2025 eine modifizierte Vor-Inbetriebnahme-Anmeldung, die die finalen Systemtests und den Testbetrieb genehmigen ließ, woraufhin die NRA im Januar 2026 die Genehmigung für den Hochlauf erteilte, der am 21. Januar 2026 gestartet wurde.

Über das weltgrößte Atomkraftwerk Kashiwazaki Kariwa
Kashiwazaki Kariwa ist mit einer installierten Gesamtleistung von rund 7.965 MW das größte Kernkraftwerk der Welt und umfasst sieben Reaktoren. Die älteren Einheiten 1 bis 5, jeweils rund 1.100 MW, sind seit dem Fukushima-Unfall 2011 stillgelegt und sollen voraussichtlich nicht wieder in Betrieb genommen werden. Die modernisierten Advanced Boiling Water Reactors 6 und 7 verfügen über je 1.356 MW Leistung. Mit dem jüngsten Hochlauf wurde ausschließlich Reaktor 6 aktiviert, um nach 14 Jahren Stillstand die Funktionsfähigkeit der Systeme zu prüfen und die regionale Stromversorgung zu stabilisieren.

Tepco prüft nun sorgfältig den Grund des Alarms und wird alle erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, bevor ein erneuter Hochlauf von Reaktor 6 erfolgt. Eine Wiederinbetriebnahme von Reaktor 7 ist langfristig möglich, hängt jedoch von weiteren Sicherheitsprüfungen ab. Das Unternehmen betont, dass Sicherheit oberste Priorität hat und dass alle Schritte transparent dokumentiert und der Öffentlichkeit kommuniziert werden.

© IWR, 2026


Weitere Meldungen rund um die Atomwirtschaft
Atomenergie: Newsticker auf www.energiejobs.de

Fukushima-Atomkatastrophe: Frühere Tepco-Chefs sollen 94 Milliarden Euro Schadenersatz zahlen
Energiejobs.de: Neues Stellenangebot bei der gunnercooke GmbH (Berlin): Associate (m/w/d) Energiewirtschaftsrecht
Atomausstieg: Belgien schaltet mit Doel 2 drittes Atomkraftwerk im Jahr 2025 ab - nur noch Doel 4 und Tihange 3 am Netz
Stromtarife vergleichen und Anbieter wechseln - strompreisrechner.de

Atomkraftwerke: EDF stellt neuen Kostenplan für EPR2-Programm vor – erster neuer Reaktor nicht vor 2038 am Netz
Europas Batteriespeichermarkt wächst rasant: Erste Teilphase von Engies 800-MWh-Batterie in Belgien am Netz
Strom für KI-Rechenzentren: Neuer Wettlauf zwischen Brennstoffzellen und Mini-Atomkraftwerken
Atomkraftwerke: Europa schaltet seit Fukushima 37 Kernkraftwerke endgültig ab – Abschalttrend hält an
Atomkraftwerke mit Problemen: AKW-Pannenserie in Finnland, Großbritannien, Belgien und der Schweiz
Strom aus britischen Atomkraftwerken sinkt auf niedrigsten Stand seit über 40 Jahren
Neue Bundesregierung will Kernfusion statt Atomkraftwerke – kein Wort zur Atomenergie im Koalitionsvertrag
Atomkraftwerke: Weltmarkt verharrt auch 2024 in der Talsohle – Atomstrom für KI-Anwendungen zu teuer
Strom-Großhandelspreise in Deutschland 2024 niedriger als 2021 mit sechs Atomkraftwerken
Strompreise klettern um 44 Prozent: In Frankreich produzieren 12 Atomkraftwerke keinen Strom

22.01.2026

 



Jobs & Karriere - Energiejobs.de
Veranstaltungen - Energiekalender.de

Pressemappen - mit Original-Pressemitteilungen