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Conergy ist pleite

Hamburg – Der Solarhersteller Conergy hat am heutigen Freitag einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht Hamburg gestellt. Mit dem Ausbleiben von Zahlungseingängen für ein Großprojekt ist die gesamte Gesellschaft zahlungsunfähig geworden, was neben der Conergy AG auch die Töchter Conergy Deutschland GmbH, Conergy Solar Module GmbH & Co.KG und Mounting Systems GmbH betrifft. Obwohl bisher Verhandlungen über einen Einstieg eines strategischen Investors geführt wurden, die laut Unternehmenskreisen erfolgversprechend waren, konnten sich die Gläubigerbanken nicht auf eine einheitliche Zustimmung zum vorgelegten Zukunftskonzept von Conergy einigen. In einer Mitteilung von Conergy heißt es jedoch, dass sich Unternehmensvertreter zuversichtlich zeigen und dass man mit Hilfe eines Investors den gesamten Geschäftsbetrieb aufrecht erhalten will.

Ehemaliger Börsenstar und RENIXX-Unternehmen
Das Solarunternehmen wurde 1998 gegründet und installierte zunächst als Systemintegrator die Module anderer Hersteller. Im Zuge der weiteren Geschäftsentwicklung weitete Conergy unter Führung des Mitgründers und Vorstandsvorsitzenden Hans-Martin Rüter seine Aktivitäten rasant auf alle Bereiche der erneuerbaren Energien aus. Nach dem Börsengang im März 2005 wurde die Aktie zu einem Liebling der Anleger und explodierte von gut 60 Euro bis auf knapp 190 Euro im Oktober 2007. Conergy war auch von der Auflegung des RENIXX World Aktienindex im Mai 2005 bis Ende 2007 vertreten. Doch im Zuge der weltweiten Finanzkrise geriet Conergy in finanzielle Schieflage und immer wieder in Liquiditätsengpässe. Unter anderem musste Conergy sich zu einem hohen Preis aus langfristigen Lieferverträgen lösen. Das Unternehmen konzentrierte sich im Zuge der Umstrukturierung wieder auf die Solarenergie als Kerngeschäftsfeld.

Umsatz und Verluste 2012 halbiert
Im Rahmen der Restrukturierung der Conergy AG will das Unternehmen in erster Linie den Bau von Großkraftwerken in solaren Wachstumsmärkten forcieren. Diese seien jedoch sehr kapitalintensiv, erklärte das Unternehmen. Von 2011 auf 2012 brach der Umsatz von Conergy von rd. 754 Mio. Euro auf rd. 473 Mio. Euro ein, was vor allem dem Preisverfall im Solarmarkt geschuldet war. Dafür konnte man den Verlust von rd. 164 Mio. Euro im Jahr 2011 auf rd. 83 Mio. Euro 2012 begrenzen. Für das laufende Geschäftsjahr peilte Conergy wieder einen kleinen operativen Gewinn an. Die Aktie der Hamburger hat beim aktuellen Kurs von 0,126 Euro (Stand heute, 11:49 Uhr) nur noch den Bruchteil des Kurswertes von vor einigen Jahren. Im heutigen Handel bricht das Wertpapier bislang um rd. 64 Prozent ein.

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