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Energiekontor erhält grünes Licht für Solarparks mit Leistung von 130 MW

© IWR© IWRBremen - Energiekontor hat grünes Licht für den Bau von drei großen Freiflächen-Solarparkprojekten in Mecklenburg-Vorpommern erhalten. Die Solarparks werden erstmalig im Rahmen eines sog. Zielabweichungsverfahrens realisiert.

Um den Bau von Freiflächensolaranlagen zu erleichtern, hat das Bundesland Mecklenburg 2021 die Rahmenbedingungen angepasst. Unter bestimmten Bedingungen können auch Flächen genutzt werden können, die laut Raumentwicklungsprogramm eigentlich nicht für die PV-Nutzung in Frage kommen. Energiekontor hat sich jetzt den Zuschlag für die ersten Projekte unter dieser Sonderregelung gesichert.

Win-win-Vorhaben für alle Beteiligten
Die zu den führenden deutschen Projektentwicklern und Betreibern von Wind- und Solarparks zählende Energiekontor AG hat das Go für den Bau von drei Solarparkprojekten in Mecklenburg-Vorpommern mit einer Gesamterzeugungsleistung von fast 130 Megawatt peak (MWp) über ein Zielabweichungsverfahren erhalten. Damit ist Energiekontor der erste Projektentwickler, der den 2021 vom Landtag verabschiedeten Genehmigungsprozess durchlaufen hat. Jetzt soll es zügig weitergehen, damit die Solarparks möglichst bald realisiert werden können. Mit den Projekten will der Projektentwickler dem geplanten weiteren Ausbau des Bereichs Solar bei Energiekontor zusätzlichen Schub geben.

Die drei Solarparks werden in Dettmannsdorf im Landkreis Vorpommern-Rügen gebaut. Auch die benachbarte Stadt Marlow sowie die ortsansässige Agrargesellschaft, die die Flächen zur Verfügung stellt, wurden seit 2019 von Beginn an in die Planung einbezogen. Der erzeugte Solarstrom wird im Rahmen von Stromabnahmeverträgen (Power Purchase Agreements - PPA) mit einer Laufzeit von 15 Jahren vermarktet. Mit den drei Solarparks lassen sich ab Inbetriebnahme pro Jahr ca. 80.000 Tonnen CO2 einsparen und rechnerisch rund 40.000 Haushalte mit grünem Strom versorgen. Der Baubeginn für die drei Projekte ist für 2023 geplant, die Inbetriebnahme für Ende 2024. Betreiber bleibt die Energiekontor AG.

Die Solarparks werden über die im EEG geregelte kommunale Beteiligung die Gemeinde Dettmannsdorf insgesamt mit einem jährlichen sechsstelligen Betrag am Ertrag beteiligen. Darüber hinaus werden die Eigentümer der Flächen einen Teil ihrer Einnahmen jährlich an gemeinnützige Organisationen abgeben, um so die Kommunen und Region an dem Solarpark partizipieren zu lassen. Über die Gewerbesteuer werden weitere Einnahmen an die Kommunen fließen. Neben den monetären Vorteilen sollen zudem an jedem der Solarparks jeweils ein Aussichtsturm entstehen und eine Elektrotankstelle in Dettmannsdorf errichtet werden.

Kriterienkatalog des Zielabweichungsverfahrens erfüllt
Das so genannte Zielabweichungsverfahren hatte der Landtag in Mecklenburg-Vorpommern im Juni 2021 auf den Weg gebracht. Bis zu 5.000 Hektar landwirtschaftliche Fläche können so - abweichend vom Landesraumentwicklungsprogramm - für Photovoltaik (PV) in Mecklenburg-Vorpommern nutzbar gemacht werden, sofern die Anlagen einen umfangreichen Kriterienkatalog erfüllen. Unter anderem müssen Vorgaben hinsichtlich der Flächen, der Beteiligung der Kommunen und der regionalen Wertschöpfung erfüllt sein.

Energiekontor ist es gelungen, als erstes Unternehmen diese Vorgaben zu erfüllen und einen positiven Bescheid unter dem Zielabweichungsverfahren zu erhalten. Die drei Solarparks, die jeweils an den Ortsrändern der Kommune liegen werden, erreichen eine Gesamtfläche von ca. 150 Hektar. „Auch wenn die ersten Zulassungsverfahren dieser Art noch etwas mehr Zeit in Anspruch genommen haben, setzen wir darauf, dass dies die Blaupause war, mit der Folgeprojekte nun schneller beurteilt und rascher bewilligt werden“, so der Vorstandsvorsitzende der Energiekontor AG Peter Szabo.

„Mit dem Zielabweichungsverfahren gibt es ein Instrument, bei dem im konkreten Einzelfall, bezogen auf das konkrete Vorhaben, am konkreten Standort eine Abweichung zugelassen werden kann. Das gibt den Kommunen und den Investoren eine gute Möglichkeit, weitere Projekte voranzutreiben“, so Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Reinhard Meyer. Mecklenburg-Vorpommern will bis 2035 rechnerisch den gesamten Energiebedarf des Landes für Strom, Wärme und Mobilität aus erneuerbaren Quellen decken. Dabei spielen Solarparks eine wichtige Rolle.


© IWR, 2022


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17.10.2022

 



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