Stromspeicher-Inspektion 2026: Effizienzrekorde und neue Benchmarks für Photovoltaik-Heimspeicher
© Adobe StockBerlin - Die Stromspeicher-Inspektion 2026 liefert neue Benchmark-Daten für Photovoltaik-Heimspeicher in Deutschland. Effizienz, Systemverluste, Nutzung dynamischer Stromtarife und Garantiebedingungen werden erstmals gemeinsam analysiert. Die Studie zeigt, welche Speicher im Alltag besonders leistungsfähig und wirtschaftlich sinnvoll sind.
Die Stromspeicher-Inspektion wird seit 2018 durchgeführt und bewertet jährlich die Performance von Photovoltaik-Heimspeichern. Insgesamt zwölf Batteriesysteme wurden 2026 unter realen Bedingungen getestet. Neue Testergebnisse gibt es für Produkte von BYD, Fox ESS, Fronius, Kostal, SAX Power und SMA. In diesem Jahr bewertete die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin Photovoltaik-Speichersysteme erstmals in Kooperation mit Aquu - einer HTW-Ausgründung. Neben den Wirkungsgraden standen in der diesjährigen Untersuchung auch Energiemanagementstrategien und Garantiebedingungen im Fokus. Die Studie weist zudem auf einen Trend zu leistungsstärkeren Heimspeichern hin. Für 2027 ist erstmals ein Test für 15-kW-Systeme geplant, um den wachsenden Markt für größere Batteriespeicher abzubilden.
Spitzenreiter in der 10-kW-Klasse: Fox ESS erzielt neuen Rekord
In der 10-kW-Klasse setzte sich in der Kategorie der AC-gekoppelten Systeme der Wechselrichter Plenticore MP G3 M 10 von Kostal in Kombination mit der BYD Battery-Box Premium HVS 12.8 als Spitzenreiter durch. Die Besonderheit des Kostal-Wechselrichters ist, dass dieser auch als Hybridwechselrichter DC-gekoppelt betrieben werden kann.
In der Kategorie der Hybridwechselrichter war der PQ-H3-Ultra-10.0 von Fox ESS in Kombination mit der EQ3300-5 der effizienteste Solarstromspeicher. Mit einem System Performance Index (SPI) von 97 Prozent stellt Fox ESS einen neuen Effizienzrekord auf und ist um das 3,5-Fache effizienter als das Schlusslicht der Inspektion. Auf den Plätzen 2 und 3 folgen die Hybridwechselrichter Power Storage DC 10.0 von RCT Power und Centurio 10 von Energy Depot in Kombination mit Hochvoltbatterien derselben Hersteller. Ebenfalls die Effizienzklasse A und einen SPI von über 95 Prozent erreichten Speichersysteme von Fronius sowie Kostal in Kombination mit BYD.
Das Schlusslicht erreichte lediglich einen SPI von 89,3 Prozent und landete in der Effizienzklasse G.
Da sich die Gesamtsystemeffizienz direkt auf die jährliche Kosteneinsparung der PV-Speichersysteme auswirkt, ist der Vorteil von effizienten Heimspeichern ökonomisch spürbar. Der jährliche Kostenvorteil des Testsiegers gegenüber dem Heimspeicher mit der geringsten Effizienz beträgt rund 200 Euro pro Jahr.
5-kW-Klasse: SAX Power und SMA an der Spitze
In der kleineren Leistungsklasse bis 5 Kilowatt setzte sich das AC-gekoppelte Batteriesystem SAX Power Home Plus, das auf der sogenannten Multi-Level-Technologie beruht, als Spitzenreiter durch. Bei den Speichersystemen mit Hybridwechselrichter konnte SMA mit dem Sunny Boy Smart Energy 5.0 und der Batterie Home Storage 6.5 den höchsten SPI (5 kW) erreichen.
Effizienz mit hoher Relevanz bei dynamischen Stromtarifen
Die Inspektoren betonen die Relevanz effizienter Systeme für die Nutzung dynamischer Stromtarife. Dr.-Ing. Johannes Weniger, Gründer von Aquu, erläutert: „Ob sich für Haushalte mit dynamischen Stromtarifen die Batterieladung mit Netzstrom lohnt, hängt maßgeblich von der Höhe der Umwandlungsverluste ab.“ So zeigt ein typischer Wintertag: Bei einem Strompreis von 25 Cent/kWh nachts und 35 Cent/kWh abends lohnt sich die Batterieladung nur, wenn die Systemverluste unter 29 Prozent bleiben.
Garantiebedingungen im Fokus
Neben der Effizienz der Systeme wurden in der diesjährigen Untersuchung erstmals die Garantiebedingungen von 20 Herstellern analysiert. Basierend darauf haben die Berliner Wissenschaftler Empfehlungen entwickelt, die das Sichten der Garantiebedingungen erleichtern. Sie listen mehrere Punkte auf, mit denen sich Stromspeicher-Interessierte vor der finalen Kaufentscheidung befassen sollten. Die Hersteller garantieren, dass die Batteriekapazität innerhalb des Garantiezeitraums nicht unter 60 Prozent bis 85 Prozent des Anfangswerts sinken wird. Je höher dieser Wert ist, desto vorteilhafter ist es für die Privatpersonen.
„Ein Blick in die Garantiebedingungen vor dem Speicherkauf kann unangenehme Überraschungen im Schadensfall vermeiden. Vorteilhafte Garantiebedingungen lassen sich unter anderem daran erkennen, dass der Hersteller keine umfassenden Nachweispflichten fordert und im Schadensfall die Kosten für den Austausch übernimmt“, so Nico Orth, Leiter der Stromspeicher-Inspektion an der HTW Berlin.
© IWR, 2026
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