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Aktuelle BNetzA-Ausschreibungen zweigeteilt: Ausschreibung für Windenergie an Land stark überzeichnet, geringes Interesse bei Aufdach-PV

© Adobe Stock© Adobe StockBonn - Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat die Zuschläge der aktuellen Ausschreibungen für Windenergie an Land sowie für Aufdach-Solaranlagen veröffentlicht. Dabei zeigt sich ein zweigeteiltes Bild. Während die Wind-Ausschreibung weiterhin auf ein hohes Investoreninteresse stößt, ist die Nachfrage im Segment Aufdach-PV verhalten.

Zum Gebotstermin 1. Februar 2026 war die Ausschreibung für Windenergie an Land erneut massiv überzeichnet, begleitet von deutlich gesunkenen Zuschlagswerten. Die Ausschreibung für Solaranlagen auf Gebäuden und Lärmschutzwänden war dagegen klar unterzeichnet. Die Preisentwicklung bei Photovoltaik zeigt sich dennoch stabil und leicht rückläufig.

Windenergie an Land deutlich überzeichnet - durchschnittlicher Zuschlagswert auf niedrigstem Niveau seit Februar 2018
Die Ausschreibung für Windenergieanlagen an Land stößt weiterhin auf großes Interesse. Bei einer ausgeschriebenen Menge von 3.445 MW wurden 924 Gebote mit einer Gebotsmenge von 7.858 MW eingereicht. Damit war die Runde erneut deutlich überzeichnet und lag in etwa auf dem Niveau der vorherigen Ausschreibung.

„Die Ausschreibung für Windenergieanlagen an Land war wie in der vorherigen Gebotsrunde stark überzeichnet. Die Zuschlagswerte sanken abermals deutlich“, erklärte Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur.

Insgesamt erhielten 439 Gebote mit einem Volumen von 3.445 MW einen Zuschlag, während 24 Gebote vom Verfahren ausgeschlossen wurden. Die Zuschlagswerte bewegten sich zwischen 5,19 ct/kWh und 5,64 ct/kWh. Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert sank auf 5,54 ct/kWh nach 6,06 ct/kWh in der Vorrunde. Das ist der niedrigste Wert seit Februar 2018.

Regional entfällt das größte Zuschlagsvolumen auf Niedersachsen mit 957 MW (96 Zuschläge), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (661 MW, 100 Zuschläge), Sachsen-Anhalt (438 MW, 53 Zuschläge) und Brandenburg (396 MW, 60 Zuschläge). Bayern und Baden-Württemberg erreichen zusammen lediglich rund zwei Prozent des Zuschlagsvolumens.

Aufdach-Photovoltaik: Geringe Beteiligung bei stabilen Zuschlagswerten
Die Ausschreibung für Solaranlagen auf Gebäuden und Lärmschutzwänden zum Gebotstermin 1. Februar 2026 blieb dagegen deutlich unterzeichnet. Bei einem ausgeschriebenen Volumen von 283 MW wurden lediglich 98 Gebote mit einer Gebotsmenge von 177 MW eingereicht - ein deutlicher Rückgang gegenüber der Vorrunde.

Die Bundesnetzagentur musste in dieser Runde 13 Gebote vom Zuschlagsverfahren ausschließen. Somit wurden 85 Gebote mit einem Volumen von 155 MW zum Zuschlagsverfahren zugelassen und vollständig bezuschlagt.

„Bei der Ausschreibung für Aufdach-Solaranlagen lag die eingereichte Gebotsmenge unterhalb des ausgeschriebenen Volumens, die Zuschlagswerte blieben dennoch stabil“, so Müller.

Die Zuschlagswerte lagen zwischen 7,88 ct/kWh und 10,00 ct/kWh. Der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert betrug 9,56 ct/kWh und lag damit leicht unter dem Niveau der Vorrunde (9,66 ct/kWh).

Regional führt Nordrhein-Westfalen im Solarsegment mit 50 MW (24 Zuschläge), gefolgt von Niedersachsen und Brandenburg mit jeweils 17 MW. Die Kombination aus geringer Teilnahme und stabilen Preisen deutet auf eine verhaltene Marktdynamik im Segment der Aufdach-Photovoltaik hin.

Nächste Ausschreibungstermine
Die nächsten Gebotstermine sind für den 1. Mai 2026 (Wind an Land) sowie den 1. Juni 2026 (Aufdach-Solaranlagen) vorgesehen.


© IWR, 2026


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