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Chinesischer Rotorblatthersteller Sinoma sichert sich bei Deutscher Windguard Windkanalkapazität bis 2030

© Deutsche Windguard© Deutsche WindguardHamburg - Neue Rotorblätter von Windkraftanlagen werden vor ihrem Einsatz umfangreichen Tests unterzogen. Für die Entwicklung der nächsten Blattgeneration sichert sich der chinesische Rotorblatthersteller Sinoma nun langfristig Windkanalkapazität in Deutschland. Vertragspartner ist die Deutsche Windguard Engineering.

Das Upscaling von Windenergieanlagen stellt hohe Anforderungen an Test- und Prüfeinrichtungen. Rotorblätter erreichen inzwischen Längen von über 120 Metern. Für die Entwicklung und Validierung sind unterschiedliche Prüfverfahren erforderlich: von Ganzblattprüfungen im Originalmaßstab bis zu Windkanaluntersuchungen an Profilmodellen.

Rahmenvertrag bis 2030: Sinoma erhält flexibel abrufbare Windkanaltage
Sinoma Wind Power Blade und die Deutsche Windguard Engineering haben auf der WindEnergy Hamburg einen Rahmenvertrag unterzeichnet. Die mehrjährige Vereinbarung umfasst Tests im Großwindkanal in Bremerhaven im Zeitraum 2026 bis 2030. Dadurch sichert sich Sinoma ein Kontingent flexibel abrufbarer Windkanaltage zu festen Konditionen, im Schnitt mehrere Testwochen pro Jahr.

Sinoma hat seinen Sitz in Beijing, gehört zur China National Building Material Group (CNBM) und entwickelt und fertigt große Rotorblätter. Nach Unternehmensangaben sind die Blätter in über 50 Ländern im Einsatz. "Der Rahmenvertrag bietet uns flexiblen Zugang zu hochwertigen Tests und zuverlässigen Daten", sagt Lu XiaoFeng, Vice President bei Sinoma.

Die Deutsche Windguard Engineering übernimmt Planung, Konstruktion, Installation und Vermessung der Windkanalmodelle. Sinomas Ingenieure liefern die Geometriedaten, auf deren Basis die Deutsche Windguard Engineering Profilmodelle mit 1,25 Metern Länge fertigt. Dazu kommen Anbauteile: Serrations, gezackte Hinterkanten zur Geräuschminderung, und Vortex-Generatoren, die das Strömungsverhalten am Profil beeinflussen. Maßgeschneiderte Anbauteile entstehen in der eigenen additiven Fertigung (3D-Druck) der Deutschen Windguard.

Großwindkanal in Bremerhaven: Messungen bis 100 m/s für Aerodynamik und Akustik
Der akustisch optimierte Windkanal in Bremerhaven ermöglicht auf einer Messstrecke von 2,75 mal 1,25 mal 5 Metern Messungen bei einer Windgeschwindigkeit von bis zu 100 Metern pro Sekunde und Reynoldszahlen von bis zu sechs Millionen. Die Deutsche Windguard hat ihn 2008 in Betrieb genommen. Untersucht werden Profilmodelle. Tests an vollständigen Blättern laufen auf speziellen Prüfständen.

Im Windkanal lassen sich die aerodynamischen Eigenschaften von Profilen, der Einfluss von Oberflächenverschmutzungen und Strömungsgeräusche untersuchen. Der Schall an der Blatthinterkante gilt als dominante Schallquelle am Rotorblatt. Bewerten lassen sich auch die Geräuschminderung durch Hinterkanten-Serrations sowie der Einfluss von Vortex-Generatoren oder Klappen auf Auftrieb, Widerstand und Strömungsabrissverhalten.

Zudem können Größe und Position der Anbauteile bestimmt werden, um ein Grunddesign etwa für Schwach- oder Starkwindstandorte anzupassen oder dynamische Lasten zu reduzieren. "Standardisierte Prozesse sichern gleichbleibend hohe Qualität und eine schnelle, zuverlässige Durchführung", sagt Nicholas Balaresque, Managing Director Deutsche Windguard Engineering.

Deutsche Windguard mit Tochter in Beijing: Vertrag auf Kundenanforderungen zugeschnitten
Die Deutsche Windguard hat ihren Hauptsitz in Varel und unterhält Standorte in Deutschland, den USA, China und Indien. Die Beijinger Gesellschaft Deutsche Windguard (Beijing) Technology brachte die Partner zusammen und half, den Vertrag auf Sinomas Anforderungen zuzuschneiden. "Unsere Präsenz in Beijing eröffnet Kunden in China direkten Zugang zum umfassenden Dienstleistungsportfolio der Deutschen Windguard entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Windenergie", sagt Wang Yang, Managing Director der Beijinger Gesellschaft.


© IWR, 2026


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