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Politische Unsicherheit als Investitionsrisiko: Perigus Energy warnt auf der WindEnergy Hamburg

© Perigus Energy© Perigus EnergyRegensburg - Perigus Energy warnt auf der WindEnergy Hamburg vor wachsender politischer Unsicherheit für langfristige Investitionen in erneuerbare Energien und fordert verlässliche Entscheidungen von Politik, Regulierungsbehörden und Netzbetreibern. Das Unternehmen nimmt erstmals an der Windenergie-Leitmesse teil.

Die Bundesregierung will das Erneuerbare-Energien-Gesetz grundlegend reformieren und den Ausbau der Erneuerbaren-Anlagen besser mit dem Netzausbau abstimmen. Der Bundestag hat die Entwürfe zur EEG-Novelle 2027 und zum Netzpaket am 24. September in erster Lesung beraten. Verbände wie BEE, BWE, BSW-Solar und BDEW fordern Änderungen an den Vorhaben.

Perigus-CEO sieht Rahmenbedingungen in vier Märkten zunehmend volatil
Perigus-CEO Kieran White sieht derzeit für alle vier Märkte, in denen das Unternehmen tätig ist, eine wachsende Volatilität der politischen Rahmenbedingungen für den Ausbau erneuerbarer Energien. Das sagte White auf der Energy Storage Stage der WindEnergy in Hamburg. Zu den Kernmärkten von Perigus zählen Deutschland, Irland, Spanien und das Vereinigte Königreich. Die wachsende Unsicherheit lasse sich nicht ignorieren: „Für langfristige Investitionsentscheidungen ist sie ein Risiko, dem wir jetzt entschlossen begegnen müssen.“

White appellierte an Politik, Regulierungsbehörden und Netzbetreiber, langfristige Investitionen durch verlässliche Entscheidungen zu unterstützen. Zugleich müsse auch die Branche klar aufzeigen, welche regulatorischen Vorgaben neue Projekte verzögern oder verteuern. Ideen allein reichten nicht aus, entscheidend sei ihre Umsetzung, so der CEO.

Er betonte, dass erneuerbare Energien an Land weiterhin eine zentrale Rolle für Europas Energiesicherheit und Wettbewerbsfähigkeit spielten. Sie könnten schneller und kostengünstiger umgesetzt werden als andere Formen neuer Stromerzeugung und seien aufgrund ihrer dezentralen Struktur weniger störanfällig.

Perigus Energy: 160 Megawatt im Bau, Investitionsentscheidungen für weitere 200 Megawatt bis Ende 2026
Nach Angaben von Perigus befinden sich Projekte mit einer Leistung von 160 Megawatt (MW) in einer fortgeschrittenen Bauphase, für Projekte mit zusätzlich 200 MW sollen bis Ende 2026 die finalen Investitionsentscheidungen fallen. Die installierte Leistung des Unternehmens beträgt europaweit 668 MW.

Perigus Energy ist im Frühjahr 2026 aus der Übernahme der europäischen Onshore-Sparte von Ørsted durch den Fondsmanager Copenhagen Infrastructure Partners (CIP) hervorgegangen, die über dessen Flagship-Fonds CI V erfolgte. Das Unternehmen entwickelt, baut und betreibt Wind-, Solar- und Speicherprojekte in den vier Kernmärkten. In Deutschland verweist Perigus Energy auf mehr als 30 Jahre Erfahrung und 800 MW realisierte Wind- und Solarleistung.

Deutschland: BDEW und BWE-Banken mahnen Investitionssicherheit bei EEG-Novelle und Netzpaket an
In Deutschland, einem der vier Kernmärkte von Perigus Energy, haben der BDEW und die im Bundesverband WindEnergie (BWE) organisierten Banken mit Blick auf die laufenden Gesetzesvorhaben der Bundesregierung Investitionssicherheit angemahnt. Der BDEW fordert, Finanzierungskosten und Investitionsrisiken nicht unnötig zu erhöhen, und verlangt verlässlichen Bestandsschutz für bereits getätigte Investitionen. Im Netzpaket sieht der Verband zugleich viele richtige Ansätze. Die Banken warnen nach Angaben des BWE in einem Brief an das Bundeswirtschaftsministerium und die Bundesnetzagentur vor steigenden Finanzierungsrisiken durch die aktuellen Gesetzesvorhaben.

Zu den Faktoren, deren kumulative Wirkung nach Angaben des BWE zu einem Abbruch beim Zubau führen kann, zählt der Redispatch-Vorbehalt im Regierungsentwurf zum Netzpaket. Verteilnetzbetreiber können danach Netzgebiete für bis zu sechs Jahre als kapazitätslimitiert ausweisen, wenn die Wirkleistungserzeugung der angeschlossenen Anlagen im Vorjahr um insgesamt mehr als fünf Prozent reduziert wurde. Neu angeschlossene Anlagen müssen in diesen Gebieten bei Abregelungen auf den finanziellen Ausgleich verzichten, begrenzt auf 20 Prozent des im Jahr erzeugten Stroms der Anlage, bei Windenergieanlagen in Windenergiegebieten auf 18 Prozent.

Im Bereich Windenergie an Land soll zudem die Flächenpacht begrenzt werden. Der BDEW lehnt diese Begrenzung ab: „Ein Pachtendeckel für Windenergieflächen ist weder notwendig noch bietet er einen Mehrwert“, sagt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

Die Entwürfe zum EEG und Netzpaket wurden nach der ersten Lesung im Bundestag am 24. September zur weiteren Beratung an den Ausschuss für Wirtschaft und Energie überwiesen, der federführend ist.

© IWR, 2026


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25.09.2026

 



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