Stromer legen kräftig zu, Benzin und Diesel verlieren: Anteil reiner E-Autos steigt im September auf 34,5 Prozent
© IWR / SchlusemannFlensburg – Rekordanteil für reine Elektroautos (BEV), Rekordpreise an der Zapfsäule: Im September 2026 stieg der BEV-Anteil bei den Pkw-Neuzulassungen auf den höchsten bislang erfassten Wert, während Benzin- und Diesel-Pkw gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich verloren. Zugleich stiegen die Spritpreise auf neue Höchststände. Das zeigen die aktuellen Daten von Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) und ADAC.
Der Pkw-Markt in Deutschland verschiebt sich in Richtung Elektromobilität: In den ersten drei Quartalen 2026 wurden mehr rein batterieelektrische Pkw und Plug-in-Hybride neu zugelassen als Benzin- und Diesel-Pkw, die im Vorjahreszeitraum noch vorne lagen. Angesichts der hohen Spritpreise reagiert die Bundesregierung und entlastet die Autofahrer an der Zapfsäule, zunächst mit einem neuen Tankrabatt, spätestens ab 2027 mit einem Spritpreisdeckel.
BEV: 88.599 Neuzulassungen, Anteil von 34,5 Prozent
Im September 2026 wurden insgesamt 256.774 Pkw in Deutschland neu zugelassen. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist das ein Plus von 9,0 Prozent (235.528 Pkw). Mit 88.599 neu zugelassenen Pkw klettern BEV im Vergleich zum Vorjahresmonat um 94,7 Prozent. Insgesamt erreichen reine Elektroautos damit einen Anteil von 34,5 Prozent an den Neuzulassungen. Das ist laut Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) der höchste bislang statistisch erfasste Wert. Zusammen mit 27.681 Plug-in-Hybriden ergibt sich rechnerisch sogar ein Elektroanteil von 45,3 Prozent (116.280 Neuzulassungen). Während BEV stark zulegen, gehen die Neuzulassungen von Benzin- und Diesel-Pkw zurück. Benzin-Pkw sanken im September 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 29,2 Prozent auf 44.632 Pkw (Vorjahresmonat: 63.047), bei Diesel-Pkw ging die Zahl um 20,1 Prozent auf 23.058 zurück (28.871).
Januar bis September: BEV und Plug-in-Hybride zusammen bei 38,3 Prozent
Mit Blick auf den bisherigen Jahresverlauf legten die Neuzulassungen von Januar bis September 2026 nach der KBA-Statistik um 5,3 Prozent auf 2.221.798 Pkw zu (Vorjahreszeitraum: 2.110.348). Davon entfallen 604.144 Pkw auf BEV (382.202), was einem Anteil von 27,2 Prozent entspricht und ein Plus von 58,1 Prozent gegenüber den ersten drei Quartalen des Jahres 2025 ist. Zusammen mit Plug-in-Hybriden, die von Januar bis September um 13,7 Prozent auf 247.489 zugelassene Fahrzeuge zulegten (217.760), ergibt sich für den bisherigen Jahresverlauf ein gemeinsamer Marktanteil von 38,3 Prozent. Benzin-Pkw gingen im selben Zeitraum um 22,7 Prozent auf 455.980 zurück (589.951), Diesel-Pkw um 12,2 Prozent auf 270.434 (308.001).
ADAC: Super E10 im Schnitt bei 2,266 Euro, Diesel bei 2,386 Euro
Neben der Kaufprämie für Elektrofahrzeuge treibt das hohe Niveau der Spritpreise den Umstieg von immer mehr Autofahrern auf elektrisch betriebene Fahrzeuge an. Nach Auswertungen des ADAC war der September 2026 mit neuen Höchstpreisen für Super E10 und Diesel an den Zapfsäulen der bislang teuerste Tankmonat: Super E10 verteuerte sich gegenüber August um fast zwölf Cent auf einen Durchschnittspreis von 2,266 Euro, Diesel um 16 Cent auf 2,386 Euro. Den höchsten Tagespreis verzeichnete der ADAC bei Super E10 am 16. September (2,314 Euro), bei Diesel am 17. September (2,471 Euro). Allein über den Rohölpreis lässt sich die Preisentwicklung aus Sicht des ADAC allerdings nicht erklären: Im April notierte Brent zeitweise deutlich über 100 US-Dollar, Super E10 kostete im Durchschnitt aber spürbar weniger. Neben dem Rohölpreis beeinflussen laut ADAC auch Raffinerie- und Vertriebskosten sowie steuerliche Belastungen die Kraftstoffpreise. Der aktuelle Preisabstand zum Niveau früherer Monate sei dadurch aber nicht vollständig nachvollziehbar.
Bundesregierung: Tankrabatt seit 1. Oktober, Spritpreisdeckel spätestens ab Januar 2027
Um für eine Entlastung bei den Spritpreisen zu sorgen, hat die Bundesregierung vom 1. Oktober bis Ende 2026 die Energiesteuer um 14 Cent je Liter gesenkt, inklusive Mehrwertsteuer sind das rund 17 Cent. Am 1. Oktober fielen die Preise laut ADAC um 8 Uhr gegenüber dem Vortag bei Super E10 um 14,5 Cent, bei Diesel um 15,2 Cent. Spätestens zum 1. Januar 2027 will die Bundesregierung einen vorübergehenden Spritpreisdeckel einführen und dafür nach eigenen Angaben Gespräche mit der Mineralölwirtschaft führen.
© IWR, 2026
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