Solarbranche.de

Branchenportal für die Solarenergie

Fotolia 36745099 1280 256

Stromnetzausbau: 150 Kilometer Nord-Süd-Leitung verstärkt - Bau von Ultranet, A-Nord und SuedLink schreitet voran

© Transnet / TenneT© Transnet / TenneTStuttgart - Die Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW und TenneT Germany haben die rund 150 Kilometer lange Höchstspannungsverbindung Grafenrheinfeld - Kupferzell - Großgartach verstärkt und offiziell in Betrieb genommen. Über die Leitung kann künftig nach Angaben der Netzbetreiber bis zu doppelt so viel Strom nach Baden-Württemberg transportiert werden.

Der Ausbau der Stromtransportkapazitäten zwischen Nord- und Süddeutschland ist eine zentrale Voraussetzung für die Integration erneuerbarer Energien und die Versorgung der industriellen Verbrauchszentren. Während Verstärkungen bestehender Höchstspannungsleitungen bereits zusätzliche Übertragungskapazitäten schaffen, sollen mit den großen Gleichstromverbindungen Ultranet, A-Nord und SuedLink zwischen Ende 2026 und 2028 weitere leistungsfähige Nord-Süd-Verbindungen hinzukommen.

150 Kilometer Höchstspannungsleitung zwischen Bayern und Baden-Württemberg verstärkt
Die Netzverstärkung Grafenrheinfeld - Kupferzell - Großgartach erstreckt sich über rund 150 Kilometer vom Umspannwerk Grafenrheinfeld bei Schweinfurt über Kupferzell bis zum Umspannwerk Großgartach in Leingarten bei Heilbronn. Die Verbindung verknüpft die Übertragungsnetze von TenneT Germany und TransnetBW und stärkt eine wichtige Transportachse für die Stromversorgung Baden-Württembergs.

Das Projekt ist als Vorhaben Nummer 20 im Bundesbedarfsplangesetz verankert. Die beiden Netzbetreiber haben die Verbindung innerhalb von rund drei Jahren in mehreren Abschnitten verstärkt. TenneT Germany war für den Abschnitt zwischen Grafenrheinfeld und Rittershausen bei Gaukönigshofen verantwortlich. TransnetBW übernahm die weiteren Abschnitte bis Kupferzell und Großgartach.

Die Netzverstärkung ist auch mit Blick auf den weiteren Ausbau der Stromtransportkapazitäten von Bedeutung. In Großgartach und im Raum Bergrheinfeld befinden sich Netzanschlusspunkte der im Bau befindlichen Gleichstromverbindung SuedLink. Damit werden in der Region künftig zusätzliche Stromtransportkapazitäten aus Norddeutschland an das bestehende Übertragungsnetz angebunden.

Netzverstärkung statt vollständigem Neubau: Bestehende Infrastruktur weitergenutzt
Bei der technischen Umsetzung der Netzverstärkung nutzten die beiden Netzbetreiber weitgehend vorhandene Leitungsanlagen. In den Abschnitten Grafenrheinfeld - Rittershausen und Rittershausen - Kupferzell wurden zusätzliche Leiterseile auf bestehenden beziehungsweise baulich ergänzten Strommasten installiert. Zwischen Kupferzell und Großgartach errichtete TransnetBW eine neue Leitungsanlage, die überwiegend der bisherigen Trasse folgt.

Damit orientiert sich das Vorhaben am sogenannten NOVA-Prinzip: Netzoptimierung vor Netzverstärkung vor Netzausbau. Bestehende Leitungen sollen zunächst effizienter genutzt und verstärkt werden, bevor zusätzliche Leitungstrassen entstehen. Das kann den Flächenbedarf und Eingriffe in Natur und Landschaft gegenüber vollständig neuen Trassen verringern.

Große Nord-Süd-Stromautobahnen schaffen ab 2026 weitere Kapazitäten
Parallel zur Verstärkung bestehender Drehstromleitungen schreitet der Bau der großen Hochspannungs-Gleichstromverbindungen voran. Sie sollen künftig große Strommengen aus den windreichen Regionen Norddeutschlands über weite Strecken in die Verbrauchszentren West- und Süddeutschlands transportieren.

Nach bisheriger Planung soll mit Ultranet Ende 2026 eine rund 340 Kilometer lange Gleichstromverbindung zwischen Osterath in Nordrhein-Westfalen und Philippsburg in Baden-Württemberg in Betrieb gehen. Die von Amprion und TransnetBW realisierte Verbindung ist für eine Übertragungsleistung von 2 GW ausgelegt.

Die ebenfalls von Amprion realisierte Gleichstromverbindung A-Nord soll 2027 folgen. Sie führt von Emden in Niedersachsen nach Osterath und verfügt über eine geplante Übertragungsleistung von 2 GW. Zusammen bilden A-Nord und Ultranet einen durchgehenden Transportkorridor von der Nordseeküste bis nach Baden-Württemberg.

Die Inbetriebnahme des Vorhabens SuedLink, das TenneT Germany und TransnetBW gemeinsam realisieren, ist Ende 2028 vorgesehen. Die rund 700 Kilometer lange Verbindung ist auf eine Übertragungsleistung von insgesamt 4 GW ausgelegt. Bei SuedLink wurde in diesem Jahr der Tunnelvortrieb für die 5,2 Kilometer lange Elbquerung abgeschlossen. Der Einzug der Stromkabel in den Tunnel ist nach bisheriger Planung für Ende 2027 vorgesehen.

Die neuen Gleichstromverbindungen sollen den Transport großer Strommengen aus Norddeutschland in die Verbrauchszentren im Westen und Süden langfristig absichern. Zugleich können sie Netzengpässe verringern und damit den Bedarf an kostspieligen Redispatch-Maßnahmen reduzieren.


© IWR, 2026


Mehr Nachrichten und Infos aus der Regenerativen Energiewirtschaft
SuedLink: Elbtunnel fertig - Deutschlands große Stromautobahnen nähern sich der Inbetriebnahme 2027/28
Stromleitung SuedLink erreicht bautechnischen Meilenstein – erster Erdkabelabschnitt abgeschlossen

Vier große Stromleitungen vollständig genehmigt: Deutschland erhöht 2025 das Tempo beim Ausbau der Stromnetze
Strommarkt: Öl- und Gaspreisschock erhöht Inflationsdruck - Erneuerbare Energien und Speicher wirken als bester Schutz
Original PM: Batteriespeicher im Regelleistungsmarkt für mehr Netzstabilität: Ignitis und emsys VPP erweitern Kooperation
Städtische Werke AG sucht Projektleiter Elektrotechnik & Erneuerbare Energien (m/w/d)
Gas- und Ölheizungen im Fokus: Reiche konkretisiert Grüngasquote ab 2028 - Wie teuer wird das Heizen?

19.10.2026

 



Jobs & Karriere - Energiejobs.de
Veranstaltungen - Energiekalender.de

Pressemappen - mit Original-Pressemitteilungen