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Windenergie: NRW bundesweit an der Spitze - MLK nimmt 14,4-MW-Windpark im Rheinischen Revier in Betrieb

© MLK | Markus Bullik© MLK | Markus BullikErkelenz - Die MLK Gruppe hat in Erkelenz-Holzweiler ein Windprojekt mit zwei Vestas-Anlagen und insgesamt 14,4 MW Leistung in Betrieb genommen. Der prognostizierte Jahresertrag beträgt 37 Millionen Kilowattstunden Strom.

Nordrhein-Westfalen führt 2026 den bundesweiten Ausbau der Windenergie an Land an. Eine wichtige Rolle spielt das Rheinische Braunkohlerevier, wo neue Wind- und Solarparks sowie Batteriespeicher den Strukturwandel begleiten. Neben MLK realisiert auch RWE in dieser Region entsprechende Projekte.

MLK plant Windenergie-Ausbau auf 210 MW im Rheinischen Revier
Die beiden neuen Anlagen des Typs Vestas V172-7.2 MW im Windpark Holzweiler erreichen bei 164 Metern Nabenhöhe und 172 Metern Rotordurchmesser eine Gesamthöhe von 250 Metern. Laut MLK handelt es sich um die höchsten und leistungsstärksten Windenergieanlagen im Kreis Heinsberg. Der erwartete Jahresertrag von 37 GWh entspricht rechnerisch dem Strombedarf von rund 9.900 Haushalten. Daraus ergeben sich nach IWR-Berechnungen rund 2.570 Volllaststunden pro Jahr. Die Schaltanlagen kommen ohne Schwefelhexafluorid (SF6) aus.

Holzweiler gehört zu einem MLK-Ausbauprogramm im Raum Erkelenz, Linnich und Titz mit rund 30 geplanten Windenergieanlagen und einer Gesamtleistung von 210 MW. Für 21 Anlagen liegen laut MLK Genehmigungen oder immissionsschutzrechtliche Vorbescheide vor. Sechs sind einschließlich Holzweiler in Betrieb, zwei weitere im Bau. Bis 2027 sollen bis zu zehn Anlagen fertiggestellt werden, die übrigen bereits genehmigten 2028.

Zum Anschluss der Projekte erweitert MLK die Netzinfrastruktur. Das unternehmenseigene Umspannwerk Glimbach in Linnich ist in Betrieb, ein weiteres in Katzem bei Erkelenz für Mitte 2027 geplant. Bürgerinnen und Bürger aus Erkelenz, Hückelhoven, Linnich und Titz können sich über Nachrangdarlehen und eine Energiegenossenschaft beteiligen.

Mit zehn neuen Projekten rückt das Rheinland bei MLK wieder stärker in den Fokus, nachdem das Unternehmen zuletzt einen Schwerpunkt in Brandenburg hatte. Bundesweit hat MLK nach eigenen Angaben über 780 MW Windleistung installiert, davon 380 MW im Eigenbetrieb. Bei einer Projektpipeline von rund 1 GW soll der Eigenbestand bis Ende des Jahrzehnts ebenfalls 1 GW erreichen.

Bei der offiziellen Inbetriebnahme am 20. Oktober verwies NRW-Umweltminister Oliver Krischer auf den Wandel des Rheinischen Reviers von der Braunkohle zu erneuerbaren Energien.

NRW führt bundesweiten Windenergie-Zubau an - Rheinisches Revier mit rund 19 Prozent Anteil
Nach der aktuellen IWR-Auswertung des Marktstammdatenregisters wurden in NRW von Januar bis September 2026 Windturbinen mit einer Leistung von insgesamt 917,4 MW installiert, nach 851,9 MW im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Plus von 7,7 Prozent. NRW liegt damit vor Niedersachsen (714,3 MW) und Schleswig-Holstein (595,5 MW). Bundesweit erreichte der Onshore-Zubau 3.886,4 MW, rund 14 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der NRW-Anteil betrug 23,6 Prozent. Der Trend zu größeren und leistungsfähigeren Windenergieanlagen zeigt sich dabei auch in NRW: Während die Zahl neu installierter Windturbinen von 170 auf 162 zurückging, stieg ihre durchschnittliche Leistung von rund 5,0 auf 5,7 MW.

Das Rheinische Revier trägt wesentlich zum Windenergieausbau in NRW bei. Auf die Kreise und Städte der Region entfielen von Januar bis September 2026 insgesamt 172,6 MW neue Windenergieleistung und damit 18,8 Prozent des landesweiten Zubaus. Die größten Beiträge kamen aus dem Rhein-Erft-Kreis mit 81,9 MW und dem Kreis Heinsberg mit 57,8 MW. Beide zählen zu den sieben ausbaustärksten Kreisen Nordrhein-Westfalens.

Strukturwandel im Rheinischen Revier: Wind- und Solarparks sowie Batteriespeicher im Ausbau
Der Ausbau erneuerbarer Energien ist ein wichtiger Bestandteil des Strukturwandels im Rheinischen Revier. Auch RWE treibt diese Entwicklung mit zahlreichen Wind- und Solarprojekten in der Region voran. So hat der Konzern bei Inden den Windpark Düren-Merken mit rund 14 MW in Betrieb genommen, während der Windpark Bedburg 3 mit rund 60 MW noch im Bau ist. Am Tagebau Garzweiler hat RWE zudem seinen Solarpark auf 105,7 MWp erweitert. Insgesamt baut und betreibt der Konzern nach eigenen Angaben Wind- und Solarprojekte mit rund 600 MW in der Region.

Hinzu kommen Batteriespeicher: Am Tagebau Garzweiler entsteht eine Anlage mit 75 MW Leistung und 150 MWh Kapazität, deren Inbetriebnahme für Frühjahr 2027 geplant ist. Sie soll unter anderem Regelenergie bereitstellen und den Netzanschluss mit dem Solarpark teilen. Bei Hambach baut RWE einen Speicher mit 236 MW und 470 MWh.

© IWR, 2026


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