First Solar steigert Gewinne trotz Absatzschwäche - US-Industriepolitik begünstigt heimische Solarproduktion
Während die Modulverkäufe hinter den bisherigen Erwartungen zurückbleiben, profitiert First Solar von seiner US-Produktion und den staatlichen Förderbedingungen. Eine zentrale wirtschaftliche Rolle spielen dabei die Produktionssteuergutschriften im Rahmen der amerikanischen Industriepolitik. Allein für 2026 kalkuliert der Konzern mit Steuergutschriften von 2,07 bis 2,19 Milliarden US-Dollar - bei einem erwarteten bereinigten EBITDA von 2,55 bis 2,75 Milliarden US-Dollar.
First Solar: Q3-Umsatz sinkt um 23 Prozent - Nettogewinn steigt um 25 Prozent
First Solar erzielte im dritten Quartal 2026 einen Umsatz von 1,23 Milliarden US-Dollar, 23 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Als wesentlichen Grund nennt das Unternehmen geringere Modulverkäufe an externe Kunden. Der Nettogewinn erhöhte sich dagegen von 456 auf 571 Millionen US-Dollar. Das Ergebnis je verwässerter Aktie stieg von 4,24 auf 5,30 US-Dollar, das bereinigte EBITDA um 11 Prozent auf 744 Millionen US-Dollar.
Die Bruttomarge verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um rund 20 Prozentpunkte auf etwa 58 Prozent. Nach Angaben des Unternehmens im Quartalsgespräch war dafür vor allem der höhere Anteil in den USA produzierter Module verantwortlich. Hinzu kamen niedrigere Frachtkosten, geringere Kosten durch nicht ausgelastete Kapazitäten sowie niedrigere Zollbelastungen.
Trotz der höheren Gewinne hat First Solar seine Jahresprognose gesenkt. Für 2026 erwartet das Unternehmen nun einen Modulabsatz von 16,0 bis 17,0 GW statt bisher 17,0 bis 18,2 GW. Die Umsatzprognose wurde von 4,9 bis 5,2 Milliarden auf 4,6 bis 4,9 Milliarden US-Dollar reduziert. Hintergrund sind nach Unternehmensangaben insbesondere geringere Modulverkäufe auf dem indischen Inlandsmarkt und im internationalen Series-6-Geschäft.
Der vertraglich gesicherte Auftragsbestand belief sich zum 30. September 2026 auf 44,0 GW.
First Solar eröffnet neues Werk in South Carolina - US-Kapazität soll auf 17 GW steigen
Ungeachtet der gesenkten Absatzprognose treibt First Solar den Ausbau seiner amerikanischen Produktionskapazitäten voran. Am 28. Oktober 2026 eröffnete der Konzern die erste Produktionsphase seines neuen Standorts in Gaffney im Bundesstaat South Carolina.
In das Werk investiert First Solar rund 330 Millionen US-Dollar. Bis Mitte 2027 soll die zweite Phase abgeschlossen sein und die jährliche Nennkapazität auf 3,4 GW verdoppeln. Rechnerisch entspricht dies einer Kapazität von rund 1,7 GW in der ersten Phase. Insgesamt sollen knapp 700 Arbeitsplätze entstehen, von denen nach Unternehmensangaben bereits rund 500 besetzt sind.
Der Standort übernimmt abschließende Fertigungsschritte für Solarmodule der Baureihe Series 6 Plus, deren Herstellung in internationalen Werken des Unternehmens beginnt. Nach Abschluss der Erweiterung soll in Gaffney auch die CuRe-Technologie eingesetzt werden.
Mit der neuen Anlage fällt der Kapazitätsausbau allerdings geringer aus als ursprünglich angekündigt. Bei der Standortentscheidung im November 2025 hatte First Solar für Gaffney noch 3,7 GW und für die gesamte US-Produktion eine Kapazität von 17,7 GW bis 2027 in Aussicht gestellt. Aktuell nennt der Konzern 3,4 GW beziehungsweise rund 17 GW.
Bis Ende 2026 will First Solar seit 2019 mehr als 5 Milliarden US-Dollar in amerikanische Produktions- und Forschungsinfrastruktur investiert haben.
Ausblick: Hohe Gewinne, sinkende Liquidität und steigende Produktionskapazitäten
Trotz der hohen Quartalsgewinne hat First Solar auch seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2026 leicht gesenkt. Das Unternehmen erwartet nun ein bereinigtes EBITDA von 2,55 bis 2,75 Milliarden US-Dollar nach zuvor 2,6 bis 2,8 Milliarden US-Dollar. Die Investitionsprognose wurde ebenfalls von 0,8 bis 1,0 Milliarden auf 0,6 bis 0,8 Milliarden US-Dollar reduziert.
Die Nettoliquidität von First Solar sank von 2,4 Milliarden US-Dollar Ende 2025 auf 1,5 Milliarden US-Dollar zum 30. September 2026. Als Ursachen nennt der Konzern einen höheren Bedarf an Betriebskapital sowie Investitionen vor allem in amerikanische Produktionsanlagen. Teilweise ausgeglichen wurde der Mittelabfluss durch Zahlungseingänge aus Produktionssteuergutschriften nach Section 45X und Rückerstattungen von IEEPA-Zöllen. Gleichzeitig genehmigte der Verwaltungsrat ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 500 Millionen US-Dollar.
First Solar setzt mit seiner Cadmiumtellurid-Dünnschichttechnologie auf ein Produktionsverfahren, das unabhängig von chinesischen Lieferketten für kristallines Silizium ist. Diese technologische Positionierung gewinnt angesichts der amerikanischen Handels- und Förderpolitik an Bedeutung. Neben den Produktionssteuergutschriften beeinflussen Zölle und weitere handelspolitische Maßnahmen die Wettbewerbsbedingungen.
Die Quartalszahlen zeigen ein Unternehmen, das trotz rückläufiger Umsätze hohe Gewinne erzielt und seine US-Fertigung weiter ausbaut. Die steigende Bruttomarge verdeutlicht die wirtschaftliche Bedeutung der amerikanischen Produktion. Für die weitere Entwicklung wird entscheidend sein, ob First Solar seine zusätzlichen Kapazitäten auslasten kann und wie sich die Nachfrage sowie die industriepolitischen Rahmenbedingungen entwickeln.
© IWR, 2026
Weitere Meldungen rund um die Solarbranche
Solarmeldungen aus den USA
Neuer Energiejob bei der rhenag Rheinische Energie AG (Siegburg): Prozessmanager energiewirtschaftliche Marktkommunikation (m/w/d)
rhenag Rheinische Energie AG sucht Prozessmanager energiewirtschaftliche Marktkommunikation (m/w/d)
China überschreitet 2.000 GW Wind- und Solarleistung - Kohleanteil fällt unter 50 Prozent
Photovoltaik - Ausbau und Statistiken auf www.solarbranche.de
Bremst Bundesregierung den EE-Ausbau? Börsenzeitung: PNE warnt vor weiterer "Altmaier-Delle" und Fadenriss beim Wind- und Solarausbau
Börse KW 43/26: RENIXX fällt auf neues Jahrestief – Scatec, CATL, SMA, Solaria Energia und Bloom Energy verlieren zweistellig, Cadeler legt kräftig zu
Hybridparks im Trend: Swisspower Renewables eröffnet Solarpark in Brandenburg - Wind und Solar an einem Netzanschluss
First Solar: Gewinn wächst deutlich trotz sinkender Erlöse – Auftragsbestand steigt auf 45,1 GW - Aktie legt zu
First Solar erreicht wichtigen Erfolg in Patentstreit: US-Patent- und Markenamt lehnt Anträge gegen First Solar TOPCon-Patente ab
First Solar eröffnet 3,5 GW-Produktionsstätte in Louisiana: KI-gestützte Solarproduktion und über 800 Jobs
Agri-Photovoltaik-Ausbau in NRW: Land weiht bislang größtes Projekt in Wadersloh ein
Fortschrittsmonitor Energiewende 2026 von BDEW und EY: Photovoltaik und Elektrifizierung setzen Impulse – Energiewende braucht mehr Tempo30.10.2026
Pressemappen - mit Original-Pressemitteilungen



