Envitec Biogas Zahlen 2025: Enivtec streicht Dividende – Umsatz und Konzernjahresüberschuss rückläufig – Gesamtleistung gestiegen – Ausblick gedämpft
Lohne/Saerbeck – Die Envitec Biogas AG hat im Geschäftsjahr 2025 eine gemischte Entwicklung verzeichnet. Während die Gesamtleistung des Biogasanlagen-Bauers um 6,8 % auf 376,4 Mio. Euro (352,5 Mio. Euro) stieg, ging der Konzernumsatz um 7,4 % auf 312,6 Mio. Euro (337,7 Mio. Euro) zurück. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) fiel deutlich auf 26,0 Mio. Euro (44,0 Mio. Euro), während der Konzernjahresüberschuss 16,7 Mio. Euro (29,8 Mio. Euro) betrug. Das Ergebnis je Aktie ging auf 1,12 Euro (2,01 Euro) zurück.
Belastet wurde die Ergebnisentwicklung laut Envitec vor allem durch regulatorische Effekte im Bio-LNG-Geschäft sowie schwächere Beiträge einzelner Segmente. Zusätzlich schlug eine einmalige, nicht zahlungswirksame Drohverlustrückstellung von rund 8 Mio. Euro zu Buche. Hintergrund ist nach Angaben von Envitec die vom deutschen Gesetzgeber beschlossene Streichung der Doppelanrechnung von THG-Quoten, wodurch ein Teil der laufenden Absatzverträge im Bio-LNG-Geschäft an Wirtschaftlichkeit verliert.
Im Segment Eigenbetrieb, dem größten Bereich des Konzerns, stieg die Gesamtleistung deutlich um 27,5 % auf 255,6 Mio. Euro (200,5 Mio. Euro). Der Umsatz legte um 15,4 % auf 221,2 Mio. Euro (191,6 Mio. Euro) zu. Das Segment-EBT lag mit 41,7 Mio. Euro nahezu auf Vorjahresniveau (41,9 Mio. Euro). Im Anlagenbau sank der Umsatz auf 45,5 Mio. Euro (95,6 Mio. Euro), das Segment-EBT drehte auf -11,5 Mio. Euro (9,5 Mio. Euro). Auch der Servicebereich blieb rückläufig.
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, für 2025 keine Dividende auszuschütten. CFO Jörg Fischer erklärte: „Trotz eines anspruchsvollen Marktumfelds und regulatorischer Belastungen ist das Geschäftsjahr 2025 für Envitec solide verlaufen und hat gezeigt, dass die strategischen Investitionen der vergangenen Jahre die Ertragsbasis unseres Geschäftsmodells dauerhaft verbreitert haben.“ CEO Olaf von Lehmden verwies zugleich auf strukturelle Risiken: „Die im Mai 2026 rückwirkend zum 1. Januar 2026 beschlossene Abschaffung der Doppelanrechnung trifft uns unmittelbar und untergräbt Investitionen, die wir im Vertrauen auf die europarechtlich angelegten Anrechnungsmechanismen in den vergangenen Jahren in den Ausbau unserer Bio-LNG-Wertschöpfungskette getätigt haben. Auch die im EnWG-Entwurf vorgesehene verkürzte Kappungsfrist für den Netzanschluss neuer Anlagen verfehlt die Erfordernisse einer verlässlichen Investitionsplanung.“
Für 2026 erwartet der Konzern eine Gesamtleistung von 330 bis 370 Mio. Euro sowie ein EBT von 5 bis 15 Mio. Euro. Erst ab 2027 rechnet das Unternehmen wieder mit steigenden Erlösen und Ergebnissen. Der Auftragsbestand im Anlagenbau erhöhte sich auf 148,1 Mio. Euro (129,0 Mio. Euro) und signalisiert eine stabilere Projektpipeline.
© IWR, 2026
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