Solarbranche.de

Branchenportal für die Solarenergie

Fotolia 36745099 1280 256

Fraunhofer ISE forscht mit Indern an Konzentrator-Photovoltaik

Freiburg – Bei der Konzentrator-Photovoltaik (Concentrator Photvoltaik, kurz CPV) wird das Sonnenlicht mittels Linsen auf kleine, höchsteffiziente Mehrfachsolarzellen mit Wirkungsgraden deutlich über 40 Prozent konzentriert. Eine Technologie, die sich vor allem in Regionen mit viel direkter Solarstrahlung lohnt. Deutsche Forscher starten nun gemeinsam mit indischen Kollegen in diesem Bereich ein Forschungsprojekt.

Die spezifischen Anforderungen, die sich beim Einsatz der CPV in Indien ergeben, untersucht das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE nun in einem gemeinsamen Projekt mit NETRA, der Forschungseinrichtung des größten indischen Energieversorgers NTPC. Das deutsch-indische Forschungsprojekt „CPVIndia“ wird gefördert durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW, aus Mitteln des deutschen Bundesumweltministeriums (BMUB), im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative.

Wissenstransfer steht an oberster Stelle

„Wir wollen in erster Linie einen Wissenstransfer speziell im Bereich CPV erreichen“, so Dr. Gerald Siefer, Teamleiter III-V Zell- und Modulcharakterisierung am Fraunhofer ISE, sowie Leiter des deutsch-indischen Projekts. So sind zahlreiche Seminare vorgesehen, die die Freiburger Forscher mit ihren indischen Kollegen abhalten werden. „Ein weiterer Fokus liegt auf der Charakterisierung der CPV-Technologie im Kontext der lokalen Klimabedingungen in Indien“, ergänzt Siefer. Hierfür werden vier kommerzielle CPV-Systeme installiert. Diese sind so angeordnet, dass vergleichende Tests gefahren werden können, beispielsweise um die Auswirkung von Verschmutzung zu untersuchen. Zudem wird das Fraunhofer ISE auf dem vorgesehenen Testgelände des indischen Forschungspartners einen Tracker aufstellen, der flexibel für die Messung von CPV- aber auch anderen PV-Modulen eingesetzt werden kann. So werden Spezialmessungen durchgeführt, zum Beispiel die Untersuchung, wie unterschiedliche CPV Module auf Fehljustierung reagieren.

Indien ist ein Land mit einem großen und rasch wachsenden Energiebedarf. Um diesen zu decken und eine emissionsneutrale Entwicklung der Wirtschaft voranzutreiben, hat die indische Regierung Ziele für den Ausbau der erneuerbaren Energien ausgerufen. In diesem Kontext steht das Vorhaben, die CPV als Forschungsthema in Indien einzuführen und mittelfristig als Kraftwerkstechnologie zu etablieren.

DLR mit solarthermischen Kraftwerken im Projektboot
Das Projekt verspricht auch Erkenntnisse zur Verbesserung von Modellen für Energieertragsprognosen für die Konzentrator-Photovoltaik-Technologie. Entsprechende Erkenntnisse fließen auch in Normungsaktivitäten im CPV Bereich durch die Arbeit der International Electrotechnical Commission (IEC) ein
„Das CPVIndia-Projekt bringt nicht nur die CPV-Technologie nach Indien, es eröffnet gleichzeitig mehrere Möglichkeiten der Kooperation mit dem Fraunhofer ISE“, so R K Srivastava, NETRA, NTPC Ltd. Geschäftsführer anlässlich seines Besuchs in Freiburg. Das Deutsche Zentrum für Luft und Raumfahrt DLR ist mit dem Thema Solarthermische Stromerzeugung (CSP) ebenfalls in diesem Projekt engagiert. Für beide Kraftwerkstechnologien können sich so in Bezug auf die Konditionen bei der Anwendung in Indien Synergieeffekte ergeben.

© IWR, 2016

Weitere News und Infos zum Thema Solarenergie:
Indien: Der gigantische Photovoltaik-Run
Aus 2014: Wie schnell wächst der Markt für Konzentrator-Photovoltaik?
Zusätzliche Infos rund um die Solarenergie-Forschung
Termine im Bereich Sonnenenergie

02.05.2016

 



Jobs & Karriere - Energiejobs.de
Veranstaltungen - Energiekalender.de

Pressemappen - mit Original-Pressemitteilungen