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First Solar zieht Notbremse

Tempe, USA – Der Photovoltaik-Konzern First Solar aus den USA sorgt für Aufregung. Das Unternehmen will eine bereits geplante Modulserie überspringen. Das hat erhebliche Folgen für die Beschäftigten, die Jahresprognose und die Aktie.

First Solar, seit 2007 ununterbrochen im globalen Aktienindex der Regenerativen Energiewirtschaft RENIXX World gelistet, will die Herstellung von Photovoltaik-Modulen der Serie 6 beschleunigen. Bestehende Produktionskapazitäten sollen zügig umgerüstet werden. Das sorgt zunächst für zusätzliche Kosten, einen Abbau von Arbeitsplätzen und fallende Aktienkurse.

First Solar streicht 1.600 Stellen

Am Mittwoch teilte das Unternehmen aus Arizona mit, dass es plane, die Produktion für die sogenannte Modulserie 6 deutlich vorzuziehen. Das bedeute, dass die eigentlich geplante Serie 5 wegfalle. First Solar erhofft sich davon Vorteile im harten umkämpften Photovoltaik-Markt. Doch zunächst sind die Folgen eher negativ. Die Ziele für 2016 und 2017 wurden drastisch eingekürzt. So werden sich die operativen Kosten im Jahr 2016 nun in etwa doppelt so hoch ausfallen wie zuvor kommuniziert. Aus einem zuvor noch angepeilten Nettogewinn in der bandbreit zwischen 235 bis 255 Mio. US-Dollar ist nun ein erwartete Nettoverlust von Höhe von 210 bis 445 Mio. US-Dollar geworden. Die Ziele für den Umsatz (2,8 bis 2,9 Mrd. US-Dollar) und die Bruttomarge (25,5 bis 26,0 Prozent) bleiben unverändert. Zudem sollen laut Reuters rund 1.600 Jobs gestrichen werden.

Wettbewerbsfähigkeit der CdTe-Dünnschicht-Photovoltaik
First Solar kündigte an, dass bereits im Jahr 2019 für die Produktion der Modulserie 6 Kapazitäten von 3.000 Megawatt (MW) pro Jahr bereitstehen sollen. In den kommenden Jahren 2017 und 2018 werden die Fabriken entsprechend umgestellt. Die Herstellung von Modulen der Serie 4 läuft aus und die Serie 5 fällt unter den Tisch. CEO Mark Widmar bezog sich auf eine interne Analyse nach der besten Antwort im harten Solar-Wettbewerb. Daraufhin seien Pläne entwickelt worden, die Umsetzung der Serie 6 vorzuziehen. So wolle man die spezifischen Kostenvorteile der Dünnschicht-Photovoltaik auf Basis des Halbleiters Cadmiumtellurid (CdTe) maximieren, erklärte Widmar.

Aktie fällt in der Spitze zweistellig

Für das Jahr 2017 peilt Fist Solar nun Umsätze im Umfang von 2,6 bis 2,6 Mrd. US-Dollar an. Es soll zudem ein bescheidener operativer Gewinn von 30 bis 75 Mio. US-Dollar herausspringen. Das Ergebnis je Aktie kann demnach zwischen -0,10 und +0,45 US-Dollar betragen.

Die Aktie hat im Börsenhandel am letzten Donnerstag 17.11.2016) in der Spitze um mehr 12 Prozent an Wert verloren. Am Ende ging das Papier mit einem Kursminus von 3,5 Prozent auf 29,37 Euro aus dem Handel. Am Freitag hat die Aktie um weitere 3,6 Prozent auf 28,30 Euro nachgegeben (Börse Stuttgart).

© IWR, 2016

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21.11.2016