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Erneuerbare Energien beschäftigen über 300.000 Menschen in Deutschland

Berlin – Der regenerative Sektor beschäftigt weiterhin hunderttausende Menschen in Deutschland, doch die Zahl der Jobs geht zurück. Der Ausbau der Windenergie kann den Rückgang in der Solarsparte nicht vollständig auffangen.

In Deutschland waren im Jahr 2015 nach vorläufigen Zahlen direkt und indirekt etwa 330.000 Menschen durch den Ausbau der erneuerbaren Energien beschäftigt. Das geht aus einem Bericht der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) auf Basis einer Auswertung der Osnabrücker Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) hervor.

Zahl der EE-Beschäftigten sinkt auf 330.000
Von den etwa 330.000 Beschäftigen des EE-Sektors arbeiten 2015 mit 142.900 die meisten im Windenergiesektor. Es folgt der Bereich Bioenergie mit 113.200 Beschäftigten, vor dem Solarsektor (42.200), der Geothermie (17.300) und der Wasserkraft (6.700). Gegenüber dem Vorjahr ist die Gesamtzahl der im EE-Sektor beschäftigten Presonen jedoch erneut um etwa sieben Prozent gesunken (2014: 355.400). Im Jahr 2012 stellte der regenerative Energiesektor noch fast 400.000 Jobs in Deutschland.

Windenergie-Boom im Norden und Osten kann Solar-Rückgang nicht auffangen

Grund für den Rückgang ist vor allem die Entwicklung in der Solarsparte. Hier wirkt sich nicht nur der Abbau von Fertigungskapazitäten in der Industrie aus, sondern auch der stark abgeschwächte Zubau von Photovoltaik-Anlagen. Dieser Ausbau-Rückgang führte zu deutlich weniger Solarenergie-Beschäftigung im Handwerk. Im Gegensatz dazu wuchsen jedoch die durch den Ausbau der Windenergie geschaffenen Arbeitsplätze, insbesondere im Offshore-Bereich.

Dementsprechend konnten die Küstenländer Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern ihre Erneuerbaren-Beschäftigung gegenüber dem Jahr 2012 annähernd stabil halten, in Schleswig-Holstein und Hamburg kam es mit 18,7 bzw. 7,5 Prozent sogar zu einem deutlichen Wachstum der Erneuerbaren-Arbeitsplätze.

Bundesländer in Nord- und Ostdeutschland profitieren am stärksten

Die meisten EE-Beschäftigen finden sich in den Flächenländern Niedersachsen (31.180), NRW (27.340), Bayern (24.990) und Baden-Württemberg (19.040). Der Anteil der im EE-Sektor beschäftigten an der Gesamtzahl der Beschäftigten ist jedoch im Norden und Osten Deutschlands am größten. Mehr als 25 von 1.000 Beschäftigten und damit jeder 40. Arbeitsplatz können etwa in Sachsen-Anhalt den Erneuerbaren zugerechnet werden. In Mecklenburg-Vorpommern sind es rund 21 und in Brandenburg etwa 18 Erneuerbare-Jobs pro 1.000 Beschäftigte. Zum Vergleich: In Niedersachsen zählen nur 9 von 1.000 Arbeitsplätzen zum Regenerativ-Sektor.

„Insbesondere in strukturschwachen Regionen können durch den Ausbau erneuerbarer Energien und die Erzeugung von regenerativem Strom und Wärme neue Beschäftigungsperspektiven ermöglicht werden“, so AEE-Geschäftsführer Philipp Vohrer. „Aber auch für die bestehende Industrie ergeben sich durch die Zulieferketten neue Vermarktungs- und damit Wachstumsmöglichkeiten durch die Energiewende."

Energiewende erfasst immer mehr Bereiche des Arbeitsmarktes
Insgesamt steigt mit dem Fortschreiten der Energiewende der Anteil der Arbeitsplätze in den Bereichen Betrieb und Wartung. Die Energiewende erfasse zudem immer mehr Bereiche des Arbeitsmarktes, so Vohrer weiter. „So sind etwa weitere Aspekte wie die Digitalisierung der Energieversorgung, die Elektromobilität oder der Bereich Energieeffizienz nicht Teil dieser Statistik, sorgen aber zusätzlich für Beschäftigung“, erläutert der Experte weiter. Vohrer schlussfolgert daher: „Ein Mehr an Energiewende und ein schnellerer Ausbau der erneuerbaren Energien sorgt so nicht nur für Klimaschutz, sondern schafft auch neue Jobs."

© IWR, 2017

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27.06.2017