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Industrie 4.0: Greenland baut hochmoderne PV-Fertigung in Spanien

© Fraunhofer ISE© Fraunhofer ISEFreiburg - Während Deutschland und Europa auf dem Gebiet der Photovoltaik führend bei der Forschung und Entwicklung sind, hat sich die Produktion weitgehend nach Asien verlagert. In Spanien startet mit dem Bau einer hochmodernen Fertigung ein weiterer Schritt zur Revitalsierung der europäischen Solarindustrie. Auch in Deutschland stehen die Zeichen auf Neustart.

Das neu gegründete Unternehmen Greenland wird in Spanien eine hochautomatisierte; vertikal integrierte Photovoltaik-Produktion mit einer Jahreskapazität von 5 Gigawatt (5 GW) aufbauen. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE begleitet das Vorhaben beratend. Bosch Rexroth unterstützt maßgeblich bei der Planung und Auslegung der Fertigung. Zur Sicherstellung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit in dem hoch kompetitiven Marktumfeld ist der Industrie 4.0-Plattform entsprechend der Einsatz von modernster, voll vernetzter Produktionstechnik geplant.

Fraunhofer ISE Studie zeigt Vorteile einer europäischen Produktion auf
Im Auftrag des VDMA hatte das Fraunhofer ISE im Jahr 2019 eine Studie zur Wettbewerbsfähigkeit der europäischen PV-Industrie erstellt. Zu den wesentlichen Ergebnissen zählt, dass niedrige Herstellungskosten bei einer lokalen/regionalen Produktion in Europa nur dann erreicht werden können, wenn die Fertigung eine entsprechende Mindestgröße aufweist. Ein weiteres Kernergebnis der Studie ist die Erkenntnis, dass angesichts der heutigen Fertigungskosten von weniger als 20 Eurocent pro Watt Peak die Transportkosten für Module und Teilkomponenten steigen und inzwischen fast 10 Prozent betragen. Eine lokale Produktion in Zielmarktnähe sowie der Aufbau einer lokalen Wertschöpfungskette sind daher essenziell für die Rentabilität einer europäischen PV-Produktion und die Unabhängigkeit von Importen. Hinzu kommt, dass Module, die in Europa gefertigt werden, bei einer angemessenen Bepreisung von CO2-Emissionen aufgrund des europäischen Strommixes einen wesentlich niedrigeren CO2-Footprint haben als Importe aus Asien.

In Andalusien soll produktionstechnisch wegweisende 5 GW-Fertigung entstehen
Die Studienergebnisse und Erkenntnisse sowie die günstigen politischen Rahmenbedingungen durch den EU Green Deal haben die Provinz Andalusien und die Stadt Sevilla überzeugt, eine regionale PV-Produktion aufzubauen und die Ansiedlung einer vollständig integrierten PV-Fabrik innerhalb einer Freihandelszone im Hafen von Sevilla zu unterstützen. Dazu wurde das Unternehmen Greenland Gigafactory gegründet, das innerhalb der nächsten zwei Jahre eine PV-Fertigung mit einer Produktionskapazität von 5 GW pro Jahr realisieren will. Als Partner für die Auswahl der Starttechnologie setzt Greenland auf die Expertise von Fraunhofer ISE. Fraunhofer ISE werde Greenland zudem auch beim Ramp Up und der technologischen Weiterentwicklung der Firma begleiten, so der Abteilungsleiter im Bereich PV-Produktionstechnologien am Fraunhofer ISE Dr. Jochen Rentsch.

Um einen schnellen Aufbau der Produktion auf 5 GW Kapazität zu realisieren, greift Greenland für den Firmenstart bei den zu fertigenden Solarmodulen und der Fertigungstechnik auf derzeitige State-of-the-Art Technologie zurück. „Gemeinsam mit Greenland Gigafactory und Fraunhofer ISE realisieren wir in Sevilla eine hoch innovative, voll flexible und durchgängig vernetzte Fabrik der Zukunft für den erfolgversprechenden Markt der Solarzellen in Europa“, so Thomas Fechner, Leiter Produktbereich New Business bei Bosch Rexroth.

Fraunhofer ISE Institutsleiter Prof. Andreas Bett sieht in diesem Projekt ein weiteres Signal seitens europäischer Firmen und Investoren, die erkannt haben, dass der Zeitpunkt gekommen ist, um neben der Technologie- auch die industrielle Souveränität auf dem Gebiet der Solarenergie nach Europa zurückzuholen. „In europäischen Forschungszentren werden derzeit einige der weltweit fortschrittlichsten Technologien entwickelt, zum Beispiel Tandem-Solarzellen, die höchste Wirkungsgrade erzielen und damit zu Flächenreduktion und Materialeinsparung führen, aber auch nachhaltige Produktionstechnologien unter Berücksichtigung von Kreislaufwirtschaft und Recycling. Die Förderung von Investitionen in diese Schlüsseltechnologien auf EU-Ebene wird die europäische Führungsrolle in strategischen Schlüsseltechnologien ausbauen“, so Bett.

Deutschland: Schweizer Meyer Burger startet Solarmodul-Auslieferung im Juli 2021
Mit der Schweizer Meyer Burger AG setzt ein weiteres Unternehmen der europäischen Solarindustrie auf eine Fertigung in Europa. Das Unternehmen setzt mit dem Aufbau eigener Fertigungen von Solarzellen in Bitterfeld (Sachsen-Anhalt) und Solarmodulen in Freiberg (Sachsen) seinen Transformationsprozess vom Solar-Zulieferer zum Hersteller fort. Die beiden Zell- und Modulfabriken in Deutschland sollen planmäßig Ende Mai 2021 eröffnet werden. In Bitterfeld-Wolfen wird Meyer Burger mit modernsten Produktionsmaschinen hocheffiziente Solarzellen herstellen, in Freiberg wird das derzeit größte und modernste Modulmontagewerk Europas in Betrieb gehen. Die Auslieferung der ersten signifikanten Volumina aus der Modulfabrik in Freiberg sind ab Juli 2021 vorgesehen. Meyer Burger plant, die Jahreskapazität im Jahr 2022 auf 1,4 GW Zell- und 0,8 GW Modulproduktion zu erhöhen.

© IWR, 2021


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21.04.2021

 



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