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Ausgleich von Wirtschaftsschäden durch Klimawandel in den USA irgendwann nicht mehr möglich

© Adobe Stock / Fotolia© Adobe Stock / FotoliaPotsdam - Mit der weltweiten Häufung und Verschärfung von Extremwetterereignissen im Zuge des Klimawandels gehen in den betroffenen Ländern schwere Wirtschaftsschäden einher. Diese Schäden könnten Dimensionen annehmen, die auch von wirtschaftlich starken Nationen wie den USA national nicht mehr bewältigt werden können.

Tropische Wirbelstürme gehören aus wirtschaftlicher Sicht zu den teuersten meteorologischen Ereignissen weltweit. Der voranschreitende Klimawandel führt diesen Stürmen mehr Energie und Feuchtigkeit zu. Bei einer ungebremsten Entwicklung des Klimawandels dürften die damit einhergehenden wirtschaftlichen Schäden irgendwann so hoch sein, dass selbst eine Wirtschaftssupermacht wie die USA diese nicht mehr kompensieren kann.

Anstieg der Schäden durch Hurrikane bei weiterer Erderwärmung wahrscheinlich
Computersimulationen regionaler Wirtschaftssektoren und Lieferketten in den USA zeigen jetzt, dass die aus Hurrikanen resultierenden wirtschaftlichen Verluste bei unvermindert zunehmender Erwärmung irgendwann nicht mehr national ausgeglichen werden können. Wenn zu viele Produktionsstandorte von einem Hurrikan getroffen werden und nicht mehr produzieren, springen andere Länder bei der Versorgung mit Gütern ein. Die Auswirkungen von Wirbelstürmen im Klimawandel werden den USA somit einen wirtschaftlichen Nachteil verschaffen. Das sind die Kernergebnisse einer Analyse unter Beteiligung des Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK).

"Tropische Wirbelstürme ziehen ihre Energie aus den sich erwärmenden Meeren. Zusätzlich kann wärmere Luft mehr Wasser aufnehmen, das dann in heftigen Regenfällen und Überschwemmungen freigesetzt werden kann, wenn ein Hurrikan auf Land trifft", so der Hauptautor der Studie Robin Middelanis vom PIK und der Universität Potsdam. Es sei also wahrscheinlich, dass die Schäden durch Hurrikane größer werden, wenn das Erdsystem weiter aufgeheizt werde. Auch wenn in Zukunft vielleicht nicht mehr Hurrikane auftreten, könnten die stärksten unter ihnen verheerender werden.

Mit Blick auf die Frage, ob eine Volkswirtschaft wie die USA, diese Schäden wirtschaftlich bewältigen können sagt Midlands. „Die Antwort lautet: Nein, jedenfalls nicht so wie bisher. Unsere Berechnungen zeigen zum ersten Mal, dass die US-Wirtschaft, immerhin eine der stärksten auf unserem Planeten, irgendwann nicht mehr in der Lage sein wird, die Produktionsausfälle in Lieferketten aus eigener Kraft auszugleichen. Die zunehmenden Schäden durch Hurrikane werden die Fähigkeiten dieser Wirtschaftssupermacht übersteigen", so Midlands weiter.

Lokale Produktionsverluste breiten sich über Lieferketten aus
Die Wissenschaftler untersuchten den Hurrikan „Harvey“, der 2017 Texas und Louisiana heimsuchte und schon damals die enorme Summe von 125 Milliarden US-Dollar allein an direkten Schäden verursachte. Sie berechneten, wie die Auswirkungen von „Harvey“ bei unterschiedlichen Niveaus globaler Erwärmung aussehen würden. Wichtig ist dabei, dass sich die Verluste durch lokale Unterbrechungen der Produktion über nationale und globale Lieferketten ausbreiten und damit zu erheblichen zusätzlichen indirekten wirtschaftlichen Auswirkungen führen.

In ihren Simulationen von über 7.000 regionalen Wirtschaftssektoren mit mehr als 1,8 Millionen Lieferkettenverbindungen kommen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass die US-Volkswirtschaft künftige Kaskaden von Produktionsausfällen durch Hurrikane nicht ausgleichen kann, wenn der Klimawandel ungebremst fortschreitet. Andere Länder werden in die betroffenen Lieferketten einsteigen.

"Wir haben eine globale Erwärmung von bis zu 5°C untersucht – die leider vielleicht bereits bis zum Ende unseres Jahrhunderts erreicht werden könnte, wenn die Klimapolitik versagt", so Anders Levermann, Leiter der Komplexitätsforschung am PIK und Wissenschaftler an der New Yorker Columbia University, ein Mitautor der Studie. "Wir können die Temperaturschwellen für die Anpassungsgrenze der nationalen Lieferketten der US-Wirtschaft nicht quantifizieren, weil es hier zu viele Unsicherheiten gibt. Wir sind uns jedoch sicher, dass die derzeitigen Kapazitäten der US-Wirtschaft irgendwann für den Ausgleich der Produktionsausfälle nicht mehr ausreichen werden, wenn die globale Erwärmung anhält. Es gibt eine Grenze, wie viel die US-Wirtschaft verkraften kann – wir wissen nur nicht genau, wo sie liegt."


© IWR, 2022


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18.10.2022

 



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